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2025-141

Suizidgefährdeter Patient – Aufnahme im Krankenhaus mit den Worten: „Wie stellen Sie sich das vor?“

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Fallbeschreibung:

Psychiatrische Aufnahme: Lange Wartezeit bei Suizidgefahr

Ein schwer depressiver Mensch hatte über mehrere Tage nicht gegessen und getrunken. Er war desorientiert und dehydriert.
Es war Sonntagnachmittag. Der ärztliche Bereitschaftsdienst war freundlich und schickte uns in die Aufnahme der psychiatrischen Klinik.
Dort wurden wir von einer Ärztin mit den Worten empfangen: „Wie stellen Sie sich das vor? Wir haben nicht die Mittel für eine Behandlung.“ Im weiteren Gespräch konnte ich erreichen, dass einer Aufnahme zugestimmt wurde.
Die Ärztin verabschiedet sich mit den Worten: „In Kürze ist Übergabe. Die Aufnahme macht dann der Kollege.“ Die tatsächliche Aufnahme fand dann nach weiteren 1,5 Stunden Wartezeit statt.
Für einen psychisch kranken Menschen fand ich sowohl die Aussagen der Ärztin als auch die Wartezeiten unerträglich. Es ist fast besser zu sterben, als auf diese Art von Hilfe angewiesen zu sein.

Gut gelaufen:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst war freundlich und kompetent.

Schlecht gelaufen:

Deutliche Signale der Ärztin im Krankenhaus, dass man lästig ist. Der Eindruck, dass sie uns gar nicht betreuen wollte und nur auf das Ende der Schicht gewartet hat. Das lange Warten, bis endlich eine Aufnahme erfolgt ist.

Verbesserungsvorschläge:

Die psychiatrische Erstbetreuung und Aufnahme im Krankenhaus.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn ein nahestehender Mensch in einer psychiatrischen Krise Hilfe braucht, ist die Situation für alle Beteiligten außerordentlich belastend. Angehörige, die in einem solchen Moment für die betroffene Person eintreten, leisten dabei etwas Wichtiges – und verdienen selbst Unterstützung und Respekt.

In psychiatrischen Notaufnahmen kann es – wie in anderen medizinischen Bereichen auch – zu Situationen kommen, in denen Kommunikation und Wartezeiten als belastend oder abweisend erlebt werden. Für Menschen in akuter psychischer Krise sowie für ihre Angehörigen können solche Erfahrungen besonders schwer wiegen. In einem Fall wie diesem gab es für die betroffene Person selbst keinen realistischen Spielraum zum Eingreifen – sie war desorientiert, dehydriert und schwer erkrankt. Das ist wichtig anzuerkennen. Die angehörige Person hat in dieser Situation stellvertretend gehandelt und damit wesentlich zur Aufnahme beigetragen.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

Wer eine Person in psychiatrischer Not begleitet, kann auf verschiedene Weisen unterstützend wirken – sowohl in der Akutsituation als auch im weiteren Verlauf.

  • Ruhig und bestimmt auf eine Aufnahme bestehen: Auch wenn die erste Reaktion des medizinischen Personals abweisend wirkt, ist es möglich, freundlich, aber klar auf die Dringlichkeit hinzuweisen – zum Beispiel mit den Worten: „Diese Person hat mehrere Tage nicht gegessen oder getrunken und ist desorientiert. Ich bitte darum, dass sie jetzt untersucht wird.“
  • Wichtige Informationen schriftlich festhalten: Vor oder während des Wegs in die Klinik lassen sich Schlüsselinformationen notieren – zum Beispiel seit wann keine Nahrung oder Flüssigkeit aufgenommen wurde, welche Medikamente eingenommen werden und ob bereits eine psychiatrische Vorgeschichte besteht. Das erleichtert die Übergabe an wechselndes Personal.
  • Gezielt nach Zuständigkeiten fragen: Wenn Personal wechselt oder Wartezeiten entstehen, ist es möglich zu fragen: „Wer ist jetzt für die Aufnahme zuständig, und wann können wir damit rechnen?“ Das hilft, den Überblick zu behalten und Informationslücken zu vermeiden.
  • Die eigene Belastung nicht vergessen: Angehörige in solchen Situationen stehen selbst unter extremem Stress. Es ist möglich, Personal auch auf die eigene Situation aufmerksam zu machen und – wenn vorhanden – Sozialarbeiter:innen oder psychologische Unterstützung im Haus anzufragen.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Eine Vorsorgevollmacht (rechtliche Befugnis, im Notfall für eine andere Person zu handeln) und eine Patientenverfügung können im Voraus erstellt werden – sie erleichtern Angehörigen das Handeln in Krisensituationen erheblich.
  • Eine Notfallkarte oder -mappe mit den wichtigsten medizinischen Informationen – Diagnosen, Medikamente, behandelnde Ärzt:innen, Notfallkontakte – lässt sich vorbereiten und kann bei einer Aufnahme direkt übergeben werden.
  • Die Telefonnummer der psychiatrischen Krisenambulanz oder des ärztlichen Bereitschaftsdienstes (116 117) sowie die Telefonseelsorge (0800 111 0 111, kostenlos, 24 Stunden) lassen sich vorab speichern – auch für Angehörige selbst.
  • Nach einer solchen Erfahrung ist es möglich, die eigenen Erlebnisse zu dokumentieren und – wenn gewünscht – über das Beschwerdemanagement der Klinik oder externe Stellen Rückmeldung zu geben. Das kann zur Verbesserung der Versorgung beitragen.

Sie sind nicht allein

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose, neutrale Beratung für Patient:innen und Angehörige – auch bei schwierigen Erfahrungen in der psychiatrischen Versorgung (www.patientenberatung.de). Weitere Informationen und die Möglichkeit, eigene Erfahrungen anonym zu teilen, finden Sie auf mehr-patientensicherheit.de – denn jede Rückmeldung kann dazu beitragen, die Versorgung für andere zu verbessern.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus, sonstiger Bereich
Geschlecht: weiblich

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