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2024-1571

Fehlende Kommunikation bei E-Rezept Anwendung antibiotische Augentropfen Katarakt-OP

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Fallbeschreibung:

E-Rezept-Kommunikation: Augentropfen vor Katarakt-OP

Im Vorfeld einer ambulanten Katarakt-OP ist es üblich, 3 Tage lang antibiotische Augentropfen zu verabreichen, um Folgeinfektionen durch den Eingriff zu minimieren.

In der Augenarztpraxis wurde lediglich ein Merkblatt ausgehändigt, in dem aufgeführt war, dass „die verordneten Tropfen 3 Tage lang getropft werden sollen“.

Seitens der überweisenden Augenärztin waren im Vorfeld befeuchtende Augentropfen (Hylo Vision) verordnet worden. Der Patient verstand also, dass diese 3 Tage vorher getropft werden sollten.

Die Patientensicherheit wurde dadurch gefährdet, dass in der operierenden Augenarztpraxis nicht durch klare Kommunikation sichergestellt wurde, dass die antibiotischen Augentropfen angewendet wurden.
Bedingt durch das E-Rezept wurde zwar die Verordnung darüber (Isopto Max) ausgestellt, dies aber dem Patienten nicht mitgeteilt, sodass dieser nicht wusste, ein weiteres Medikament abholen zu müssen.

Die Infektion des Auges im Nachgang der OP konnte knapp abgewendet werden.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Schlechte Kommunikation bezüglich der Anwendung des spezifischen Arzneimittels

Verbesserungsvorschläge:

E-Rezept für ältere Menschen sehr mit Gefahren verbunden. Für ältere Menschen müsste zur Erinnerung zusätzlich stets ein Medikationsplan mitgegeben werden.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Rund um eine Operation erhalten Patient:innen oft viele Informationen auf einmal – das kann schnell unübersichtlich werden. In diesem Fall kam es zu einem Missverständnis darüber, welche Augentropfen vor dem Eingriff anzuwenden waren, weil das neu verordnete Medikament zwar elektronisch ausgestellt, aber nicht persönlich angesprochen wurde.

Bei einer Katarakt-Operation (Grauer-Star-Operation) werden häufig antibiotische Augentropfen im Vorfeld verschrieben, um das Infektionsrisiko zu senken. Wenn gleichzeitig bereits andere Augentropfen in Verwendung sind, kann es ohne ein klares Gespräch unklar bleiben, welches Präparat gemeint ist. Das E-Rezept – also ein elektronisch ausgestelltes Rezept, das in der Apotheke digital abgerufen wird – kann dabei eine zusätzliche Hürde darstellen, weil kein Papierrezept als sichtbare Erinnerung in der Hand bleibt.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Vor einem geplanten Eingriff ist es möglich, gezielt nachzufragen – auch dann, wenn bereits ein Merkblatt vorliegt.

  • Bei der Übergabe eines Merkblatts ist es möglich, direkt nachzufragen: „Welche Tropfen genau sind gemeint – und muss ich dafür noch etwas in der Apotheke abholen?“ Diese Frage kann Missverständnisse früh klären.
  • Wenn mehrere Augentropfen in Verwendung sind, kann eine kurze Rückfrage helfen: „Ich verwende bereits Tropfen von meiner anderen Ärztin – sind das dieselben, die Sie meinen, oder gibt es ein zusätzliches Mittel?“
  • Angehörige oder Begleitpersonen können beim Arztgespräch dabei sein und helfen, Informationen zu notieren oder nachzufragen – gerade bei komplexeren Behandlungsabläufen.
  • Es ist möglich, die Praxis vor dem Eingriff noch einmal anzurufen, wenn Unsicherheit besteht: „Ich möchte sichergehen, dass ich die richtigen Tropfen rechtzeitig besorgt habe – können Sie das kurz prüfen?“

Worauf Sie achten können

  • Ist klar, welches Medikament gemeint ist – mit vollständigem Namen, nicht nur als allgemeine Bezeichnung wie „die verordneten Tropfen“?
  • Ist bekannt, ob ein E-Rezept ausgestellt wurde, das noch in der Apotheke abgerufen werden muss – und in welcher Apotheke?
  • Liegt ein aktueller Medikationsplan vor, der alle aktuell verwendeten und neu verordneten Mittel aufführt?
  • Ist die Anwendung zeitlich klar geregelt – also ab wann, wie oft täglich und wie viele Tage lang?

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 80+ Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

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