2024-842
Hüft TEP mit 2l Blutverlust
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Ich brauchte eine neue Hüfte und ging ins zertifizierte Krankenhaus. Lange, circa 2 Stunden habe ich im Vorraum auf einer Liege darauf gewartet, bis die OP endlich losging. Es war 11.30Uhr. Als ich erwachte, lag ich auf der Intensivstation und es waren mittlerweile 12 Stunden vergangen. Das wußte ich zu diesem Zeitpunkt aber nicht.
Von der Narkose beeinträchtigt habe ich erst mal nichts verstanden. Ich war mit zig Zugängen an beiden Händen und sogar am Hals zugepflastert. Gegen 3Uhr ging das Telefon und der Narkosearzt sagte: “ Sagen Sie doch mal hallo zu Ihrem Mann. “ Da ich vorher intubiert war, versagte meine Stimme. Gegen Morgen war ich ein bißchen klarer im Kopf.
Ich wurde darüber aufgeklärt, dass es sehr ernst gewesen sei und ich 1,5l Blut verloren hätte. Ein Knochensplitter sei die Ursache gewesen. Auf der Intensivstation wurde ich bestens betreut. Bei der Intubation wurde meine Lippe derart verletzt, dass es 5 Wochen dauerte, bis alles verheilt war. Trotz meiner 76 Jahre scheine ich robust zu sein; denn 1 Tag später wurde ich auf die normale Station verlegt.
Ich bekam nach 2 Tagen Besuch vom Oberarzt, der einfach nur behauptete, ich hätte unwesentlich Blut verloren. Die beiden nachfolgenden Ärzte an 2 weiteren Tagen gaben zu , dass es 1,5l Blut gewesen seien. Mein HB Wert war gegen 7,2. Deshalb wurde dieser täglich kontrolliert.
Als ich später zu Hause war, habe ich meinen OP-Bericht angefordert. In diesem Bericht haben ich und weitere Personen nichts von einem Knochensplitter gelesen. Während der Operation wurden zu meiner Rettung 2 Fachärzte zusätzlich herbeigerufen. Die Ursache der immensen Blutung wurde verschleiert. Aber ich konnte lesen, dass ich fast 2l statt 1,5l Blut verloren hatte und drei Bluttransfusionen brauchte.
Es ist beschämend, dass Fach- und Oberarzt sich vor der Wahrheit gedrückt haben. Keinen einzigen Bericht habe ich für die anschließende Reha bekommen und die Reha hat auch keinen Bericht bekommen wie sonst üblich. Statt sich zu entschuldigen, wurde sich bei Visite über meine dicke Lippe lustig gemacht. Es kann wie mir immer mal was passieren. Aber dass scheinbar gebildete Leute sich einem Patienten gegenüber so verhalten, hätte ich nicht erwartet.
Eine geplante Operation wie der Einsatz einer künstlichen Hüfte (Hüft-Totalendoprothese, kurz: Hüft-TEP) ist ein routinierter, aber dennoch anspruchsvoller Eingriff – Komplikationen können auch in erfahrenen, zertifizierten Häusern auftreten. Wenn Betroffene nach einer solchen Situation das Gefühl haben, nicht vollständig oder widersprüchlich über das Geschehene informiert worden zu sein, ist das eine Erfahrung, die zermürbt und das Vertrauen in die Versorgung erschüttern kann.
In diesem Fall kam es intraoperativ – also während der laufenden Operation – zu einem erheblichen Blutverlust. Die Patientin verbrachte unerwartet mehrere Stunden auf der Intensivstation und benötigte Bluttransfusionen. Nach der Verlegung auf die Normalstation erhielt sie von verschiedenen Behandelnden unterschiedliche Angaben zum tatsächlichen Blutverlust. Der später angeforderte Operationsbericht enthielt abweichende Informationen gegenüber dem, was mündlich mitgeteilt worden war. Unterlagen für die anschließende Rehabilitation fehlten.
Wer nach einem Krankenhausaufenthalt das Gefühl hat, unvollständig oder widersprüchlich informiert worden zu sein, kann aktiv Schritte unternehmen, um Klarheit zu gewinnen.
Wenn Sie eine ähnliche Erfahrung gemacht haben oder Fragen zu Ihren Rechten als Patientin oder Patient haben, steht Ihnen die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) unter 0800 011 77 22 (kostenlos) zur Verfügung. Weitere Informationen und die Möglichkeit, Fälle anonym zu melden, finden Sie auf mehr-patientensicherheit.de.
Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
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