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2024-773

Keine Selbstbestimmung/ traumatisierung/ unterlassene Hilfeleistung

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Fallbeschreibung:

Geburtstrauma: Fehlende Selbstbestimmung & PDA-Probleme

Leider habe ich sehr viele schlechte Erinnerungen an die Geburt meiner Tochter 2023. Ich MUSSTE eine PDA bekommen da mir alternativ mit einem Kaiserschnitt gedroht wurde. Die PDA wurde nicht richtig gesetzt und wirkte nur einseitig. Dies erwähnte ich mehrfach jedoch ohne Interesse der Hebamme. Letztendlich wurde doch ein Kaiserschnitt gemacht und das unter der schlecht sitzenden PDA. Nun bin ich von dem was ich „gespürt“ habe traumatisiert. Im Nachhinein wurde mir gesagt das ich durch die Lage des Babys sowieso einen Kaiserschnitt gebraucht hätte. Leider kam in 33 Stunden Wehen auch niemand auf die Idee einen Ultraschall durchzuführen. Danach auf der Wochenstation konnte ich wegen Überdosierung des Beines bei der die PDA wirkte, 2 Tage nicht aufstehen. Leider war die Nachtschwester überfordert und erleichterte sich ihre Schicht in dem Sie mir die Klingel außer Reichweite legte. Am nächsten Tag sah ich mich gezwungen mich gegen ärztlichen Rat selbst zu entlassen da ich mich so schlecht versorgt fühlte.

Gut gelaufen:

Die ärztliche Betreuung

Schlecht gelaufen:

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Geburt ist ein einschneidendes Erlebnis – körperlich wie emotional. Wenn in dieser intensiven Situation das Gefühl entsteht, dass Beschwerden nicht gehört oder ernst genommen werden, kann das tiefe Spuren hinterlassen. Dieser Fall zeigt, wie mehrere belastende Erfahrungen – von der unzureichend wirkenden Schmerzausschaltung über die lange Geburtsphase bis hin zur Versorgung auf der Wochenstation – zusammenkommen und das Erleben einer Geburt nachhaltig prägen können.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer sich in einer vergleichbaren Situation befindet, kann auf verschiedene Wege zurückgreifen, um die eigene Wahrnehmung einzubringen und Unterstützung einzufordern.

  • Beschwerden wiederholt und konkret benennen: Wenn eine Periduralanästhesie (PDA) – eine Betäubung im Rückenbereich – nicht vollständig wirkt, ist es möglich, dies sehr direkt anzusprechen und eine Reaktion einzufordern. Eine Formulierung wie „Die Betäubung wirkt nur auf einer Seite – ich bitte darum, dass das jetzt überprüft wird“ kann helfen, die eigene Wahrnehmung klar zu kommunizieren.
  • Eine Begleitperson als Unterstützung einbeziehen: Partner:innen, Vertrauenspersonen oder Doulas können Anliegen im Gespräch mit dem medizinischen Personal wiederholen und verstärken – besonders dann, wenn man selbst durch Schmerzen oder Erschöpfung weniger handlungsfähig ist.
  • Fragen zu diagnostischen Maßnahmen stellen: Bei einem langen Geburtsverlauf ist es möglich, aktiv nach dem Stand der Untersuchungen zu fragen, etwa: „Wurde die Lage des Kindes zuletzt per Ultraschall überprüft?“
  • Auf der Wochenstation Hilfe einfordern: Wenn die Klingel oder andere Hilfsmittel nicht erreichbar sind, ist es möglich, das Pflegepersonal oder eine Begleitperson darum zu bitten, für eine erreichbare Notfallmöglichkeit zu sorgen – das ist ein berechtigtes Anliegen.

Worauf Sie achten können

  • Eine PDA wirkt idealerweise auf beiden Körperseiten gleichmäßig – bleibt eine Seite deutlich empfindlicher, ist das ein Hinweis, den das medizinische Team kennen sollte.
  • Vor und während einer Operation ist es möglich, explizit nachzufragen, ob die Betäubung ausreichend wirkt – und eine Operation kann verschoben werden, bis das sichergestellt ist.
  • Eine Begleitperson, die über Ihre Wünsche und Bedenken informiert ist, kann im Kreißsaal und auf der Wochenstation eine wichtige Unterstützungsfunktion übernehmen.
  • Das Recht auf Selbstbestimmung gilt auch im Krankenhaus: Eingriffe setzen Ihre ausdrückliche Zustimmung voraus – und Sie können Fragen stellen, bevor Sie zustimmen.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie nach einer belastenden Geburts- oder Krankenhaserfahrung Unterstützung suchen, hilft die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlos und neutral weiter – erreichbar unter 0800 011 77 22. Auf mehr-patientensicherheit.de können Sie Ihre Erfahrungen anonym melden und so dazu beitragen, dass andere von ähnlichen Situationen verschont bleiben.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus, Kreißsaal, Operationssaal, Geburt, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

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Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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