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2024-1377

Blutwerte nicht gesehen bzw. nicht beachtet – Folge insulinpflichtig Diabetiker

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Fallbeschreibung:

Blutzucker nach Hüft-OP übersehen – Folge: Diabetes

Stationärer Aufenthalt zur geplanten Hüft TEP.
Im Vorfeld der OP waren alle Blutwerte, auch der Zucker und der Hba1C völlig in Ordnung.
Während und nach OP wurde mehrfach Blut abgenommen.
Am 10ten Tag nach OP wurde mehrfach ich zur AHB in eine Reha Klinik verlegt.
Am ersten Tag der Reha wurde Blut abgenommen. Es zeigte sich ein dramatischer bzw. kritischer Blutzucker Wert
Der Arzt in der Reha Klinik stellte fest, dass bereits am 1. / 3. / 5. und 8. Tag bei den Blutabnahme in der OP Klinik die Zuckerwerte stark anstiegen, aber keine Beachtung gefunden haben
Am 14. Tag nun war es zu spät
Meine Bauchspeicheldrüse hatte ihren Dienst quittiert.
Ich bin nun Insulinpflichtig Diabetiker.

Gut gelaufen:

Es wurde während der OP 2 x und nach OP 5 x Blut abgenommen. Um Entzündung auszuschließen.

Schlecht gelaufen:

Es wurden eben NUR die Entzündungswerte CRP und Leukos beachtet.

Verbesserungsvorschläge:

Auch Chirurgen sollten wieder etwas mehr Ganzheitliche Betrachtung lernen müssen.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Ein geplanter Eingriff wie der Einbau eines künstlichen Hüftgelenks (Hüft-TEP) ist für Betroffene mit großen Erwartungen verbunden – und mit dem Vertrauen, dass die Nachsorge umfassend erfolgt. Es ist belastend zu erfahren, dass Laborwerte, die im Verlauf eines stationären Aufenthalts erhoben wurden, nicht vollständig ausgewertet wurden und dies langfristige gesundheitliche Folgen hatte.

Wenn während und nach einer Operation regelmäßig Blut abgenommen wird, werden die Ergebnisse häufig gezielt auf bestimmte Werte hin ausgewertet – in diesem Fall auf Entzündungszeichen wie CRP (ein Entzündungsmarker im Blut) und Leukozyten (weiße Blutkörperchen). Andere Werte, die ebenfalls in der Probe enthalten sind, können dabei in den Hintergrund geraten, wenn sie nicht ausdrücklich im Fokus stehen. In einer solchen Situation gab es für die betroffene Person keinen offensichtlichen Anhaltspunkt, selbst einzugreifen – die Werte lagen vor und wurden augenscheinlich bearbeitet. Es ist wichtig, das ausdrücklich anzuerkennen.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer in Zukunft stationär behandelt wird und Laborwerte erhoben werden, kann – wenn er oder sie möchte – aktiv nachfragen und so ein breiteres Bild der eigenen Gesundheitssituation im Blick behalten.

  • Nachfragen, welche Werte ausgewertet werden: Bei jeder Blutabnahme ist es möglich zu fragen: „Welche Werte schauen Sie sich heute konkret an – und gibt es Werte, die dabei nicht ausgewertet werden?“ Das hilft, ein Gefühl für den Umfang der Auswertung zu bekommen.
  • Eigene Vorerkrankungen aktiv benennen: Wer in der Vergangenheit bereits Auffälligkeiten beim Blutzucker hatte oder familiär vorbelastet ist, kann das bei der Aufnahme und auch während des Aufenthalts ansprechen – auch wenn die aktuellen Werte zunächst unauffällig sind.
  • Um eine Rückmeldung zu den Ergebnissen bitten: Es ist möglich, das Behandlungsteam darum zu bitten, nach jeder Blutabnahme kurz mitzuteilen, was die Ergebnisse zeigen – zum Beispiel: „Können Sie mir kurz sagen, wie meine heutigen Blutwerte insgesamt ausgefallen sind?“
  • Beim Wechsel in eine Reha-Einrichtung auf Vollständigkeit der Unterlagen achten: Beim Übergang von einem Krankenhaus in eine Rehabilitationsklinik (Reha) ist es möglich zu fragen, ob alle Laborwerte vollständig im Verlegungsbericht enthalten sind – nicht nur die, auf die besonders geachtet wurde.

Worauf Sie achten können

  • Fragen, ob bei der Blutabnahme auch ein Blutzuckerwert (Glukose) und – bei längerem Aufenthalt – ein HbA1c-Wert (Langzeitblutzucker der letzten Wochen) erfasst werden.
  • Auffällige Symptome wie ungewöhnlichen Durst, häufiges Wasserlassen oder unerklärliche Erschöpfung während des Krankenhausaufenthalts ansprechen – auch wenn man zunächst vermutet, sie seien operationsbedingt.
  • Beim Entlassgespräch fragen, welche Werte im Verlauf des Aufenthalts erhoben wurden und ob alle unauffällig waren.
  • Einen Patientenbrief oder Entlassungsbericht anfordern und diesen beim ersten Termin in der Reha-Einrichtung oder beim Hausarzt vorlegen – der Hausarzt kann als zusätzliche Kontrollinstanz alle Werte im Blick behalten.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie eine ähnliche Erfahrung gemacht haben oder Fragen zu Ihren Rechten als Patient oder Patientin haben, bietet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlose und vertrauliche Beratung an. Ihre Erfahrungen können Sie außerdem auf mehr-patientensicherheit.de melden – jeder Bericht hilft dabei, die Versorgung für alle zu verbessern.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Krankenhaus
Geschlecht: männlich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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