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2026-130

Keine Anamnese, Wartezeit je 6 Monate bei 2 Terminen

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Fallbeschreibung:

Kardiologie: Fehlende Anamnese und lange Wartezeiten

Ersttermin beim Kardiologen: mußte 6 Monate warten. Arzt war unkonzentriert, machte eine (!)Untersuchung , die auf der Überweisung stand. Es fand keine Gespräch, keine Anamnese statt. Für weitere Untersuchungen (Fragestellung Herzinsuffizienz) erhielt ich einen neuen Termin, wieder in 6 Monaten.

Gut gelaufen:

Freundliche Begrüßung des Arztes. Das war der ganze Kontakt.

Schlecht gelaufen:

Kein Gespräch. Keine Frage nach Symptomen, akuten Problem. Dringlichkeit kann er nicht einschätzen. Medikament verordnet, ohne Alternative anzubieten und ohne Kenntnis des Patienten. Die Überweisung ist natürlich für den 2. Termin ungültig; muß erneut ausgestellt werden. Laut doctolib sind für Privatpatienten jeden Monat freie Termine zur Verfügung; für Kassenpatienten natürlich nicht.

Verbesserungsvorschläge:

Nichts ! Das ist Medizin im Kapitalismus. Der Kassenpatient ist arm, weil Kassenversichert und daher nachrangig zu behandeln. Ich habe als rechtliche Betreuerin viele Arztgespräche gehabt, in Praxen und in Krankenhäusern. In der Ausbildung im Krankenhaus wird Ärzten die Patientenorientierung und -zugewandtheit regelrecht verboten. Z.B. Wer einem Schlaganfallpatienten noch am Krankenbett Physiotherapie verordnet, weckt nur das Anspruchsdenken. So gehört bei einer Visite! ❗️ANREGUNG: Auf die Überweisung muss eine Frage geschrieben werden, z.B. Klärung XY, nicht nur ein Stichwort. Der Facharzt muss gezwungen werden nachzudenken statt Apparatemedizin zu betreiben❗️

Weitere Infos:

Der Kontakt zum Arzt ist telefonisch nicht mehr möglich. Man erreicht nur die Damen am Empfang. So kann der Arzt auch nicht mehr selbst entscheiden. Dass Patienten oder Angehörige auch mal laut werden oder aggressiv reagieren ist nicht verwunderlich. Die DAK hat einen Terminvermittlungsservice. Den habe ich getestet: erfolglos. Sie übernehmen das telefonieren anstelle des Patienten und machen die Erfahrung, die der Patient auch machen würde.😆

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Überweisung zum Facharzt – gerade bei einer möglichen Herzerkrankung – ist für viele Menschen bereits mit Sorge verbunden. Wenn dann nach langer Wartezeit das Gespräch ausbleibt und wichtige Fragen unbeantwortet bleiben, kann das verunsichernd und belastend sein. Situationen wie diese, in denen eine Anamnese (das ausführliche Erstgespräch über Beschwerden, Vorerkrankungen und Medikamente) nicht stattfindet, kommen vor – und sie können dazu führen, dass die Dringlichkeit einer Erkrankung schwer einzuschätzen ist und sich die weitere Versorgung verzögert.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer sich auf einen Facharzttermin vorbereitet, kann aktiv dazu beitragen, dass wichtige Informationen nicht verloren gehen – auch wenn das Gespräch knapp ausfällt.

  • Es ist möglich, die eigenen Beschwerden, Symptome und Fragen vor dem Termin schriftlich festzuhalten und dem Arzt oder der Ärztin direkt zu Beginn zu übergeben. So sind relevante Informationen dokumentiert, auch wenn das Gespräch kurz ist.
  • Auf der Überweisung kann die zuweisende Praxis eine konkrete Fragestellung vermerken – zum Beispiel: „Bitte klären: Herzinsuffizienz? Belastungsdyspnoe seit drei Monaten, bisher ohne Befund.“ Das kann dem Facharzt helfen, den Auftrag gezielter einzuordnen.
  • Wenn ein Medikament verordnet wird, ohne dass Rückfragen möglich waren, ist es möglich, im Anschluss die eigene Hausärztin oder den Hausarzt zu kontaktieren und gemeinsam zu besprechen, ob das Mittel zur persönlichen Situation passt.
  • Wer den Eindruck hat, dass die Dringlichkeit seiner Beschwerden nicht ausreichend berücksichtigt wurde, kann dies gegenüber der Praxis oder der Krankenkasse ansprechen – zum Beispiel mit der Bitte um eine Einschätzung, ob eine frühere Untersuchung medizinisch sinnvoll wäre.

Worauf Sie achten können

  • Krankenkassen sind gesetzlich verpflichtet, bei der Vermittlung von Facharztterminen zu helfen – der Anspruch auf einen Termin beim Facharzt innerhalb von vier Wochen ist gesetzlich verankert. Es ist möglich, die Krankenkasse oder die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung (Tel. 116 117) gezielt darauf anzusprechen.
  • Wenn eine neue Überweisung notwendig wird, weil ein Folgetermin erst nach dem Quartalswechsel stattfindet, ist es möglich, dies frühzeitig bei der Hausarztpraxis anzufragen, um Verzögerungen zu vermeiden.
  • Es kann hilfreich sein, alle Termine, Befunde und verordneten Medikamente in einem persönlichen Gesundheitstagebuch oder der elektronischen Patientenakte (ePA) festzuhalten – so behalten Betroffene selbst den Überblick.
  • Wenn das direkte Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin nicht möglich ist, kann eine schriftliche Anfrage über die Praxis – etwa per Brief oder E-Mail – ein Weg sein, Fragen zu stellen und eine dokumentierte Antwort zu erhalten.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 70-79 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

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