2024-1161
Im Dunkeln auf dem Klostuhl stehengelassen worden
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Nach einer Operation konnte ich nicht eigenständig die Toilette aufsuchen und war auf Hilfe angewiesen. Die Pflegekraft stellte den Toilettenstuhl neben mein Bett und gemeinsam hievten wir mich darauf. Sie erwartete, dass ich im voll belegten 3-Bett-Zimmer direkt dort den Toilettengang erledige. Ich bat darum, ins Bad geschoben zu werden, was sie widerwillig auch tat und dabei sehr grob mit mir umging. Sie sagte, ich müsste dann am roten Seil ziehen, wenn ich fertig bin. Sie stellte nicht sicher, dass ich es aus der Position auch gut erreichen kann.
Nachdem sie gegangen war, ging das Licht aus. Sie hatte das Licht nicht angemacht, sondern sich auf das Licht mit Bewegungssensor verlassen. Ich musste so umständlich im Dunkeln das Seil zur Benachrichtigung suchen und saß längere Zeit im Dunkeln, weil sie nicht wiederkam, weil sie zwischenzeitlich das Zimmer verlassen hatte.
Dies war sehr demütigend und unangenehm. Anschließend musste ich tagelang den Klostuhl als Rollatorersatz benutzen, weil kein Rollator zur Verfügung stand. Der Klostuhl hat keine Bremse und es war sehr umständlich und unhygienisch, weil dieser auch nicht gesäubert wurde.
Eine Operation bedeutet nicht nur körperliche Einschränkung – sie macht Menschen auch in sehr persönlichen, intimen Momenten abhängig von fremder Hilfe. Wenn in solchen Momenten Würde und Sorgfalt nicht gewahrt werden, kann das tief verletzen und das Vertrauen in die Versorgung stark erschüttern.
In der beschriebenen Situation war eine Patientin nach einem Eingriff auf pflegerische Unterstützung beim Toilettengang angewiesen. Sie befand sich allein im Badezimmer, das Licht erlosch, das Rufmittel – also das rote Seil zur Benachrichtigung des Pflegepersonals – war von ihrer Position aus nicht erreichbar, und niemand kam zurück. Zusätzlich stand tagelang kein geeignetes Hilfsmittel wie ein Rollator zur Verfügung. Solche Situationen entstehen häufig nicht durch Gleichgültigkeit einzelner Personen, sondern auch im Zusammenhang mit hohem Arbeitsdruck und knappen Personalressourcen auf Stationen.
Es gibt einige Möglichkeiten, wie Betroffene – soweit es ihre Situation erlaubt – dazu beitragen können, dass ihre Bedürfnisse wahrgenommen werden.
Wenn Sie nach einem Krankenhausaufenthalt das Gefühl haben, nicht angemessen versorgt oder in Ihrer Würde verletzt worden zu sein, steht Ihnen die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlos für Gespräche und Beratung zur Verfügung.
Auf mehr-patientensicherheit.de können Sie Ihre Erfahrungen anonym berichten – damit ähnliche Situationen erkannt und Verbesserungen angestoßen werden können.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
Chronisch krank mit ME/CFS: Krankenkasse verweigert Kostenübernahme für Medikamente und Hilfsmittel. Ein CIRS-Fall zeigt die Versorgungslücken Betroffener.
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Die Betriebskrankenkassen:
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