2025-363
Emotionaler (Macht)Missbrauch in Psychotherapie und Versagen des kompletten Systems
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Ich möchte von den schwerwiegenden Auswirkungen und Folgen von emotionalem (Macht)Missbrauch in Psychotherapie berichten. Ich habe gesehen, dass es dazu bereits einen anderen Bericht gibt. Tatsächlich sind meine Erfahrungen fast identisch wie die dort beschriebenen. Ich möchte mit meinem Bericht verdeutlichen, dass dies alles andere als Einzelfälle sind. Ich selbst kenne persönliche mehrere andere Patient*innen, die Ähnliches in Abwandlung erlebt bzw. erlitten haben.
Der erste Problemaspekt bei mir in der Therapie war, dass der Psychotherapeut letztendlich und insgesamt sich mir gegenüber völlig unqualifiziert in seinem Verfahren gezeigt hat. Es fällt mir schwer zu glauben, dass dies bei anderen Patient*innen völlig anders ist. Bei mir hat er einige richtige gute therapeutische Ansätze gehabt, die er aber nicht geschafft hat angemessen therapeutisch und qualifiziert weiterzuverfolgen und langfristig umzusetzen, so dass er in höchst unprofessionelle, grenzüberschreitende und auch schädigende Richtungen abgedriftet ist zu einem Vorgehen gegen alle psychotherapeutischen Grundlagen und gesundheits- und lebensgefährdend.
Für mich noch schlimmer war und ist jedoch das völlig gestörte Beziehungsverhalten, das er mir entgegengebracht hat. Es wechselte von extrem fürsorglicher und kümmernder therapeutischer Nähe mit Empathie und Verständnis hin zu eiskalter, gleichgültiger völliger Distanz mit radikalem gekränktem Rückzug und Unerreichbarkeit (emotional/therapeutisch und teilweise auch den kompletten Kontakt betreffend). Vorher hat er systematisch Zusagen und Versprechung gemacht, Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit vermittelt, Zweifel von mir entkräftet und natürlich Schutzmechanismen abgebaut. Er hat die Wichtigkeit von ihm als Bezugspersonen erklärt und auf seine professionelle Einschätzung verwiesen, um dann die schlimmsten Lebensbefürchtungen und -ängste von mir zu bewahrheiten.
Letztendlich war das Verhalten des Therapeuten mir gegenüber höchst narzisstisch und erinnert an borderline-ähnliches Verhalten. Er konnte wohl mit meiner Kritik an seinem fachlich oft höchst fragwürdigen bzw. unprofessionellem Vorgehen nicht umgehen.
Irgendwann wurde es dem Therapeut wohl alles zu lästig, also hat er mich vor die Tür gesetzt. Er hat die Therapie und damit die therapeutische Beziehung am Telefon abgebrochen, abrupt von jetzt auf gleich, ohne Vorankündigung, ohne Erklärung und therapeutische Begründung, ohne Besprechung und Reflexion, ohne Berücksichtigung, was der plötzliche und abrupte Therapie- und Beziehungsabbruch für meine Gesundheit bedeutet, welche Folgen er für mich hat, welche (irreversiblen) Schäden er verursacht. Das Spielzeug wurde entsorgt. Wir haben danach nie wieder persönlich gesprochen, nach ein paar weiteren Telefonaten hat er angefangen sich „tot zu stellen“.
Das ist völlig legal, weil Psychotherapeut*innen Behandlungen jederzeit abbrechen dürfen und sogar sollen, wenn „es nicht mehr läuft“. Darauf wird sich dann halt auch berufen, wenn der Missbrauch nicht mehr gut genug läuft oder wenn die Psychotherapeut*innen allgemein keine Lust mehr haben. Es gibt keinerlei vorgegebene „Rahmenbedingungen“ für solche Abbrüche. Zwar ist vorgeschrieben, dass Patient*innen im Notfall und bei weiterhin dringend indizierter Behandlung nicht ohne eine anderweitige Behandlungsoption zurückgelassen werden dürfen, aber das wird nicht kontrolliert.
Ich konnte trotz mehrerer Versuche nicht gehen aufgrund der vom Therapeuten aufgebauten engen Bindung, des auch existierenden therapeutisch Guten in der Behandlung und fehlenden Alternativen, nach denen ich mich auch schon während der Behandlung umgeschaut hatte. Mir blieb also nicht anderes als zu versuchen, das Schlimme ab- und das Gute auszubauen.
Für Patient*innen in Psychotherapie ist es grundsätzlich schwerer Missbrauch zu erkennen und wahrzuhaben, zumal mal sich bei angeblich Professionellen endlich mal in Sicherheit vor so etwas glaubt. Wenn dann noch andere parallel behandelnde Fachkräfte (die einiges der Vorfälle mitbekommen) nicht einschreiten und bei allen geäußerten Zweifeln der Patient*innen den*die jeweilige Therapeut*in verteidigen, ist man als Patient*in endgültig ohnmächtig den Vorgängen ausgeliefert.
Für mich war der Abbruch letztendlich und endgültig die Vollendung der Wiederholung all meiner Traumatisierungen, in denen mein Therapiebedarf begründet liegt, und er hat zusätzlich sogar bisher unerfüllte existenzielle Ängste von mir nun auch noch wahrwerden lassen, er hat es also noch schlimmer als meine ursprüngliche Geschichte gemacht.
Für mich hätte es auf emotionaler Ebene therapeutisch nicht schlimmer laufen können, weil der Bindungsaspekt bei mir ganz zentral ist und auf Bindungsebene die schlimmstmöglichen (Re)Traumatisierungen stattgefunden haben.
Daher wäre es für mich auch existenziell wichtig, dass es eine Aufarbeitung der Geschehnisse mit dem Therapeuten gibt, dass er offen dafür ist, was er mir zugefügt hat, er erklärt und reflektiert wird, warum es dazu kommen musste, und dass überlegt wird, wie es für mich weitergehen kann, wie ich darüber hinwegkommen kann. Der Therapeut verweigert dies seit Jahren strikt. Es gibt auch NICHTS an therapeutischer Unterstützung von außen, um dies zu ermöglichen.
Für mich ist es emotional in gewisser Hinsicht ein Gefängnis, aus dem ich nicht herauskomme. Ich trete in mancher Hinsicht auf der Stelle, von der ich – trotz allergrößter Bemühungen und Engagement über die Maßen meinerseits – nicht wegkomme. Wenn es um Bindungsaspekte geht, ist halt nicht ALLES alleine zu bewältigen.
Auch noch während der laufenden Therapie habe ich bereits an verschiedenen Stellen versucht Hilfe und Unterstützung zu erhalten dabei, dass sich die Behandlung zum Positiven hin verändern lässt. Ich habe nichts an ernsthafter Unterstützung erhalten. Eine Psychotherapeutin, die von außen Einfluss auf die Therapie genommen hat, hat mit ihrem Einfluss sogar noch die endgültige Kehrtwende zum völligen Abdriften des mich behandelnden Therapeuten in völlig zerstörerische Vorgehens- und Verhaltensweisen herbeigeführt.
Auch seit dem Abbruch – er ist mehrere Jahre her – habe ich NICHTS an therapeutischer Hilfe erhalten und insgesamt erst nach Jahren sehr bedingt irgendetwas an Hilfe aus anderen fachlichen Bereichen. Diese können die Folgen in ihrem Ausmaß jedoch in keinster Weise auffangen. Bis heute fehlt mir Unterstützung, um die Verletzungen aus der Therapie zu überstehen und meinen ursprünglichen Therapiebedarf betreffend. Das alles, obwohl ich wirklich „jeden Stein umgedreht habe“ auf der Suche nach Hilfe. Ich habe kontaktiert: Die Krankenkasse, die Kassenärztliche Vereinigung, die Kammer (den Therapeuten betreffend), mehrere Kammern (die Umstände allgemein betreffend), die Unabhängige Patientenberatung Deutschlands, Patientenombudspersonen, Frauennotruf, weitere (Frauen)Beratungsstellen, zahlreiche andere Psychotherapeut*innen in der Region (welche, die den Therapeuten kennen und welche, die ihn nicht kennen), den Ethikverein sowie die Vertrauensleute eines Berufsverbandes. Es gibt keine Folgetherapie und keine Hilfe, dass es zur Aufarbeitung mit dem Therapeuten kommt. Diese wäre für mich als Betroffene wesentlich wichtiger als irgendwelche rechtlichen Konsequenzen für den Therapeuten. Letztere sind ohnehin ziemlich illusorisch, da Beschwerdevorgänge (außer natürlich bei der Psychotherapeutenkammer, die aber letztendlich nur die Interessen von Psychotherapeut*innen zu vertreten scheint) nicht auf Vorfälle in Psychotherapie und noch weniger auf Vorfälle auf emotionaler Ebene ausgerichtet sind. Jedoch werden solche unpassenden Beschwerdevorgänge Patient*innen als einziges Vorgehen überhaupt angeboten, therapeutische Aufarbeitung ist nicht vorgesehen. Diese wäre jedoch auch für andere Patient*innen viel wichtiger, damit ein Bewusstsein für vorhanden Fallstricke und alle Gefahren von Missbrauch in Psychotherapie entsteht, zur Prävention und zum angemessenen Umgang mit trotzdem geschehenem Missbrauch. Es würde insgesamt ziemlich wenig bringen, wenn einzelne Psychotherapeut*innen irgendwelche „Bestrafungen“ erhalten, ohne das überhaupt verstanden wird, welche (teilweise auch tragischen) Mechanismen dahinterstecken mit welchen dramatischen Konsequenzen für die Patient*innen. Es fehlt insgesamt schlichtweg völlig eine gesunde Fehlerkultur, denn natürlich lassen sich auch in Psychotherapie Fehler nicht vollständig verhindern.
Je mehr Hilfe man als Betroffene sucht, umso mehr wird man zur Belästigung erklärt, man hat schweigend zugrunde zu gehen. In allerbester Täter-Opfer-Umkehr-Manier wird die Schuld oder zumindest die Ursache für den Missbrauch immer wieder und besonders von anderen Psychotherapeut*innen bei den Patient*innen gesucht und lokalisiert. Teilweise werden einem noch völlig absurde Störungen angehängt.
Wenn man als Patient*in dann nicht aufhört dem*r jeweiligen Psychotherapeut*in sowie anderen Psychotherapeut*innen mitzuteilen, wie schlimm es einem geht aufgrund dessen, was mit einem von psychotherapeutischer Seite gemacht wurde und wird, lassen die Psychotherapeut*innen die Patient*innen (notfalls mit anwaltlicher Unterstützung) zur Bedrohung erklären.
Der Aspekt von fehlenden neuen Therapien/Folgetherapien ist ein einzelnes Thema für sich.
Rückblickend ging es wohl (fast?) nur um die Bedürfnisse des Therapeuten (zumindest habe ich bis heute keine andere Erklärung erhalten). Diese passten bloß nicht selten zu meinem Wohl, so dass ich lange geglaubt habe, es ginge doch um mich, meine Gesundheit, mein Wohl. Wenn mein Wohl und seine Bedürfnisse sich unterschieden, ging er aber immer entsprechend seiner Bedürfnisse vor. Wie traumatisch und schädlich das für mich war, wurde ignoriert oder hingenommen.
Dies gilt auch für die Zeit nach der eigentlichen Behandlung, da auch seit dem Therapieabbruch keine Berücksichtigung findet, was ich existenziell fürs Leben brauche und wie weiter schädigend die seit dem herrschenden Zustände für mich sind. Ebenso gilt dies für das ganze „Drumherum“, für fast alle anderen Personen und alle anderen Stellen außerhalb des Psychotherapeuten selbst.
Für mich ist es nicht vorbei, für mich geht die Katastrophe, die Schädigung, das Leid, gehen die Konsequenzen und die Schmerzen unaufhörlich weiter.
Das Vorgehen von Psychotherapeut*innen verschlechtert nicht nur die psychische Gesundheit der betroffenen Patient*innen immer weiter, es führt in der Folge auch zu organischen Beschwerden und insgesamt physischer Gesundheitsverschlechterung. Der Schaden für die betroffenen Patient*innen ist nicht mit Worten zu beschreiben. Es werden Leben und Persönlichkeit zerstört, teilweise unwiderruflich.
Aber es entsteht auch Schaden über die konkreten Patient*innen hinaus: Das alles führt zu weiteren Kosten für die Krankenkassen und anderer öffentlichen Gelder, wenn die Beeinträchtigungen und der Hilfebedarf der Patient*innen zunimmt, bis hin zu Arbeitsunfähigkeit. Psychotherapeut*innen zerstören mit ihrem Vorgehen nicht nur die jeweiligen Patient*innen, sondern belasten auch die Gesellschaft insgesamt. Und es ist kein Ende in Sicht, weil niemand (Kammern, Krankenkassen, Kassenärztliche Vereinigung, psychotherapeutische Berufsverbände, etc.) beabsichtigt, irgendetwas zu tun, sich irgendwie damit zu beschäftigen und Veränderungen anzugehen.
Dieser Bericht schildert eine außerordentlich belastende Erfahrung, die tiefe Spuren hinterlassen hat – und er zeigt, wie viel Kraft es kostet, sich über Jahre hinweg Hilfe zu suchen, ohne sie in ausreichendem Maß zu finden. Psychotherapie ist ein Beziehungsgeschehen, das auf Vertrauen, Schutz und professionellen Grenzen beruht – wenn diese Grundlagen wegbrechen, kann das schwerwiegende und langanhaltende Folgen haben.
In Psychotherapien kann es zu Verläufen kommen, die Betroffenen schaden – durch grenzüberschreitendes Verhalten, einen abrupten Therapieabbruch ohne angemessene Vorbereitung oder durch das Erleben, dass Hilfersuche bei anderen Stellen ins Leere läuft. Besonders schwer wiegt, wenn diese Erfahrungen bestehende Verletzungen vertiefen statt lindern. Für Betroffene, die sich in einer solchen Situation befinden oder befunden haben, ist es wichtig anzuerkennen: Das, was hier beschrieben wird, liegt nicht im Verantwortungsbereich der Patientinnen und Patienten. Es gibt in einer laufenden Therapiebeziehung mit erheblichem Machtgefälle sowie angesichts struktureller Lücken im Versorgungssystem oft keinen oder nur sehr eingeschränkten realistischen Spielraum für Betroffene, das Geschehen zu verändern oder zu verhindern – das ist wichtig anzuerkennen.
Wenn Sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder gerade in einer belastenden Therapiesituation sind, kann die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) eine erste unabhängige Anlaufstelle sein – erreichbar unter 0800 011 77 22 (kostenlos, montags bis freitags). Auf mehr-patientensicherheit.de finden Sie weitere Informationen und die Möglichkeit, eigene Erfahrungen anonym zu teilen – denn jeder Bericht kann dazu beitragen, das System ein Stück sicherer zu machen.
Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
Ein CIRS-Fall zeigt: Machtmissbrauch in der Psychotherapie bleibt oft ohne wirksame Schutzinstanz. Was Betroffene erleben und was sich ändern muss.
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Die Betriebskrankenkassen:
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