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2024-043

Schwere Infektion durch falschen Verbandswechsel

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Fallbeschreibung:

Wundinfektion nach OP: Verbandswechsel ohne Desinfektion

Nach einer OP an der Wirbelsäule hat die Visite regelmässig den Heilungsprozess begutachtet. Der Wundverband wurde von einem Arzt entfernt, um die Wunde beurteilen zu können. Darauf hin, hat die diensthabende Pflegeperson lediglich einen neuen Verband aufgelegt, ohne die Wunde zu desinfizieren.

Auf meine Nachfrage sagte sie, es wäre nicht nötig. Die Wunde hat sich schwer infiziert und musste 3 x ausgeschabt werden. Dies verbunden mit sehr starken Schmerzen, Medikamenten u.a. Cortison intravenös…Zeit sparen wollen und erheblichen Aufwand generiert. Vom Vertrauensverlust ganz zu schweigen.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Ein Eingeständnis des Fehlers wäre das mindeste gewesen. Aber logisch, kommen dann ja noch mehr Kosten wegen Klagen hinzu.

Verbesserungsvorschläge:

Zeit nehmen! Wäre nach 3-4 Tagen aus dem Krankenhaus raus gewesen. So waren es eben 3 Wochen.

Weitere Infos:

Hätte mir hier psysische Betreuung gewünscht. Nach einer Wirbelsäulenfraktur ist es eh schon nicht lustig, wenn so was aber noch hinzu kommt, zieht das richtig runter. Aber da hätte man sich ja einen Fehler eingestehen müssen. Das ganze ist fast 20 Jahre her und ich trage das immer noch mit mir rum. Bis heute habe ich Schmerzen im Bereich der damaligen Infektion.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Operation und die anschließende Genesung sind körperlich und seelisch belastend – und das Vertrauen in das Behandlungsteam spielt dabei eine große Rolle. Wenn im Verlauf der Wundversorgung etwas nicht wie vorgesehen abläuft, kann das im schlimmsten Fall zu einer ernsthaften Infektion führen, die den Heilungsprozess erheblich verlängert und mit zusätzlichen Schmerzen und Behandlungen verbunden ist.

Wundinfektionen nach Operationen können unterschiedliche Ursachen haben. Eine davon ist, dass beim Verbandswechsel – also dem Wechsel des Wundverbandes – Schritte wie die Desinfektion der Wunde ausgelassen werden. Solche Abläufe sind in der Medizin klar definiert, können aber in hektischen Situationen unter Druck geraten.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer eine Operation hinter sich hat und Fragen zur eigenen Wundversorgung stellt, handelt informiert und vorausschauend – das ist möglich und kann sinnvoll sein.

  • Nachfragen ist erlaubt. Wer unsicher ist, ob ein Schritt bei der Wundversorgung korrekt abgelaufen ist, kann direkt ansprechen, was beobachtet wurde – zum Beispiel: „Ich habe bemerkt, dass die Wunde diesmal nicht desinfiziert wurde – ist das in meinem Fall so vorgesehen?“
  • Veränderungen an der Wunde frühzeitig ansprechen. Rötungen, Schwellungen, Wärme, Eiter oder ungewöhnliche Schmerzen an der Operationswunde können erste Zeichen einer Infektion sein. Es ist möglich, das Pflegepersonal oder den ärztlichen Dienst darauf aufmerksam zu machen – auch wenn man sich dabei unsicher fühlt.
  • Eine Begleitperson einbeziehen. Gerade nach einer belastenden Operation, wenn man sich körperlich oder emotional geschwächt fühlt, kann eine vertraute Person helfen, Beobachtungen zu benennen oder Rückfragen zu stellen.
  • Psychische Belastung ansprechen. Komplikationen nach einer Operation können seelisch sehr belasten. Es ist möglich, im Krankenhaus nach psychologischer Unterstützung zu fragen – zum Beispiel: „Gibt es hier jemanden, mit dem ich über das sprechen kann, was gerade passiert?“

Worauf Sie achten können

  • Beim Verbandswechsel wird in der Regel die Wunde vor dem Anlegen eines neuen Verbandes gereinigt oder desinfiziert – bleibt dieser Schritt aus, kann eine Nachfrage sinnvoll sein.
  • Zeichen einer Wundinfektion wie zunehmende Schmerzen, Rötung, Wärme oder Sekret aus der Wunde lassen sich beobachten und frühzeitig melden.
  • Nach einer schwerwiegenden Komplikation besteht die Möglichkeit, Unterstützung durch den Sozialdienst oder psychologischen Dienst im Krankenhaus anzufragen.
  • Wer das Gefühl hat, dass etwas bei der Behandlung nicht stimmt, kann sich an die Patientenaufnahme, die Stationsleitung oder eine externe Beratungsstelle wenden – auch während des stationären Aufenthalts.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 15-29 Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

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