2025-207
Wartezeiten auf einen Behandlungsplatz dauert zu lange – trotz Hilfsangebote
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Meine Freundin hat nach der Entlassung aus der stationären psychosomatischen Behandlung zeitnah versucht einen Psychotherapeutenplatz zu bekommen. Trotz Entlassmanagement, bei dem aktuell weder ich noch sie weiß was die Klinik gemacht hat, bekam sie zeitnah keinen Therapieplatz. Sie hat mithilfe der Online-Suche bei der 116117, der kassenärztlichen Vereinigung und der Landespsychotherapeutenkammer versucht einen Therapeuten zu finden. Sie hat die Therpaeuten angerufen und per E-Mail angeschrieben. Gut die Hälfte von 20 Therapeuten ging nicht ans Telefon, obwohl Telefonzeiten wären. Am Schluss musste sie wieder in die stationäre Behandlung.
Wenn eine psychische Erkrankung intensive Behandlung erfordert, ist der Übergang von der stationären in die ambulante Versorgung eine besonders sensible Phase. Dass diese Phase trotz engagierter Eigeninitiative und Unterstützung durch Angehörige nicht wie erhofft gelingt, ist belastend – für die Betroffene ebenso wie für nahestehende Menschen.
Der Mangel an verfügbaren Psychotherapieplätzen (d. h. Behandlungsplätzen bei niedergelassenen Psychotherapeut:innen) ist ein strukturelles Problem im deutschen Gesundheitssystem. Wartezeiten von mehreren Monaten sind keine Seltenheit – und treffen Menschen oft in einem Moment, in dem schnelle Hilfe besonders wichtig wäre. In diesem Fall gab es trotz ausgeprägter Eigeninitiative keinen freien Platz. Das liegt nicht an mangelndem Einsatz der Betroffenen oder ihrer Angehörigen.
Wer eine nahestehende Person in der Suche nach einem Therapieplatz begleitet, kann an verschiedenen Stellen unterstützen – sowohl praktisch als auch in der Kommunikation mit dem Versorgungssystem:
Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose, neutrale Beratung für Patient:innen und Angehörige – auch zu Fragen rund um Versorgungsrechte und die Durchsetzung von Ansprüchen gegenüber Krankenkassen. Auf mehr-patientensicherheit.de können Erfahrungen wie diese gemeldet werden, damit strukturelle Probleme sichtbar werden und zur Verbesserung der Versorgung beitragen.
Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
Lange Wartezeiten, unklare Rechte: Was GKV-Versicherte bei der Suche nach Psychotherapie wissen sollten – und welche Risiken lauern.
Fall lesen →Ein Patient wartet 6 Monate auf einen Kardiologen-Termin – ohne Gespräch, ohne Anamnese. Was bei der Herzinsuffizienz-Abklärung schiefläuft.
Fall lesen →Ein Patient mit Aortenklappenstenose wartet über ein Jahr auf einen Kardiologen-Termin. Ein CIRS-Fall über Versorgungslücken für Kassenpatienten.
Fall lesen →Trotz Überweisung und Termin abgewiesen: Ein PTBS-Betroffener schildert 5 Jahre Kampf um psychotherapeutische Versorgung – ein CIRS-Fall über Versorgungslücken.
Fall lesen →Dringlichkeitsüberweisung, kein Termin: Ein Patient wartet 6 Monate auf eine Magenspiegelung – die Diagnose lautete Magendurchbruch.
Fall lesen →Patient mit Bandscheibenvorfall wartet 3,5 Stunden in der Notaufnahme – ein Fall über Triage, Schmerzversorgung und Kapazitätsgrenzen.
Fall lesen →Eine Patientin mit Schwäche und starkem Husten wurde in der Hausarztpraxis abgewiesen. Erst die Notaufnahme erkannte: bakterielle Lungenentzündung und Grippe.
Fall lesen →Ein Patient wartet bis zu 13 Monate auf einen Kardiologen-Termin. Wie Vermittlungscodes und Dringlichkeitsvermerke den Zugang zur Versorgung beeinflussen.
Fall lesen →Nach einer Augen-OP wartet ein Patient seit 2 Monaten auf einen Folgetermin – ohne Rückmeldung. Ein Fall über Kommunikationslücken im Gesundheitswesen.
Fall lesen →Patient mit akuten Ohrenschmerzen wird abgewiesen – kein Hausarzt, kein Notfalltermin. Ein CIRS-Fall über Versorgungslücken im deutschen Gesundheitssystem.
Fall lesen →
Die Betriebskrankenkassen:
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,
Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.
Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team