Icon Mehr-Patientensicherheit
2024-277

Von Bereitschaftspraxis nach langer Wartezeit an Notaufnahme weitergeschickt

Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular

Fallbeschreibung:

Fehlende Weiterleitung: Stunden Wartezeit nach Sturzverletzung

Ich hatte nach einem Sturz im Garten meinen Arm verletzt. Am Klinikum vor Ort gibt es eine Bereitschaftspraxis und eine Notaufnahme. Es gibt keine Koordination, wo man für welchen Fall hin soll. Da ich die Notaufnahme nicht unnötig belasten wollte, ging ich in die Bereitschaftspraxis. Nach stundenlangem Warten wurde mir dort nur gesagt, dass man mir nicht helfen könnte, sondern in die Notaufnahme muss. In der Notaufnahme wurde die Wunde am Ellenbogen – nach erneutem stundenlangen Warten – mit ein paar Stichen genäht.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Warum hat man mir in der Bereitschaftspraxis nicht gleich bei der Anmeldung, wo ich meinen Arm herzgezeigt habe, gesagt, dass sie für mich nichts machen können? Warum kann die Bereitschaftspraxis die Wunde nicht nähen? Das hätte auch eine Assistenz machen können, musss kein Chefarzt sein.

Verbesserungsvorschläge:

Siehe oben

Weitere Infos:

Es sollte immer zuerst eine Koordination / Triage / Einschätzung geben, ob man in die Bereitschaftspraxis oder in der Notaufnahme soll. Diese Entscheidung sollte nicht ich treffen müssen, sondern eine Fachkraft.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Ein Sturz mit einer sichtbaren Verletzung ist schmerzhaft – körperlich und oft auch durch die Unsicherheit, was als Nächstes zu tun ist. Wenn man dann stundenlang wartet und am Ende erfahren muss, dass man an einem anderen Ort richtig gewesen wäre, kann das besonders belastend sein.

Viele Kliniken betreiben sowohl eine Bereitschaftspraxis (eine Anlaufstelle für weniger dringende Beschwerden außerhalb der regulären Praxisöffnungszeiten) als auch eine Notaufnahme (für akute, schwerwiegendere Fälle). Diese beiden Bereiche arbeiten nicht immer eng abgestimmt zusammen, und es ist für Patient:innen häufig unklar, welche Anlaufstelle für welche Beschwerden zuständig ist. Diese Entscheidung erfordert medizinisches Fachwissen – es ist daher nachvollziehbar, dass Betroffene sie schwer selbst treffen können.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer sich in einer vergleichbaren Situation befindet, kann von folgenden Möglichkeiten profitieren:

  • Bei der Anmeldung – egal ob in Bereitschaftspraxis oder Notaufnahme – ist es möglich, die Verletzung direkt zu zeigen und aktiv nachzufragen: „Bin ich hier an der richtigen Stelle, oder gibt es eine andere Anlaufstelle, die für mich besser geeignet ist?“ Das gibt dem Personal die Möglichkeit, früh eine erste Einschätzung vorzunehmen.
  • Vor der Entscheidung, welche Einrichtung man aufsucht, kann ein Anruf bei der Telefonnummer 116 117 (ärztlicher Bereitschaftsdienst) hilfreich sein. Dort lässt sich telefonisch klären, ob ein Bereitschaftsdienst, eine Notaufnahme oder ein anderer Weg sinnvoll ist.
  • Wer länger wartet und sich unsicher ist, ob die gewählte Anlaufstelle die richtige ist, kann beim Personal nachfragen: „Können Sie mir sagen, ob mein Anliegen hier behandelt werden kann – damit ich nicht unnötig lange warte, falls ich woanders besser aufgehoben bin?“
  • Es ist möglich, beim ersten Kontakt kurz zu schildern, was passiert ist und wie stark die Verletzung aussieht – etwa ob eine offene Wunde vorliegt. Das erleichtert dem Personal eine rasche Ersteinschätzung (sogenanntes Triage), also eine erste Beurteilung der Dringlichkeit.

Worauf Sie achten können

  • Die Telefonnummer 116 117 ist rund um die Uhr erreichbar und hilft bei der Orientierung, welche Versorgungsform die passende ist.
  • Bei sichtbaren offenen Wunden, starken Schmerzen oder dem Verdacht auf einen Knochenbruch kann die Notaufnahme die geeignetere erste Anlaufstelle sein – auch wenn man die Kapazitäten dort schonen möchte.
  • Eine aktive Nachfrage bei der Anmeldung – auch wenn sie ungewohnt wirkt – ist legitim und kann unnötige Wartezeit vermeiden.
  • Wenn jemand eine Begleitperson dabei hat, kann diese bei der Kommunikation unterstützen, etwa wenn Schmerzen das Sprechen erschweren.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 15-29 Jahre
Art der Einrichtung:Notaufnahme, Krankenhaus, Ambulante Praxis, Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ)
Geschlecht: männlich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

Icon Pfeil nach unten

Wählen Sie eines der anderen Themen

Wählen Sie das Thema aus, das zu Ihrem Fall am besten passt oder über welches Sie weitere Informationen und berteits veröffentlichte Fälle lesen möchten. Alternativ können Sie Ihren Fall auch direkt über das Meldeformular berichten.
Ersatzkassen des vdek

Die Betriebskrankenkassen:

Ihre Meinung hilft uns!
Bitte helfen Sie mit das Portal weiter zu verbessern, damit unsere Maßnahmen zur Verbesserung der Patientensicherheit noch mehr Menschen erreichen.

Wie gefällt Ihnen unser Portal insgesamt?

Wie gefällt Ihnen unser Portal insgesamt?

Zurücksetzen

Haben Sie auf unserem Portal hilfreiche Informationen zur Patientensicherheit gefunden?

Haben Sie auf unserem Portal hilfreiche Informationen zur Patientensicherheit gefunden?

Zurücksetzen

Was gefällt Ihnen an unserem Portal besonders gut?

Was gefällt Ihnen an unserem Portal besonders gut?

Zurücksetzen

Was gefällt Ihnen an unserem Portal nicht so gut? Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie?

Was gefällt Ihnen an unserem Portal nicht so gut? Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie?

Zurücksetzen
Ihre Meinung 2/2

Wie sind Sie auf unsere Website aufmerksam geworden?

Wie sind Sie auf unsere Website aufmerksam geworden?

Zurücksetzen

Welche Themen haben Sie auf unserer Website interessiert?

Welche Themen haben Sie auf unserer Website interessiert?

Zurücksetzen

Wichtige Mitteilung:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,

Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.

Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team