2024-1174
Wiederkehrer im KH, Pflegefehler werden nicht erkannt
Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular
Hier berichte ich über einen Fall im Klinikum, dem ich als Fachpflegekraft nachgegangen bin:
Ein Pat. mit Diagnose Schlaganfall mit Lähmungen, Tracheostomaanlage und PEG kommt mit rez. pulm. Infekt. Das Tracheostoma ist schlecht gepflegt, Pat. hat Fieber und erhält das x-te Mal Antibiotika. Inzwischen multiresistenter Keim. Wurde die ersten Jahre im PH versorgt, dann aus dem Heim geholt und seit Jahren zu Hause von Angehörigen und PD versorgt.
Rezidivierende stationäre Aufenthalte wegen pulm. und Harnwegsinfekten und Infekten am Tracheostoma.
Im Laufe des KH-Aufenthaltes verstirbt der Patient an seinen Infektionen. Interview mit dem Hausarzt, dem betreuenden PD, den Angehörigen.
Wenn ein Mensch nach einem schweren Schlaganfall dauerhaft auf spezialisierte Pflege angewiesen ist, tragen Angehörige häufig eine enorme Verantwortung – oft über viele Jahre. Wie dieser Fall zeigt, kann es in komplexen Versorgungssituationen dazu kommen, dass Pflegefehler über lange Zeit unerkannt bleiben, weil spezielles Fachwissen an mehreren Stellen fehlt und die Übergaben zwischen den Beteiligten nicht ausreichend koordiniert sind.
Ein Tracheostoma (eine operative Öffnung in der Luftröhre, durch die beatmet oder abgesaugt wird) und eine PEG (eine Magensonde, die durch die Bauchdecke gelegt wird) erfordern besondere Pflegekenntnisse. Wenn diese Kenntnisse nicht vorhanden sind oder nicht regelmäßig überprüft werden, können sich wiederholt schwere Infektionen entwickeln. In einer solchen Situation hatten weder die Betroffenen noch ihre Angehörigen einen realistischen Spielraum, den Fehler selbst zu erkennen oder zu beheben – das ist wichtig anzuerkennen.
Wenn Sie als Angehörige oder Angehöriger ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder unsicher sind, wie Sie die Versorgung eines Pflegebedürftigen einschätzen sollen, bietet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlose und neutrale Beratung an. Weitere Informationen und die Möglichkeit, eigene Erfahrungen zu berichten, finden Sie auch auf mehr-patientensicherheit.de.
Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
Ein Patient stirbt nach Blasenkatheter, Krankenhausinfektion und falsch gewählter Antibiotikatherapie. Was aus diesem CIRS-Fall zu lernen ist.
Fall lesen →Ein in den Mülleimer gefallenes ZVK-Zubehör sollte trotzdem eingesetzt werden. Wie solche Hygienefehler entstehen und was Patienten tun können.
Fall lesen →Radioaktive Substanz trat bei Knochenszintographie aus der Vene aus – es entstand eine Venenentzündung. Lesen Sie, was passierte und was daraus gelernt werden kann.
Fall lesen →
Die Betriebskrankenkassen:
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,
Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.
Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team