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2024-1350

2x Covid Infektion bei älterem Patienten in Reha mit Folge mehrere Krankenhausaufenthalte

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Fallbeschreibung:

COVID-Infektion in der Reha: Risiken für ältere Patienten

Mein Vater ging zur Routineuntersuchung im Herbst 2022 ins KH, sollte 2 Tage dauern. Dort stürzte er u brach sich den Oberschenkel. Ein Gammanagel wurde gesetzt und er sollte ca. 7-10 Tage auf der chirurgischen Abteilung verbleiben, und danach in Akut-Geriatrie verlegt werden.

Verlegung erfolgte erst 4 Wochen später, da kein Bett zur Verfügung stand. Nach den 2 Wochen in die Reha verlegt. Diese wurde verlängert, da durch die lange Liegezeit erheblicher Muskelabbau festgestellt wurde.

Kurz vor Weihnachten infizierte er sich dort mit COVID und wurde wegen Luftnot in KH verlegt. Er erhielt Paxlovid und war nach 7 Tagen negativ, sodass er Reha fortsetzen konnte. Anfang 2023 dann in Reha erneute COVID Infektion. Die Ärztin meinte, er sei 4fach geimpft und hatte erst Corona, er wäre jetzt immun.

Abends kam der Anruf, dass man ihn ins Krankenhaus brachte, da er keine Luft mehr bekam. Dieses Mal ein Krankenhaus außerhalb unseres Landkreises, da nichts frei wäre. In diesem KH verbrachte er erneut 4 Wochen, bis er negativ getestet wurde. Keine Physiotherapie, kein Paxlovid.

Erneute 6 Wochen Reha, die nichts mehr brachte und er im Rollstuhl im Frühjahr 2023 entlassen wurde.

Gut gelaufen:

Gabe von Paxlovid nach der 1. Coronainfektion

Schlecht gelaufen:

Die lange Wartezeit nach dem chirurgischem Eingriff, bis Platz in AkutGeriatrie frei wurde. Ebenso Aussage der Ärztin, er wäre immun gegen Corona

Verbesserungsvorschläge:

Infektionsschutz in Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen. Mehr Physiotherapie, 1-2x die Woche für 30 Min waren zu wenig.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn ein älterer Mensch nach einem Krankenhausaufenthalt in die Rehabilitation wechselt, ist er in dieser Phase besonders verletzlich – körperlich geschwächt und auf die Unterstützung anderer angewiesen. Angehörige, die diesen Weg begleiten, erleben dabei oft eine Abfolge von Ereignissen, auf die sie keinen Einfluss haben, und trotzdem die Verantwortung spüren, für die richtige Versorgung ihrer Liebsten einzutreten.

In dem hier beschriebenen Fall folgte auf einen Oberschenkelbruch eine lange Wartezeit auf einen Platz in der Akutgeriatrie (einer Abteilung, die ältere Patient:innen nach schweren Erkrankungen oder Operationen spezialisiert betreut). Der dadurch entstandene Muskelabbau erschwerte die anschließende Rehabilitation erheblich. Hinzu kamen zwei COVID-19-Infektionen während der Reha, die jeweils weitere Krankenhausaufenthalte nach sich zogen. Dass in solchen Situationen Informationen über Immunität und Behandlungsoptionen nicht immer vollständig oder aktuell weitergegeben werden, ist eine bekannte Herausforderung – besonders wenn mehrere Einrichtungen beteiligt sind.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

Wenn jemand wie im beschriebenen Fall selbst nicht in der Lage ist, aktiv für seine Interessen einzutreten, können Angehörige eine wichtige Rolle übernehmen – sofern sie die Energie und die Möglichkeit dazu haben.

  • Angehörige können gezielt nach dem Rehabilitationsplan und dem Umfang der Physiotherapie fragen und diesen schriftlich dokumentieren lassen. Eine mögliche Formulierung: „Wie viele Einheiten Physiotherapie sind pro Woche vorgesehen, und reicht das für den aktuellen Zustand meines Vaters aus?“
  • Bei medizinischen Aussagen, die unklar wirken – etwa zur Immunität nach einer Infektion – ist es möglich, um eine schriftliche Erläuterung oder eine zweite ärztliche Einschätzung zu bitten. Informationen zu antiviralen Medikamenten wie Paxlovid (ein Mittel, das schwere COVID-19-Verläufe abmildern kann) können beim Sozialdienst der Einrichtung oder bei der Hausärztin bzw. dem Hausarzt erfragt werden.
  • Bei Verlegungen zwischen mehreren Einrichtungen kann es helfen, eine Aufstellung aller bisherigen Diagnosen, Medikamente und Behandlungen in einfacher Form dabei zu haben – zum Beispiel als Notfallkarte oder in einer kleinen Mappe. So gehen wichtige Informationen beim Wechsel zwischen Einrichtungen seltener verloren.
  • Wenn Angehörige das Gefühl haben, dass die Versorgung nicht ausreicht, ist es möglich, den Sozialdienst der Einrichtung einzuschalten oder die Krankenkasse um Unterstützung zu bitten – etwa bei der Suche nach einem besser geeigneten Reha-Platz.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Eine Vorsorgevollmacht und ein Patientenbrief (eine persönliche Zusammenfassung wichtiger Gesundheitsinformationen) können im Voraus erstellt werden, damit Angehörige im Ernstfall schnell handlungsfähig sind und medizinisches Personal alle relevanten Informationen kennt.
  • Es ist möglich, schon vor einem geplanten Eingriff zu erfragen, welche Anschlussversorgung (z. B. Akutgeriatrie oder Reha) für den Fall einer Komplikation vorgesehen ist – und wie lange Wartezeiten erfahrungsgemäß dauern.
  • Eine Liste aller Impfungen, Vorerkrankungen und Medikamente lässt sich als einfaches Dokument anlegen und bei jedem Einrichtungswechsel mitgeben – das erleichtert die Übergabe zwischen Behandlungsteams erheblich.
  • Der Infektionsschutz in Reha-Einrichtungen lässt sich bei der Aufnahme ansprechen: Welche Maßnahmen gibt es? Wie wird mit Ausbrüchen umgegangen? Solche Fragen sind berechtigt und helfen, ein realistisches Bild der Einrichtung zu bekommen.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie als Angehörige unsicher sind, wie Sie in einer solchen Situation vorgehen können, bietet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlose und neutrale Beratung an – auch zu Fragen der Rehabilitation und der Patientenrechte. Auf mehr-patientensicherheit.de finden Sie weitere Informationen und die Möglichkeit, eigene Erfahrungen anonym zu teilen, damit andere davon profitieren können.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: keine Angabe
Alter: 80+ Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, stationär, Krankenhaus, Rehaeinrichtung
Geschlecht: männlich

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