2025-188
Hausarzt informiert seine Patientin nicht über Krebsdiagnose aus dem Entlassbrief
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Bei einer Patientin wird nach Krankenhausaufenthalt mit Eintreffen der Laborergebnisse Krebs (bösartige Erkrankung) festgestellt. Die Klinik sendet einen Arztbrief mit den Empfehlungen ihrer Tumorkonferenz an den Hausarzt: Palliative Therapie und Vorstellung im Melanomzentrum.
Der Hausarzt liest den Brief und legt ihn ab. Eine Information an seine Patientin erfolgt nicht.
Er erklärt sich später für nicht zuständig, es sei Aufgabe der Klinik, das Nötige zu veranlassen. Knapp 5 Monate blieb die Patientin ahnungslos, bis sie als Notfall in eine andere Klinik kommt und der Grad ihrer Krankheit mit einem hohen Krebsstadium bewertet wird. Etwa 10 Monate bleibt nichts unversucht, aber zu spät, sie stirbt qualvoll in palliativer Betreuung.
Der Verlust eines nahestehenden Menschen ist eine außerordentlich schwere Erfahrung – umso mehr, wenn der Eindruck entsteht, dass wichtige Zeit verloren gegangen ist. Dieser Fall zeigt, wie kritisch die Weitergabe von Informationen zwischen verschiedenen Stellen im Gesundheitssystem sein kann: Eine Klinik hatte eine schwerwiegende Diagnose gestellt und den weiterbehandelnden Hausarzt schriftlich informiert – doch die Patientin selbst erfuhr davon über viele Monate nichts.
In einer solchen Situation – als Patient:in, die nicht weiß, was in einem Arztbrief steht – gibt es für Betroffene keinen realistischen Spielraum zum Eingreifen. Das ist wichtig anzuerkennen: Wer nicht informiert wird, kann nicht handeln. Die Verantwortung für die Weitergabe lebensrelevanter Befunde liegt beim medizinischen Fachpersonal.
Gerade nach einem Krankenhausaufenthalt gibt es einige Möglichkeiten, wie nahestehende Menschen aktiv dazu beitragen können, dass wichtige Informationen nicht verloren gehen:
Wenn Sie als Angehörige oder Angehöriger den Eindruck haben, dass in der Versorgung eines nahestehenden Menschen etwas schiefgelaufen ist, können Sie sich an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden – kostenlos und unabhängig unter 0800 011 77 22. Eigene Erfahrungen lassen sich außerdem auf mehr-patientensicherheit.de anonym melden und tragen dazu bei, dass andere von ähnlichen Situationen möglichst verschont bleiben.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
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Die Betriebskrankenkassen:
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