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2024-1026

Schlechte Organisation und mangelhafte Kommunikation zu Nüchternheitsregeln vor OP bei Stillkind

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Fallbeschreibung:

Unser Sohn wurde im Krankenhaus operiert. Er ist noch ein Stillkind. Wegen Vollnarkose wurde uns gesagt und auch schriftlich bestätigt: Die letzte Muttermilch darf spätestens 3 Stunden vor der OP gegeben werden. So wurde es auch gemacht. Dann auf Station auf die OP-Vorbereitung waren. Und es kommt einfach keiner, obwohl die OP in Kürze starten sollte. Daraufhin haben wir bei dem Pflegepersonal auf der Station nachgefragt. Die Antwort war: Die OP ist um eine Stunde verschoben. Begründung: Man darf spätestens 4 Stunden vor der OP stillen. Wir zeigten den Ausdruck vom Anästhesisten, auf dem ganz klar stand: 3 Stunden. Dann hieß es, wir sollten das mit dem Anästhesisten klären. Also mehrere Stockwerke mit dem Kind (welches mittlerweile übermüdet, durstig und hungrig) zum Arzt. Der bestätigt die Regeln mit 3 Stunden und meint, dass die Schwestern von Station solche Entscheidungen gar nicht treffen dürfen. Zurück auf Station: Keiner der Schwestern mehr da. Schichtwechsel.

Gut gelaufen:

Die OP ist gut verlaufen und die Aufklärung durch den Chirurgen war sehr gut und verständlich.

Schlecht gelaufen:

Als Erstes die mangelnde Kommunikation auf der Station. Reinigungspersonal: Zimmer nicht mal richtig sauber gemacht und zusammengefegten Müll einfach auf dem Boden liegen lassen. Im Zimmer waren 3 Patienten, die alle noch sehr klein waren. Alle nach Vollnarkose. Natürlich war es nichts mit dem Schlafen nachts. Morgens sind endlich alle Kinder eingeschlafen. Kurz darauf werden alle durch lautes Poltern geweckt. Reinigungspersonal hat mit Zimmerreinigung angefangen.

Verbesserungsvorschläge:

Wenn schon die OP um 1 Stunde verschoben wird, dann sollte man das gleich sagen und nicht mit einem müden, durstigen und hungrigen Kind einfach im Zimmer ohne Informationen warten lassen. So könnten wir wenigstens mit dem Kinderwagen herausgehen, damit das Kind wenigstens ein bisschen schläft und sich beruhigt. Am nächsten Tag waren alle 3 Patienten entlassen. Solche Informationen kann man an die Reinigungskräfte weitergeben. Danach muss man die Zimmer ohnehin reinigen und man braucht nicht frühmorgens zu kommen.

Weitere Infos:

Leider waren wir in den letzten Jahren schon mehrmals in diesem Krankenhaus. Und jedes Mal lief irgendwas schlecht. Meistens aufgrund schlechter Organisation und Kommunikation. Als unser Sohn als Neugeborenes hohes Fieber bekommen hat, wurden wir von unserem Kinderarzt wegen einer Blutprobe in die Kindernotaufnahme geschickt. Die Schwester hat dann gleich auf der Intensivstation angerufen, damit ein Bett vorbereitet wird. Und das, obwohl das Kind noch nicht mal untersucht wurde. Bei der Blutabnahme hat sich das Kind gewehrt, sodass im Zimmer überall Blutspritzer auf dem Boden waren. Nach vielen Stunden wurden wir endlich entlassen. Intensivstation hat man nicht gebraucht (die Vorbereitung wäre umsonst gewesen). Am nächsten Tag mussten wir noch einmal dorthin zu einem wiederholten Bluttest. Und wieder ruft die Schwester auf der Intensivstation an, damit dort ein Bett vorbereitet wird. Wir waren wieder im selben Zimmer wie am Tag zuvor. Die Blutspritzer waren immer noch nicht weggewischt. Nach einem Tag! Und wieder hat man kein Bett auf der Intensivstation gebraucht. Aber Hauptsache auf der Intensivstation anrufen und dort unnötige Arbeit verursachen. Ab einem gewissen Kindesalter muss man selbst bezahlen, wenn man mit dem Kind auf Station übernachten will. Hohe Kosten. Für Zimmer mit 2 weiteren Patienten plus Begleitung. Oder für 2 Scheiben Brot mit bisschen Käse ohne Wurst. Eine Ferienwohnung woanders kostet weniger pro Tag. Und natürlich die Aufzüge. Von drei funktioniert nur einer. Und so fahren in einem überfüllten Aufzug Besucher, Patienten und Personal. Wenn man an die Corona-Zeiten denkt.

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 1-4 Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Krankenhaus
Geschlecht: männlich

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