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2024-1366

Unzufrieden mit Befundbericht aus dem Krankenhaus. Hinweise auf standardisierte Textbausteine (KI)

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Fallbeschreibung:

Befundbericht mit Textbausteinen: Lipödem unzureichend untersucht

Wegen starker Schmerzen in den Beinen, Diagnose: Lip- und Lymphödem, Krampfadern. BMI unter 35.
Kompressionsstrümpfe/ Strumpfhose werden seit Jahren täglich getragen.
Zur Abklärung ambulant im Krankenhaus. Antwort: „Fett absaugen“ und Kompressionsstrümpfe tragen. Keine zufriedenstellende Antwort. Im Befundbericht, der Tage später per Post zugestellt wurde, sind Textbausteine angewendet worden, laut Hausärztin. Der Bericht spiegelte nicht das Ergebnis der Untersuchung wider. Es stand dort: Termin für OP vereinbaren, Kostenvoranschlag beantragen und Kompressionstrümpfe anpassen.
Wie soll so eine Weiterbehandlung erfolgen? Funktionen der Venenklappen wurden gar nicht untersucht.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Der Arzt war überzeugt von einer Lip- OP. Das war nicht mein Ansatz. Er war kurz angebunden und ich fühlte mich schlecht behandelt. Zugehört hat er mir auch nicht. Und keinen korrekten Arztbericht diktiert. Ich habe sogar einen 2. Bericht angefordert, mit der Bitte, den Inhalt auf meine Person zu beziehen. Hat nicht funktioniert.

Verbesserungsvorschläge:

Ich weiß nicht, ob hier bereits künstliche Intelligenz zum Einsatz kam. So sind die IT-Ressourcen fehl am Platz.

Weitere Infos:

Keine Textbausteine für Befundberichte nutzen! Sollte schon passen.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Es ist belastend, wenn man mit Beschwerden in eine Untersuchung geht und das Gefühl hat, nicht wirklich gehört zu werden – und wenn der anschließende Befundbericht die eigene Situation kaum zu spiegeln scheint. Solche Erfahrungen können das Vertrauen in die Versorgung erschüttern und die Weiterbehandlung erschweren.

In manchen Fällen enthalten ärztliche Befundberichte Textbausteine – also vorgefertigte Textabschnitte, die für mehrere Patient:innen verwendet werden. Das kann dazu führen, dass Empfehlungen im Bericht nicht zu der tatsächlich untersuchten Person passen oder Untersuchungsschritte aufgeführt werden, die gar nicht stattgefunden haben. Ob dabei automatisierte Systeme oder künstliche Intelligenz eine Rolle spielen, ist von außen oft schwer zu beurteilen.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer den Eindruck hat, dass ein Befundbericht die eigene Situation nicht korrekt wiedergibt, hat verschiedene Möglichkeiten, darauf zu reagieren.

  • Es ist möglich, direkt bei der ausstellenden Einrichtung eine Korrektur oder Ergänzung des Berichts zu beantragen – am besten schriftlich und mit konkreten Hinweisen, welche Angaben nicht stimmen oder fehlen. Eine mögliche Formulierung: „Ich bitte darum, den Befundbericht auf meine persönliche Untersuchungssituation anzupassen. Die Empfehlung zu einer OP-Terminvereinbarung spiegelt nicht das Gesprächsergebnis wider.“
  • Die Hausärztin oder der Hausarzt kann als Ansprechperson hinzugezogen werden – sie oder er kann den Bericht einordnen, auf Unstimmigkeiten hinweisen und gegebenenfalls eine ergänzende Untersuchung oder eine Überweisung an eine andere Fachpraxis veranlassen.
  • Bei komplexen Erkrankungen wie einem Lip- und Lymphödem (Erkrankungen, bei denen Fett- oder Lymphflüssigkeit sich krankhaft im Gewebe ansammelt) ist es möglich, gezielt eine spezialisierte Einrichtung aufzusuchen – etwa ein zertifiziertes Lipödem-Zentrum oder eine gefäßmedizinische Praxis, die auch die Venenfunktion gezielt untersucht.
  • Wer das Gespräch mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin als unbefriedigend erlebt, kann eine Begleitperson zur nächsten Untersuchung mitbringen. Diese kann beim Zuhören und Nachfragen unterstützen und hinterher helfen, das Gespräch nachzuvollziehen.

Worauf Sie achten können

  • Ein Befundbericht kann auf Stimmigkeit geprüft werden: Stimmen die aufgeführten Untersuchungen mit dem überein, was tatsächlich stattgefunden hat? Passen die Empfehlungen zu den besprochenen Inhalten?
  • Bei Unklarheiten im Bericht ist es möglich, vor der nächsten Behandlungsmaßnahme nachzufragen – zum Beispiel: „Auf welcher Grundlage basiert diese Empfehlung?“
  • Alle Berichte, Überweisungen und Befunde können gesammelt und bei weiteren Arztterminen mitgebracht werden – das erleichtert eine lückenlose Einschätzung der Krankengeschichte.
  • Wer das Recht auf Einsicht in die eigene Patientenakte nutzen möchte, kann dies schriftlich bei der behandelnden Einrichtung beantragen – das ist gesetzlich verankert.

Sie sind nicht allein

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose und unabhängige Beratung bei Fragen zu Befundberichten, Patientenrechten und dem weiteren Vorgehen nach einer unbefriedigenden Untersuchung. Eigene Erfahrungen – ob positiv oder negativ – können außerdem auf mehr-patientensicherheit.de anonym berichtet werden, um anderen Betroffenen und dem Gesundheitswesen zu helfen.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:sonstiger Bereich, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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