2025-158
Fehlende Fehlerkultur: eindeutiger medizinischer Fehler wird vertuscht
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Ich bin selbst Arzt (FA für Innere Medizin, Kardiologie und Internistische Intensivmedizin). Im Rahmen einer Dickdarmoperation kam es bei mir aufgrund von Fehlern der Anästhesie (zweifelhafte Anästhesieführung, vorschnelle Extubation, vernachlässigte Nachsorge) im Nachgang der Operation zur Verlegung meiner Atemwege und im Gefolge zur Ausbildung eines nicht-kardialen Lungenödems, in der Anästhesie als „negative pressure pulmonary edema“, NPPE bekannt. Ich sollte bemerken, ich bin kardiopulmonal gesund. Ansonsten hätte das Geschehen wohl nicht überlebt.
Es besteht keine Einsicht des mich betreuenden Anästhesisten (der von mir vorab nicht gewünschte Chefarzt einer großen Klinik), der Gutachter spricht von Pech und Schicksal. Alle Anästhesisten um mich herum, auch sogenannte namhafte, sind über diese Beurteilung entsetzt. Jeder Anästhesist weiß um dieses Krankheitsbild seit Anbeginn der Facharztausbildung, nur nicht der Anästhesist, der bei mir die Narkose führte und der „sogenannte“ Gutachter. Das Gutachten ist ein medizinischer Offenbarungseid, obwohl er nachbessern durfte – was ist das für ein Vorgehen der Landesärztekammer? Na, die Landesärztekammer deckt ja diese Vorgehen in Deutschland!
Es geht mir im Wesentlichen um die Fehlerkultur, die Transparenz, die Kommunikation, das Verhindern das sich die gleichen Fehler wiederholen und dass das Potential, aus Fehlern zu lernen, endlich genutzt wird.
Wir brauchen dringend einen Fehlerkodex und eine Pflicht zur Anzeige von unerwarteten Verläufen und Fehlern. Übrigens, mit Komplikation meinen wir in der Medizin zumeist Fehler!
Ich erbitte Unterstützung, dass endlich eine verpflichtende Fehlerkultur in der Medizin eingeführt wird. Wie können wir vorgehen?
Eine Operation ist für viele Menschen eine belastende Erfahrung – umso mehr, wenn im Nachgang ernsthafte Komplikationen auftreten und das Gespräch darüber nicht gelingt. Wenn Betroffene anschließend das Gefühl haben, dass Vorfälle nicht offen angesprochen oder aufgearbeitet werden, kann das zusätzlich zu körperlichen Belastungen auch tiefe Verunsicherung und Ohnmacht auslösen.
In diesem Fall trat nach einer Dickdarmoperation eine schwerwiegende Atemwegskomplikation auf – ein sogenanntes nicht-kardiales Lungenödem (eine durch Unterdruck ausgelöste Flüssigkeitsansammlung in der Lunge, die im Zusammenhang mit der Narkoseführung entstehen kann). Der Betroffene überlebte die Situation, erlebte jedoch im weiteren Verlauf, dass eine offene Auseinandersetzung mit dem Geschehen ausblieb. In einer solchen Konstellation – wenn Gutachten als unzureichend empfunden werden und institutionelle Stellen keine befriedigenden Antworten geben – gibt es für Betroffene nur begrenzten Handlungsspielraum. Das ist eine reale und wichtige Tatsache, die anerkannt werden muss.
Auch wenn sich systemische Mängel nicht durch Einzelpersonen lösen lassen, gibt es Wege, die eigene Situation aktiv anzugehen und zur Verbesserung der Versorgung beizutragen.
Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenfreie, neutrale Beratung bei Fragen zu Behandlungsfehlern und rechtlichen Möglichkeiten – erreichbar unter 0800 011 77 22 (kostenfrei, Mo–Fr 8–22 Uhr, Sa 8–18 Uhr). Auf mehr-patientensicherheit.de finden Betroffene weitere Informationen und die Möglichkeit, eigene Erfahrungen anonym zu teilen – damit aus jedem Fall gelernt werden kann.
Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
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Die Betriebskrankenkassen:
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