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2026-217

Falsche Befundung zur Lage eines Cochlea Implantats (CI) im CT

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Fallbeschreibung:

Cochlea-Implantat: Fehllage im CT nicht erkannt

Nach einer Cochlea Implantation wird zur Kontrolle der korrekten Lage des Implantats im Innenohr standardmäßig ein Felsenbein-CT gemacht. In meinem Fall lagen mehrere Elektroden außerhalb der Cochlea. Diese fehlerhafte Lage wurde bei der radiologischen Befundung jedoch nicht erkannt. In der Folge wurde der Fehler erst vier Wochen später festgestellt als das CI funktionell aktiviert wurde. Die notwendige Revisions-OP konnte erst sieben Wochen nach der Implantation durchgeführt werden. Diese zweite OP war dadurch aufwändiger und langwieriger und die Nutzung des CI verzögerte sich um zwei Monate.

Gut gelaufen:

Die behandelnde HNO-Ärztin, die die CI-Implantation durchgeführt hatte, hat mir die Fehllage des Implantats im CT gezeigt und die Notwendigkeit der Revisions-OP erklärt.

Schlecht gelaufen:

Erst durch die Revisions-OP habe ich erfahren, dass bei der CI Implantation versehentlich zwei Bogengänge meines Gleichgewichtsorgans beschädigt wurden, was zu einem vollständigen und irreversiblen Verlust des Gleichgewichtsorgans führte. Die operierende HNO-Ärztin hatte zuvor nur verharmlosend vom „Touchieren des Gleichgewichtsorgans“ gesprochen, um meine massiven Gleichgewichtsstörung bei jeder Kopfbewegung zu erklären.

Verbesserungsvorschläge:

Ich hätte mir eine offene und ehrliche Aufklärung nach der Implantation gewünscht.

Weitere Infos:

Im Gespräch mit der operierenden HNO-Ärztin hat sie ihr Bedauern zum Ausdruck gebracht, dass es zum Defekt meines Gleichgewichtsorgans gekommen ist (dies sei ihr nach ca. 500 CI-Implantationen zum ersten Mal passiert) und dass sie mir dies nicht sofort mitgeteilt habe.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Operation, die das Hören verbessern soll, bringt ohnehin viel Ungewissheit mit sich – umso schwerer wiegt es, wenn nach dem Eingriff Fragen offenbleiben oder Informationen nicht vollständig weitergegeben werden. Der vorliegende Fall zeigt, wie zwei verschiedene Probleme zusammentreffen können: ein diagnostischer Fehler bei der Bildauswertung und eine unvollständige Kommunikation über eine eingetretene Komplikation.

Bei einer Cochlea-Implantation (kurz: CI – ein elektronisches Gerät, das im Innenohr eingesetzt wird und Schallsignale direkt an den Hörnerv weiterleitet) wird nach dem Eingriff üblicherweise ein CT des Felsenbeins gemacht. Dabei wird überprüft, ob alle Elektroden korrekt im Innenohr liegen. Im beschriebenen Fall wurde eine Fehllage mehrerer Elektroden bei der radiologischen Beurteilung dieses CT-Bildes nicht erkannt. Dies führte dazu, dass eine erneute Operation (eine sogenannte Revisions-OP) erst mit mehrwöchiger Verzögerung stattfand. Zusätzlich wurde der Patient erst im Nachgang der zweiten Operation darüber informiert, dass bei der Erstimplantation versehentlich Teile des Gleichgewichtsorgans beschädigt worden waren – mit dauerhaften Folgen für seine Gleichgewichtsfunktion.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer sich auf eine komplexe Operation wie eine CI-Implantation vorbereitet oder sich danach in einer unübersichtlichen Situation befindet, kann verschiedene Möglichkeiten nutzen, um aktiv informiert zu bleiben.

  • Nachfragen bei unklaren oder verharmlosend klingenden Erklärungen: Wenn eine Beschreibung von Beschwerden vage oder beruhigend wirkt, aber die eigenen Symptome gravierend sind, ist es möglich, konkret nachzuhaken. Eine Formulierung wie „Können Sie mir genau erklären, was mit meinem Gleichgewichtsorgan passiert ist – und ob die Beschwerden dauerhaft bleiben könnten?“ kann helfen, klarere Antworten zu erhalten.
  • Ergebnisse bildgebender Untersuchungen erfragen: Nach einem Kontroll-CT ist es möglich, den Befund in verständlicher Sprache erklärt zu bekommen – auch als Laie. Die Frage „Liegt alles so, wie es sein soll?“ ist ein legitimer Ausgangspunkt für ein solches Gespräch.
  • Eine Begleitperson zu Aufklärungsgesprächen mitbringen: Gerade nach Operationen, wenn man sich körperlich oder emotional belastet fühlt, kann eine zweite Person dabei helfen, Informationen aufzunehmen, Fragen zu formulieren und das Gespräch im Nachhinein zu rekonstruieren.
  • Eine zweite medizinische Meinung einholen: Bei anhaltenden Beschwerden nach einem Eingriff oder wenn das Gefühl besteht, nicht vollständig informiert zu sein, ist es jederzeit möglich, eine andere Fachärztin oder einen anderen Facharzt um eine unabhängige Einschätzung zu bitten. Dies ist ein anerkanntes Recht von Patient:innen.

Worauf Sie achten können

  • Wenn Beschwerden nach einer Operation ungewöhnlich stark oder anhaltend sind, ist es möglich, diese ausdrücklich und wiederholt anzusprechen – auch wenn bereits eine Erklärung gegeben wurde, die nicht zu den eigenen Wahrnehmungen passt.
  • Befunde aus CT- oder anderen bildgebenden Untersuchungen können auf eigenen Wunsch ausgehändigt oder in einer Zweitbefundung durch eine andere radiologische Praxis beurteilt werden.
  • Gesprächsinhalte mit dem medizinischen Team lassen sich kurz schriftlich festhalten – etwa in Form von Notizen nach dem Termin – um später nachvollziehen zu können, was gesagt wurde.
  • Wer das Gefühl hat, über eine Komplikation nicht vollständig informiert worden zu sein, kann die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kontaktieren. Diese berät kostenlos und vertraulich zu Rechten und nächsten Schritten.

Sie sind nicht allein

Erfahrungen wie diese zu verarbeiten – körperlich wie emotional – kann sehr belastend sein. Auf mehr-patientensicherheit.de finden Betroffene und Angehörige weitere Informationen sowie die Möglichkeit, eigene Erlebnisse anonym zu melden und damit zur Verbesserung der Versorgung beizutragen.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus
Geschlecht: männlich

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