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2024-472

Fast verblutet

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Fallbeschreibung:

Darmblutung im Krankenhaus: Fast tödliche Kommunikationspanne

War 2023 im Krankenhaus. Blutendes Divertikel im Darm, per Notarzt eingeliefert. HB Wert noch bei 9 (Lebensgefahr ab HB 7 – Normaler HB Wert 12 +). Divertikel wurde endoskopisch verschlossen (nach 3 Stunden Wartezeit in der Notaufnahme).

Am nächsten Morgen ging die Verklebung wieder auf. Erneute Blutung. Pflegepersonal ohne ausreichende deutsche Sprachkenntnisse weigerte sich den Arzt zu rufen. Dieser käme ja in zwei Stunden zu Visite. Vorher nicht! Zum Glück hatte ich meine Frau angerufen. Diese schlug dann so sehr Alarm, dass von der Nachbarstation eine Pflegekraft mit Sprachkenntnissen kam und sofort den Oberarzt rief.Unverzüglich auf Intensiv, Bluttransfusion, erneute Versiegelung des Divertikel. Diesmal mit Klammer.

Danach noch zwei Tage Intensiv mit weiteren Bluttransfusionen. Dann konnte ich mit HB von 8 entlassen werden. Ohne meine Frau und deren Eingreifen wäre ich wahrscheinlich tot.

Gut gelaufen:

Ärztliche Behandlung im zweiten Versuch

Schlecht gelaufen:

Station mit 12 Zweibettzimmern auf der zwei Pflegekräfte anwesend waren. Einige offensichtlich aus anderen Ländern. Beide nur mit rudimentären Kenntnissen der deutschen Sprache. Dafür mit einer Heidenangst vor den Ärzten.

Verbesserungsvorschläge:

Die Pflegekräfte müssten sowohl in den Sprachkenntnissen, als auch in der medizinischen Qualifikation, als auch im Personalschlüssel Pflegekräfte / Patienten bedeutend besser aufgestellt sein.

Weitere Infos:

Ärzte gut. Pflege sowohl von Pflegekräften, als auch von Essen oder Ausstattung der Zimmer war nicht menschenwürdig.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine akute innere Blutung – wie bei einer Darmdivertikel-Blutung (ein Divertikel ist eine kleine Ausstülpung der Darmwand, die reißen kann) – gehört zu den medizinischen Ernstlagen, die sich auch nach einer erfolgreichen Erstbehandlung erneut verschlechtern können. Wenn in einem solchen Moment die Kommunikation zwischen Patient und Pflegepersonal nicht funktioniert, kann wertvolle Zeit verloren gehen.

In Situationen wie dieser – schwere Erkrankung, Erschöpfung, Sprachbarrieren beim Personal, hohe Arbeitsbelastung auf der Station – ist der Handlungsspielraum für Betroffene stark eingeschränkt. Umso wichtiger kann es sein, dass eine Begleitperson vor Ort ist oder schnell erreichbar ist und im Zweifelsfall Alarm schlagen kann.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

  • Angehörige können bei ernsteren Erkrankungen aktiv anfragen, ob eine Begleitperson auf der Station anwesend bleiben oder kurzfristig erreichbar sein kann – gerade in den ersten Nächten nach einem Eingriff.
  • Wenn eine Pflegekraft nicht reagiert oder die Kommunikation nicht gelingt, ist es möglich, direkt nach einer anderen Pflegekraft, einer Stationsleitung oder dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst zu fragen. Ein konkreter Satz kann dabei helfen: „Ich mache mir ernsthafte Sorgen um meinen Angehörigen – ich bitte darum, jetzt sofort einen Arzt oder eine Ärztin zu rufen.“
  • Angehörige können auch die Rufanlage am Bett des Patienten nutzen oder sich an das Pflegepersonal benachbarter Stationen wenden, wenn auf der eigenen Station keine Reaktion erfolgt.
  • Es ist möglich, vorab zu klären, wie der Bereitschaftsdienst auf der Station erreichbar ist – und diese Information griffbereit zu notieren.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Eine Vertrauensperson benennen, die im Ernstfall erreichbar ist und weiß, dass sie nachfragen und einfordern darf – auch lautstark.
  • Beim Aufnahmegespräch erfragen: Wer ist nachts zuständig? Wie erreiche ich schnell ärztliche Hilfe, wenn ich mich akut verschlechtere?
  • Eine Notfallkarte oder ein kurzes schriftliches Dokument mit wichtigen Diagnosen, Medikamenten und Kontaktpersonen anlegen – das erleichtert die Kommunikation, wenn man selbst nicht mehr gut sprechen kann.
  • Wer Beschwerden über die Versorgung hat, kann sich an die Patientenbeschwerdestelle des Krankenhauses oder an unabhängige Beratungsstellen wenden – zum Beispiel die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD).

Sie sind nicht allein

Wenn Sie oder Angehörige ähnliche Erfahrungen gemacht haben, können Sie sich kostenlos und unabhängig bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) beraten lassen. Auf mehr-patientensicherheit.de ist es außerdem möglich, eigene Erfahrungen anonym zu melden – damit andere von diesen Situationen erfahren und sich vorbereiten können.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Krankenhaus
Geschlecht: männlich

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