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2024-998

Fehlende Infektionsprophylaxe durch vorbeugende Pflege der Abflüsse des Patientenwaschbecken

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Fallbeschreibung:

Keimgefahr am Waschbecken: Biofilme in Krankenhäusern

Ich befasse mich lt. Infektionsschutzabteilung eines Ministeriums wissenschaftlich mit dem Thema: Nachhaltige Infektionsprophylaxe“ durch vorbeugende Pflege der Abflüsse / Siphons von Patientenwaschbecken. Ich war Patient in einer Klinik und konnte in meinem zufällig zugeteilten Zimmer im Bad Fotos und Videoclip des nur noch mit Blubbern abfließenden Wassers machen. Ursache sind die bekannten aber geduldeten Biofilme als idealer Nährboden für pathogene Keime ( Pseudomonas aeruginosa), die in eine Aersolwolke austreten, in der Patienten ihre Mund- und Zahnhygiene ungeschützt verrichten.

Von dem zuständigen Landesgesundheitsministerium wird ein Pilotprojekt strikt abgelehnt, mit dem die Kosten für die Prophylaxe ermittelt werden soll.

Fazit: Weil man Kosten befürchtet, wird nichts getan und es erkranken und sterben unnötig Menschen.

Gut gelaufen:

Ich habe inzwischen viele ideelle Unterstützer und interessierte Professoren:innen , die aber keine eigenen Budgets haben.

Schlecht gelaufen:

Die Zuständigen in Politik und den Einrichtungen verweigern Gespräche. Die einen weil es dazu noch keine Vorschrift in den jeweiligen Infektionschutzrichtlinien gibt, die anderen, die diese nachbessern sollten, verweigern jegliche Gespräche. Und die Krinko in Kenntnis der Missstände hat nur für Neubauten eine bauliche Empfehlung herausgegeben.

Verbesserungsvorschläge:

Die Verantwortlichen sollten Ihre Ablehnung aufgeben und zu einem Gespräch bereit sein.

Weitere Infos:

Ich habe ein umfangreiches Archiv mit belastbaren Fakten.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Krankenhausinfektionen durch antibiotikaresistente Keime – also Bakterien, gegen die viele Antibiotika nicht mehr wirken – sind eine ernste Gefahr für Patient:innen. Weniger bekannt ist, dass Abflüsse und Siphons (die gebogenen Rohrstücke unter Waschbecken, die den Geruchsverschluss bilden) sogenannte Biofilme entwickeln können – Ablagerungen aus Mikroorganismen, die als Brutstätte für gefährliche Keime wie Pseudomonas aeruginosa dienen. Beim Ablaufen von Wasser können sich diese Keime in feinen Tröpfchen, sogenannten Aerosolen, in der Raumluft verteilen – in genau dem Bereich, in dem Patient:innen täglich Zahn- und Mundpflege betreiben.

In einer Situation wie dieser gab es für die betroffene Person keinen realistischen Spielraum, das hygienische Risiko im Zimmer selbst zu beheben – das ist wichtig anzuerkennen. Die Verantwortung für die Sauberkeit und Infektionssicherheit von Sanitäranlagen liegt bei der Einrichtung, nicht bei den Patient:innen.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

  • Wenn das Wasser im Waschbecken eines Krankenzimmers nur noch langsam oder mit Geräuschen abfließt, ist es möglich, das Pflegepersonal oder die Stationsleitung darauf hinzuweisen – zum Beispiel: „Das Wasser im Waschbecken fließt kaum noch ab – können Sie das bitte prüfen lassen?“
  • Für die Zahn- und Mundpflege im Krankenhaus kann es eine Option sein, abgepacktes Mineralwasser oder eine separate Wasserflasche zu nutzen, um den direkten Kontakt mit dem Wasserstrahl aus dem Hahn zu reduzieren – insbesondere bei bekannt geschwächtem Immunsystem.
  • Angehörige können die Patientenaufnahme oder das Qualitätsmanagement der Klinik ansprechen, wenn Hinweise auf Hygienemängel bestehen – viele Kliniken haben dafür eigene Ansprechpersonen oder Beschwerdewege.
  • Wer beobachtet, dass auf Hinweise zu Hygieneauffälligkeiten nicht reagiert wird, kann sich an die zuständige Heimaufsicht oder das Gesundheitsamt wenden.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Vor oder bei Aufnahme ins Krankenhaus ist es möglich, nach dem Hygienekonzept der Einrichtung zu fragen – seriöse Häuser geben hierüber Auskunft.
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem – etwa nach Chemotherapie oder bei chronischen Erkrankungen – können ihren behandelnden Arzt oder ihre Ärztin bitten, auf besondere Hygienemaßnahmen während des Krankenhausaufenthalts hinzuweisen.
  • Eine Notfallkarte oder ein Begleitdokument mit wichtigen Gesundheitsinformationen kann helfen, dass alle Beteiligten im Krankenhaus schnell einen Überblick über individuelle Risikofaktoren erhalten.
  • Beobachtungen zu Hygieneauffälligkeiten lassen sich – wie in diesem Fall – dokumentieren und über das Meldeportal mehr-patientensicherheit.de einreichen, damit sie zur Verbesserung der Versorgung beitragen können.

Sie sind nicht allein

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenfreie und unabhängige Beratung bei Fragen rund um Patientenrechte und Hygienemängel im Krankenhaus an. Weitere Informationen und Möglichkeiten zur Fallmeldung finden Sie auf mehr-patientensicherheit.de.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 70-79 Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Krankenhaus
Geschlecht: männlich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,

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