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2024-937

Nichtbeachtung meiner Beschwerden

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Fallbeschreibung:

Daumensehnenriss nach Radiusfraktur übersehen

Nach einem Sturz suchte ich eine chirurgische Praxis auf. Ich schilderte meine Beschwerden. Konnte den linken Daumen nicht mehr richtig strecken. Es wurde eine Radiusfraktur im Röntgenbild
und CT festgestellt.

Bei weiteren Besuchen in der Praxis machen ich weiterhin auf mein Problem aufmerksam. Es wurde nie darauf eingegangen. Auch wurde der Daumen nie betrachtet oder untersucht. Nach 3,5 Monaten begab ich mich wieder in die Praxis und bestand vehement auf die Untersuchung des Daumens.

Wurde zum MRT geschickt und es wurde festgestellt dass die Daumensehne gerissen ist. Ich werde nächste Woche an der Sehne operiert. Es ist bekannt dass bei einer Radiusfraktur die Daumensehne reißen kann.

Als Arzt sollte man den Daumen untersuchen wenn der Pat. angibt dass er den Daumen nicht strecken kann. Halte dies für einen groben Fehler. Auch dass nie eine Untersuchung statt gefunden hat.

Gut gelaufen:

Es ist nichts gut gelaufen. Es kann nicht sein dass ein Arzt erst handelt, wenn der Pat. vehement und forsch auftritt und um eine Begutachtung bittet.

Schlecht gelaufen:

Keinerlei Untersuchung obwohl die Beschwerden bei mehreren Besuchen angesprochen wurden. Einige Ärzte waren auch unfreundlich und haben schnell das Zimmer verlassen, ohne sich den verletzten Daumen anzusehen.

Verbesserungsvorschläge:

Alles. Es ist dringend notwendig dass ein Arzt auf die Beschwerden eingeht.

Weitere Infos:

Es ist schlimm, dass man in einer Arztpraxis so behandelt wird.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn nach einem Sturz Beschwerden bestehen bleiben oder neu hinzukommen, ist das belastend – körperlich und emotional. Es kann vorkommen, dass einzelne Symptome bei einer Behandlung nicht vollständig erfasst werden, zum Beispiel weil der Fokus zunächst auf einem bereits bildgebend gesicherten Befund liegt – in diesem Fall einem gebrochenen Speichenknochen (Radiusfraktur).

Ein gerissenes Sehnengewebe am Daumen ist eine bekannte mögliche Folge einer solchen Fraktur. Eine Bewegungseinschränkung des Daumens kann auf diese Verletzung hinweisen. Dass mehrere Besuche vergehen können, bevor ein solcher Befund untersucht und erkannt wird, zeigt, wie wichtig es ist, anhaltende oder neue Beschwerden gezielt anzusprechen und im Zweifelsfall auch auf eine Untersuchung zu bestehen.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer nach einer Verletzung weiterhin Beschwerden hat, kann verschiedene Wege nutzen, um sicherzustellen, dass diese wahrgenommen werden.

  • Beschwerden lassen sich schriftlich festhalten – zum Beispiel in Form einer kurzen Notiz, die beim Arztbesuch übergeben wird. Das kann helfen, nichts Wichtiges zu vergessen, und signalisiert, dass das Anliegen ernst genommen werden möchte. Ein möglicher Einstieg: „Ich habe ein zusätzliches Anliegen, das ich aufgeschrieben habe – darf ich es Ihnen kurz zeigen?“
  • Es ist möglich, gezielt zu benennen, welche Bewegung nicht funktioniert – zum Beispiel: „Ich kann den Daumen seit dem Unfall nicht mehr durchstrecken.“ Eine konkrete Beschreibung erleichtert es dem medizinischen Personal, den Zusammenhang herzustellen.
  • Wenn ein Anliegen beim ersten Ansprechen nicht aufgegriffen wird, kann es bei jedem weiteren Besuch erneut benannt werden – gegebenenfalls auch mit dem Hinweis, dass es sich um ein bestehendes, bisher nicht untersuchtes Problem handelt.
  • Es ist möglich, eine Vertrauensperson mitzunehmen, die das Anliegen unterstützt und bei Bedarf ergänzt – besonders wenn man sich in einer Situation nicht ausreichend gehört fühlt.

Worauf Sie achten können

  • Neue oder anhaltende Beschwerden nach einer Verletzung verdienen eine eigene Aufmerksamkeit – auch wenn bereits ein anderer Befund im Mittelpunkt steht.
  • Es ist möglich, aktiv um eine körperliche Untersuchung einer bestimmten Stelle zu bitten, wenn diese bislang nicht erfolgt ist.
  • Bei dem Gefühl, mit einem Anliegen nicht gehört zu werden, ist ein Wechsel zu einer anderen Praxis oder eine zweite Meinung eine legitime und mögliche Option.
  • Wer sich nach einem Arztbesuch unsicher fühlt, ob alle Beschwerden ausreichend berücksichtigt wurden, kann die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kontaktieren – kostenlos und anonym unter 0800 011 77 22.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 70-79 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

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