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2024-1276

Nicht erkanntes akutes Nierenversagen

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Fallbeschreibung:

Akutes Nierenversagen im Krankenhaus nicht erkannt

Mein Mann ist in der Hämatologie in Behandlung. Es wurde eine seltene Autoimmunerkrankung diagnostiziert. Er wurde wegen der Erkrankung wieder über die Notaufnahme eingewiesen (ein dicker Unterschenkel – Verdacht auf Thrombose – nicht bestätigt – hohe Entzündungswerte, hohes Fieber). Beim Besuch durch unseren Sohn und mich fiel uns auf, das mein Mann enorm aufgeschwemmt war (viele kg mehr Gewicht). Wir haben sofort den Arzt verlangt. Er ist noch in der Nacht auf die Intensivstation gekommen – akutes Nierenversagen. Uns wurde dort mitgeteilt, dass die Werte schon einige Tage vorher darauf hingewiesen haben. Keine Pflegekraft und kein Arzt hat das gemerkt?

Gut gelaufen:

Auf der Intensivstation wurde sofort mit der Dialyse begonnen. Es ist ein Glück, dass die Nieren nach mehreren Dialysen wieder angefangen haben zu arbeiten.

Schlecht gelaufen:

Trotz täglicher Blutkontrollen und in Augenscheinnahme des Patienten ist ein so ernster Zustand nicht erkannt worden.

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Es ist eine außerordentlich belastende Erfahrung, wenn man als Angehöriger eine Verschlechterung des Zustands eines nahestehenden Menschen bemerkt – und erfährt, dass Hinweiszeichen bereits früher vorhanden waren. Solche Situationen werfen viele Fragen auf und können tiefe Verunsicherung hinterlassen.

Ein akutes Nierenversagen – das heißt, die Nieren arbeiten plötzlich nicht mehr ausreichend – kann sich durch Wassereinlagerungen im Körper zeigen, die als sichtbare Schwellungen oder als rasche Gewichtszunahme erkennbar werden. Im Klinikalltag, besonders auf einer Normalstation mit vielen Patient:innen, können solche Zeichen trotz regelmäßiger Blutkontrollen im Gesamtgeschehen zunächst unentdeckt bleiben. Dass Angehörige Veränderungen bemerken, die im Stationsalltag nicht aufgefallen sind, ist in solchen Fällen keine Seltenheit – sie kennen den betroffenen Menschen und seinen Körper oft sehr gut.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

Angehörige können eine wichtige Rolle übernehmen, wenn sie im Krankenhaus zu Besuch sind – nicht als Kontrollinstanz, sondern als Menschen mit einem besonderen Blick auf die Person, die sie kennen und lieben.

  • Auffällige körperliche Veränderungen – zum Beispiel starke Schwellungen, deutliche Gewichtsveränderungen, ungewöhnliche Müdigkeit oder veränderte Hautfarbe – können direkt und klar beim Pflegepersonal oder dem zuständigen Arzt oder der zuständigen Ärztin angesprochen werden. Eine Formulierung wie „Ich kenne meinen Mann gut – diese Schwellung war gestern noch nicht so ausgeprägt. Kann das bitte jemand anschauen?“ macht die eigene Beobachtung konkret und nachvollziehbar.
  • Wenn der eigene Eindruck nicht ausreichend ernst genommen wird, ist es möglich, ausdrücklich um eine ärztliche Einschätzung zu bitten – auch außerhalb der regulären Visite.
  • Es kann helfen, Beobachtungen kurz zu notieren: Datum, Uhrzeit und was genau aufgefallen ist. Das ermöglicht eine gezieltere Kommunikation mit dem medizinischen Team.
  • Bei dringendem Bedarf – wenn die Situation als gefährlich eingeschätzt wird – ist es möglich, ausdrücklich zu sagen: „Ich mache mir ernsthafte Sorgen um den Zustand meines Mannes und bitte sofort um ärztliche Beurteilung.“ Das ist kein Eingriff in medizinische Abläufe, sondern eine legitime Rückmeldung.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Bei einer bekannten Grunderkrankung – besonders bei Autoimmunerkrankungen oder Erkrankungen des Blutes – kann im Vorfeld mit dem behandelnden Team besprochen werden, auf welche Warnsignale besonders zu achten ist, und welche Beobachtungen unverzüglich gemeldet werden sollten.
  • Eine Vorsorgevollmacht und ein Betreuungspatient:innenverfügung ermöglichen es, dass Angehörige im Ernstfall auch formal in medizinische Entscheidungen einbezogen werden können – das lässt sich in ruhigen Phasen regeln.
  • Eine persönliche Notfallkarte oder ein kurzes Dokument mit wichtigen Diagnosen, aktuellen Medikamenten und bekannten Risiken kann bei einer Einweisung hilfreich sein – damit das aufnehmende Team schnell einen Überblick erhält.
  • Wer regelmäßig als Begleitperson im Krankenhaus anwesend ist, kann beim Pflegeteam nachfragen, über welchen Weg Beobachtungen am besten weitergegeben werden – das erleichtert die Kommunikation im Alltag.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie als Angehöriger oder Angehörige eine solche Erfahrung gemacht haben und Fragen oder Unsicherheiten haben, steht die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlos und vertraulich zur Verfügung. Auf mehr-patientensicherheit.de können Sie außerdem eigene Erfahrungen melden – damit andere von dem lernen können, was Sie erlebt haben.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 70-79 Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Krankenhaus
Geschlecht: männlich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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