2026-157
Unrichtigkeiten im mitgereichten Arztbericht (taggleiche Entlassung)
Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular
Notfall, Einlieferung per Rettungswagen
…
Nachdem die Ärztin mir mitteilte, es bestehe kein Bedarf eines weiteren Aufenthaltes, weil ich ja von ihr auf dem Gang gesehen wurde [in Begleitung vom Personal beim Weg zur/von der Toilette], wurde der Arztbericht angefertigt.
Beim ‚Überfliegen‘ fiel mir auf, dass die von mir angegebenen Medikamenten-Dosierung falsch dokumentiert ist:
– „1,5“ Tabletten statt richtig 0,5 Tabletten.
„Seit 4 Monaten Erwerbsminderungsrentner“: Falsch! seit etwa 15 Jahren!
Nach einer Wartezeit von knapp zwei Stunden, die mir liegend gut bekam, konnte mein Anliegen ‚Korrektur des Arztberichtes‘ von mir angesprochen werden:
Im Ergebnis bat ich um Aushändigung des einwandfreien Arztbriefes. Das wurde mir mit dem Hinweis ‚dann müsse sie alles noch mal eintippen, weil sie keinen Zugriff mehr darauf habe‘ wider Erwarten klar abgelehnt.
Zu meiner fragenden Anmerkung zu – : Verneint Sozialanamnese …“: voll unzutreffend! – kam es nicht mehr.
Mich hat interessiert, wer von mir auf die unbekannte Frage keine Antwort bekommen haben soll. Das blieb unbeantwortet.
Der Laie = Patient findet, dass so ein Arztbrief qualitätsgesichert sein muss, um Nachteile zu vermeiden.
Der nächste Arzt, der diesen unrichtigen Bericht liest, lässt womöglich auf Grund der – offensichtlich gemäß Faktenlage, Medikamentenplan [der nicht vorlag, aber die Rettungskräfte und bei Einlieferung wurde klar verständlich von mir richtig genannt] – unrichtigen Dokumentationen an den Aussagen des Patienten Zweifel aufkommen – völlig unberechtigt und vermeidbar , womöglich zum Schaden des Patienten!
**[BESCHULDIGUNG]** Mich hat interessiert, wer von mir auf die unbekannte Frage keine Antwort bekommen haben soll. Das blieb unbeantwortet.
**[BESCHULDIGUNG]** Der nächste Arzt, der diesen unrichtigen Bericht liest, lässt womöglich auf Grund der – offensichtlich gemäß Faktenlage […] – unrichtigen Dokumentationen an den Aussagen des Patienten Zweifel aufkommen – völlig unberechtigt und vermeidbar , womöglich zum Schaden des Patienten!
Nach einem Notfalleinsatz und einer belastenden Untersuchungssituation ist es verständlich, dass die Aufmerksamkeit für schriftliche Dokumente begrenzt ist – und dennoch können gerade in solchen Momenten wichtige Details falsch festgehalten werden. Wenn Angaben in einem Arztbericht – dem schriftlichen Bericht, der den Behandlungsverlauf zusammenfasst und an nachbehandelnde Ärztinnen und Ärzte weitergegeben wird – nicht der Wirklichkeit entsprechen, kann das bei späteren Behandlungen zu Missverständnissen führen.
In diesem Fall wurden in dem Arztbericht eine falsche Medikamentendosierung sowie eine unzutreffende Angabe zur Erwerbsbiografie dokumentiert. Der Patient erkannte die Fehler noch vor Ort und bat um Korrektur – eine nachvollziehbare und berechtigte Reaktion. Die Korrektur wurde jedoch nicht vorgenommen. Dass Betroffene in einer solchen Situation nicht weiterkommen, ist eine bekannte Schwierigkeit – es liegt nicht an ihnen, wenn die Abläufe vor Ort keine kurzfristige Lösung ermöglichen.
Wer einen Arztbericht noch in der Einrichtung erhält, kann ihn – falls es der Zustand erlaubt – direkt auf Vollständigkeit und Richtigkeit prüfen. Die folgenden Möglichkeiten können dabei hilfreich sein:
Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose und unabhängige Beratung zu Patientenrechten – auch bei Fragen zur Dokumentation und zur Akteneinsicht. Auf mehr-patientensicherheit.de können Sie Ihre Erfahrung anonym berichten und damit dazu beitragen, dass solche Situationen besser verstanden und langfristig verbessert werden.
Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
CIRS-Fall: Bei der Behandlung einer Facialisparese häuften sich Fehler – falsche Befunde, dreifach überhöhte Dosis, fehlerhafte Therapieanweisung.
Fall lesen →Ein Arzt erlebt nach einer Dickdarm-OP ein schweres Lungenödem. Der Fall zeigt: Offene Fehlerkultur und verpflichtende Meldesysteme können Leben retten.
Fall lesen →Ein sozialmedizinisches Gutachten enthielt falsche Diagnosen, fehlende Befunde und unrichtige Angaben. Was Betroffene wissen sollten.
Fall lesen →Patientin mit Lipödem erhält Befundbericht mit standardisierten Textbausteinen – wichtige Untersuchungen fehlen. Was das für die Behandlung bedeutet.
Fall lesen →Ein fehlerhafter Entlassungsbericht nach der Reha wurde dem Patienten zum Nachteil ausgelegt. Was das bedeutet und wie man sich schützt.
Fall lesen →Ein CIRS-Fall zeigt, wie eine Lungenmetastase in zwei aufeinanderfolgenden CT-Berichten fälschlich als verschwunden dokumentiert wurde.
Fall lesen →
Die Betriebskrankenkassen:
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,
Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.
Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team