Icon Mehr-Patientensicherheit
2025-192

Nicht ernst genommen: Thrombose ignoriert und Weiterbehandlung abgelehnt

Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular

Fallbeschreibung:

Thrombose verkannt: Verzögerte Diagnose und abgelehnte Behandlung

Ich bin nun ein Jahr bei meinem Hausarzt in Behandlung auf Grund von Thrombose. Meine Wade war extrem angeschwollen und ich hatte sehr starke Schmerzen, weshalb ich den Hausarzt aufsuchte (Freitags), dieser hat sich mein linkes Bein angeschaut und war Ratlos. Er hatte sich einen Kollegen dazu gerufen und beide meinten es sieht nicht nach einer Thrombose aus, ich soll mein Fuß hochlegen und nicht belasten war die Aussage. Am nächsten Tag hatte ich immer mehr Schmerzen, weshalb ich am Folgetag (Samstag) ins Krankenhaus gegangen bin. Nach einer Blutabnahme war mein D-Dimere werte sehr hoch, im Krankenhaus wurde nach einer langen Wartezeit ein Ultraschall gemacht aber nichts gefunden.

Montags bin ich erneut zum MVZ gegangen, diese haben ernuet eine Blutabnahme gemacht und das Ergebniss war auch ein erhöhter D-Dimere. Anschließend wurde ein Ultraschall gemacht und eine Thrombose war sichtbar. Mir wurde Xarelto verschrieben und immer wieder nur gesagt (nach mehreren Terminen) ich soll durchhalten.

Als dann der behandelte Arzt im Urlaub war und ich zu einem Kollege (selbe Praxis) gehen musste, lautete die Aussage von Ihm es wäre ja keine Thrombose festgestellt worden, was aber von seinem Kollegen in der selben Praxis festgestellt wurde und in der Patientenakte einsehbar ist. Wann ich denn endlich wieder Arbeiten gehe wurde ich gefragt. Auf meine Antwort,“ Wenn ich keine Schmerzen mehr habe.“, rollte er mit den Augen und gab mir widerwillig die AU.

Als der behandelte Arzt aus seinem Urlaub zurück war hatte ich dies bei ihm angesprochen, was sein Kollege für eine Aussage ausgesprochen hatte. Er hatte mir und meinem Partner die Bilder vom Ultraschall gezeigt und meinte man sieht hier eindeutig die Thrombose.

Als paar Wochen vergangen sind hatte ich nur Termine um meine Folgekrankmeldungen abzuholen und immer wieder das selbe gesagt bekommen, „Durchhalten und bei Bedarf Schmerzmittel nehmen!“ Da mein linker Fuß noch nicht besser wurde hat der Arzt gemeint das kann mehrere Monate andauern und hat mir dann Lymphdrainage verschrieben und meinte wieder durchhalten und das ich von einem Phlebologe mit drauf schauen lassen soll. Ich habe gleich ein Termin ausgemacht. Nachdem Termin beim Phlebologen war ich anschließend wieder bei meinem behandelten Hausarzt, wo der Bericht besprochen wurde und man erkannte, dass noch Reste von der Thrombose zu sehen waren. Ab da wurde der Hausarzt seltsam und abneigend.

Er meinte es wäre nun ein biomechanisches Problem und eine Nachwirkung der Thrombose. Ich habe von meinem behandelten Hausarzt dann weiterhin nur Krankmeldungen bekommen und plötzlich sollte ich auch zu einer Ernährungsberatung. Er empfahl seinen Kollegen, im selben Haus, einen Ernährungsplan zu erstellen und einen Termin zu vereinbaren. Dieser stellt sich quasi als “ Weight Watchers“ Kurs heraus. Nach weiteren vergangenen Monaten mit Folgekrankmeldungen und sehr kurze Gesprächen (ca. 5 Minuten), hatte ich diesmal im rechten Bein die selben Probleme wie im linken Bein. Ich hatte spontan einen Termin gemacht, Freitags kurz vor Feierabend.

Mein behandelter Hausarzt ließ eine Blutentnahme durchführen, um die D-Dimere Werte zu Überprüfen. Es stellte sich heraus, dass die Werte enorm erhöht waren, er aber kurz vor Feierabend keinen Ultraschall mehr durchführen könnte. Er gab mir drei Thrombosespritzen mit und am Montag bekam ich ein Ultraschall am rechten Bein gemacht. Er meinte die Beschwerden vom Linken wären praktisch zum rechten Bein gewandert und er würde da keine Thrombose sehen nur ein Entzündeter Wadenmuskel. Ich soll mein Fuß hochlegen und kühlen, war die Aussage und das es ein Fall für einen Orthopäden wäre. Nach dem Termin beim Ortophäden habe ich den Bericht dort abgegeben aber keine weiteren Gespräche bei meinem behandelten Hausarzt bekommen. Mein rechtes Bein wurde immer schlimmer, also habe ich telefonisch bei meinem Hausarzt einen Termin gebucht. Kurz darauf (max. 5 Minuten) wurde mir per Telefon, der Termin wieder abgesagt, Begründung: “ Ich seie Austherapiert und man könne ohne Facharzt-Diagnose nicht weiter behandeln und da es sich um das rechte Bein handelte, sie sowieso nichts hätten machen können.

Als ich dann wegen meiner Schmerzen, die kaum auszuhalten waren und ich ohne Krücken nicht laufen konnte, einen anderen Arzt (andere Praxis) aufsuchte. Dieser hat sofort die Thrombose im rechten Bein festgestellt und mir Xarelto verschrieben, um nicht an einer Lungenembolie zu sterben. Ein paar Tage später hat mich die selbe Dame, die mir unfreundlich mitgeteilt hatte, dass ich keinen Termin mehr bekomme ,wieder angerufen und meinte der Hausarzt hat mir eine Überweisung fertig gemacht zum Phlebologen. Daraufhin habe ich einen Termin ausgemacht und jetzt ist es so, dass ich meine AU nur noch bis zu diesem Termin erhalte, der behandelte Hausarzt möchte mit der Problematik nichts mehr zu tun haben, dies sei nun Sache des Phlebologen.

Gut gelaufen:

Nichts, außer die viel zu kurz verordnete Lymphdrainage.

Schlecht gelaufen:

– Falsche oder fehlende Behandlung – Terminabweisungen – Behandlungsuntersagung – Fehldiagnose – Dauerhaftes falsches Ausstellen von Rezepten – Unprofessionelles Verhalten der Mitarbeiter und Arzte – Falsche Medikamentisierung – Unterschlagung offizieller Berichte – Dauerhaftes erpichen einer Reha – Ständige fokusierung auf das Gewicht aber keine Alternativen bereitstellen – Sehr unhöfliches und nicht hilfsbereites Empfangspersonal

Verbesserungsvorschläge:

MVZ´s sollten komplett verboten werden, Ärzte sollten nicht mit Finanzierung und Sponsoring der Unternehmen eine Praxis leiten dürfen. Die Behandlungen sind unzureichend, es ist eher eine Abfertigung von Patienten ohne das sowohl Symtom- als auch Ursachenbekämpfung ordentlich durchgeführt werden können. Es ist eine reiner Prozess um Profit zu erwirtschaften und die Patienten werden zurück gelassen.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Thrombose – das ist ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäß – kann mit starken Schmerzen und Schwellungen verbunden sein und erfordert eine zügige Diagnose und Behandlung. Wenn Betroffene das Gefühl haben, mit ihren Beschwerden nicht gehört zu werden oder wichtige Befunde nicht ausreichend in die Behandlung einfließen, kann das eine sehr belastende Erfahrung sein.

Solche Situationen entstehen aus einem Zusammenspiel vieler Faktoren: Diagnosen können schwierig sein, Befunde sind nicht immer eindeutig, und in Praxen mit mehreren Ärztinnen und Ärzten können Informationen zwischen den Beteiligten verloren gehen. Für Patientinnen und Patienten ist es in einer solchen Lage besonders schwer, den Überblick zu behalten – und gleichzeitig für die eigenen Bedürfnisse einzustehen.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer den Eindruck hat, dass Befunde nicht vollständig berücksichtigt werden oder eine Behandlung nicht weitergeführt wird, hat verschiedene Möglichkeiten, aktiv zu werden.

  • Akteneinsicht beantragen: Als Patient:in ist es jederzeit möglich, Einsicht in die eigene Patientenakte zu beantragen. Das gibt einen Überblick über alle dokumentierten Befunde – und hilft dabei, das Gespräch mit Ärztinnen und Ärzten gezielter zu führen. Eine Formulierung könnte sein: „Ich möchte gerne meine Befunde einsehen – können Sie mir eine Kopie aushändigen oder digital zugänglich machen?“
  • Wichtige Befunde selbst aufbewahren: Es ist möglich, Arztbriefe, Laborbefunde und Ultraschallberichte in einer eigenen Mappe zu sammeln. So lassen sich alle relevanten Informationen bei jedem neuen Termin vorlegen – auch wenn ein Praxiswechsel stattfindet.
  • Eine zweite Meinung einholen: Bei anhaltenden oder sich verschlechternden Beschwerden ist es jederzeit möglich, eine andere Praxis oder eine Facharztpraxis – zum Beispiel eine phlebologische Praxis, also eine Praxis für Venenerkrankungen – aufzusuchen. Eine zweite ärztliche Einschätzung ist ein normales und legitimes Mittel der medizinischen Versorgung.
  • Eine Begleitperson mitnehmen: Insbesondere bei belastenden Gesprächen kann es hilfreich sein, eine Vertrauensperson zum Termin mitzubringen. Diese Person kann Informationen mitnotieren, Rückfragen stellen und nach dem Gespräch beim Erinnern des Gesagten unterstützen.

Worauf Sie achten können

  • Erhöhte D-Dimer-Werte – das sind Laborwerte, die auf Gerinnungsprozesse im Blut hinweisen – in Kombination mit Schwellung und Schmerz in einem Bein sind Zeichen, die weiter abgeklärt werden können, zum Beispiel durch eine Ultraschalluntersuchung der Venen.
  • Wenn neue oder stärker werdende Beschwerden auftreten – insbesondere plötzliche Atemnot, Brustschmerzen oder Herzrasen –, ist es wichtig, sofort den Notruf (112) zu verständigen. Diese Zeichen können auf eine Lungenembolie hinweisen, die ein medizinischer Notfall ist.
  • Es ist möglich, Behandlungsablehnungen oder als unangemessen empfundene Aussagen schriftlich festzuhalten – mit Datum und, wenn möglich, genauen Formulierungen. Das kann helfen, wenn später eine Beratung oder Beschwerde in Betracht gezogen wird.
  • Bei Unklarheiten über den weiteren Behandlungsweg ist eine Beratung durch die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlos und anonym möglich – erreichbar unter 0800 011 77 22 (gebührenfrei).

Sie sind nicht allein

Wenn Sie eine ähnliche Erfahrung gemacht haben oder Unterstützung suchen, bietet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlose und unabhängige Beratung an – auch zu Fragen rund um Behandlungsverläufe und Patientenrechte. Auf mehr-patientensicherheit.de ist es außerdem möglich, eigene Erfahrungen anonym zu berichten und so dazu beizutragen, dass ähnliche Situationen in Zukunft erkannt und vermieden werden können.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 19-29 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ)
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

Icon Pfeil nach unten

Wählen Sie eines der anderen Themen

Wählen Sie das Thema aus, das zu Ihrem Fall am besten passt oder über welches Sie weitere Informationen und berteits veröffentlichte Fälle lesen möchten. Alternativ können Sie Ihren Fall auch direkt über das Meldeformular berichten.
Ersatzkassen des vdek

Die Betriebskrankenkassen:

Ihre Meinung hilft uns!
Bitte helfen Sie mit das Portal weiter zu verbessern, damit unsere Maßnahmen zur Verbesserung der Patientensicherheit noch mehr Menschen erreichen.

Wie gefällt Ihnen unser Portal insgesamt?

Wie gefällt Ihnen unser Portal insgesamt?

Zurücksetzen

Haben Sie auf unserem Portal hilfreiche Informationen zur Patientensicherheit gefunden?

Haben Sie auf unserem Portal hilfreiche Informationen zur Patientensicherheit gefunden?

Zurücksetzen

Was gefällt Ihnen an unserem Portal besonders gut?

Was gefällt Ihnen an unserem Portal besonders gut?

Zurücksetzen

Was gefällt Ihnen an unserem Portal nicht so gut? Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie?

Was gefällt Ihnen an unserem Portal nicht so gut? Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie?

Zurücksetzen
Ihre Meinung 2/2

Wie sind Sie auf unsere Website aufmerksam geworden?

Wie sind Sie auf unsere Website aufmerksam geworden?

Zurücksetzen

Welche Themen haben Sie auf unserer Website interessiert?

Welche Themen haben Sie auf unserer Website interessiert?

Zurücksetzen

Wichtige Mitteilung:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,

Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.

Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team