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2026-026

Hin- und herschicken und unzureichende Abklärung bei anhaltenden Nacken- u. Kopfschmerzen

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Fallbeschreibung:

Kopfschmerzen & Meningitis-Verdacht: Verzögerte Diagnose

Aufgrund seit einigen Wochen anhaltenden Nacken- u. Kopfschmerzen den Hausarzt aufgesucht. Weiterleitung in die ZNA mit V.a. virale Meningitis. Dort Untersuchung, Labor, Schmerzmittelgabe. Da trotz anwesendem Neurologen keine Lumbalpunktion durchgeführt wurde, Empfehlung sich in anderem Krankenhaus mit Neurologie zu melden. Angeblich wurde dort auch mit dem Neurologen gesprochen, dass der Pat. zur Punktion am selben Tag kommen soll. Der Neurologe dort, war laut Aussage darüber nicht erfreut, es wäre kein Bett frei. Rat des Neurologen im aktuellen KH – fahren sie morgen früh hin (es war auch bereits 17 Uhr). Im mitgegebenen Brief war die Vorstellung u. auch das Telefonat vermerkt. Am nächsten morgen am anderen KH im MVZ Neurologie vorgestellt. Dort wusste keiner Bescheid. Dann Vorstellung dort in der ZNA. Diensthabender Neurologe wenig zugewandt, wenn sie nicht möchten, können sie auch wieder gehen. Wieder Blutentnahme, obwohl Befunde dabei (wurden aber nicht angesehen), wieder EKG (Befund auch anbei). Dann Gespräch mit Dienstneurologen, weil die Schmerzen schon länger anhalten (Nackensteifigkeit, kaum Möglich den Kopf zu beugen) kein Notfall, Vorstellung in angegliederter Hausarztpraxis u. dort Weiterleitung ins MVZ u. dann Entscheidung ob Lumpalpunktion nötig. Es erfolgte keine körperliche Untersuchung. Dann ohne Befund in die hausärztliche Praxis, dort Empfehlung in die ZNA zur Punktion zu gehen. Dem Arzt erneut den bisherigen Weg geschildert, der dann mit der neurologischen Chefärztin telefoniert hat. Danach erneut in die ZNA, körperliche Untersuchung, Schmerzen eher muskulär bedingt, ggf MRT, jetzt Lumbalpunktion. Flüssigkeitsgabe nach Punktion nur nach Nachfrage. Keine Besprechung wie es weitergeht, nach mehrmaligem Nachfragen Info, dass Verlegung auf Station erfolgt, wenn dort die Übergabe gelaufen ist. Gespräch mit Neurologen auf dem Flur kurz vor Verlegung. Bleiben über Nacht, wenn MRT dann erst am Montag (Untersuchungstag war Donnerstag). Auf Nachfrage dann auf Station Schmerzmittelgabe, keine Besprechung der Laborergebnisse, morgens bei Visite Entlassung am heutigen Tag. Bei Übergabe der Entlassungspapiere dann die Empfehlung, bei weiterbestehen der Schmerzen auf jeden Fall anmerken, dass neurologisch alles abgeklärt wäre und eine orthopädische Vorstellung sinnvoll wäre. Über den Hausarzt dann Physiotherapie verordnen lassen, Muskelrelaxans.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Das hin- und herschicken des Patienten, fehlendes hinzuziehen eines Orthopäden bereits in der ersten ZNA. Hätte vielleicht den weiteren Verlauf beeinflusst. Nur den Brief in der ersten ZNA erhalten mit dem Hinweis, dass der Pat. angemeldet wäre, fehlender Überweisungs- bzw. Einweisungsschein

Verbesserungsvorschläge:

Kommunikation, Fachübergreifend handeln

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn Beschwerden wie anhaltende Kopf- und Nackenschmerzen abgeklärt werden müssen, kann der Weg durch das Versorgungssystem für Betroffene und ihre Angehörigen sehr belastend sein. In Situationen, in denen mehrere Einrichtungen und Fachrichtungen beteiligt sind, kann es vorkommen, dass Informationen verloren gehen, Befunde nicht weitergegeben oder nicht geprüft werden und notwendige Untersuchungen sich verzögern.

In solchen Fällen werden Patient:innen mitunter zwischen Notaufnahmen, Fachpraxen und Krankenhausabteilungen hin- und herverwiesen – ohne dass eine Stelle die Gesamtverantwortung übernimmt. Das kann dazu führen, dass Untersuchungen wiederholt werden, während andere ausbleiben, und dass Betroffene kaum erfahren, wie es weitergeht.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer selbst oder als Angehörige eine ähnliche Situation erlebt, kann durch einige gezielte Schritte dazu beitragen, den Überblick zu behalten und die Versorgung aktiv zu begleiten.

  • Alle Unterlagen griffbereit halten: Arztbriefe, Laborbefunde und Untersuchungsergebnisse können in einer Mappe oder als Foto auf dem Smartphone gesammelt werden. So ist es möglich, sie in jeder neuen Einrichtung sofort vorzulegen – und darauf hinzuweisen, dass sie vorliegen: „Ich habe alle bisherigen Befunde dabei – möchten Sie einen Blick darauf werfen, bevor neue Untersuchungen gemacht werden?“
  • Den bisherigen Weg kurz schriftlich festhalten: Eine handschriftliche oder getippte Kurzübersicht mit Datum, besuchter Einrichtung und erfolgten Maßnahmen kann helfen, wenn in einer neuen Notaufnahme der Kontext fehlt und der Bericht selbst in einem stressreichen Moment nicht gelingt.
  • Gezielt nach dem nächsten Schritt fragen: Wenn unklar bleibt, wie es weitergeht, ist es möglich nachzufragen: „Wer ist von jetzt an meine Ansprechperson, und wie erfahre ich die Ergebnisse der Untersuchungen?“
  • Eine Begleitperson einbeziehen: Angehörige können in belastenden Situationen wichtige Informationen festhalten, Fragen stellen und sicherstellen, dass Antworten wirklich ankommen – besonders dann, wenn Betroffene sich durch Schmerzen oder Erschöpfung nur eingeschränkt mitteilen können.

Worauf Sie achten können

  • Wurden die bereits vorliegenden Befunde tatsächlich eingesehen, bevor neue Untersuchungen angeordnet wurden?
  • Ist klar, welche Einrichtung oder welche Person die weitere Koordination übernimmt – insbesondere wenn mehrere Fachrichtungen beteiligt sind?
  • Wurden nach einer Untersuchung (z. B. einer Lumbalpunktion – dabei wird unter örtlicher Betäubung eine kleine Menge Rückenmarksflüssigkeit entnommen) die Ergebnisse und das weitere Vorgehen verständlich erklärt?
  • Enthält der Entlassungsbrief konkrete Empfehlungen für die Nachsorge, und ist eine Folgekonsultation – etwa beim Hausarzt oder einem Facharzt – vereinbart?

Sie sind nicht allein

Wenn Sie eine ähnliche Erfahrung gemacht haben oder Fragen zur Patientensicherheit haben, können Sie sich an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden, die kostenlos und unabhängig berät. Auf mehr-patientensicherheit.de ist es außerdem möglich, eigene Erfahrungen anonym zu melden und so dazu beizutragen, dass solche Situationen künftig besser erkannt werden.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ), Krankenhaus, Bereitschaftsdienstpraxen, Notaufnahme
Geschlecht: männlich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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