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2025-210

Schamgefühl missachtet

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Fallbeschreibung:

Intimsphäre verletzt: Würde bei Blasenkatheter wahren

Ich brauchte einen Blasenkatheter und wurde hinter einen Vorhang geführt. Sie dürfen sich jetzt freimachen und auf die Liege legen, ich komme gleich wieder. Die MFA kam wieder, wollte beginnen und hat anscheinend was vergessen. Sie ging wieder und lies den Vorhang offen. Auch die Türe zum MFA-Zimmer stand offen und ich hatte in meiner peinlichen Situation Blickkontakt zu Leuten im Wartebereich, die auch mich sahen.

Zwei Monate später bekam ich einen neuen Blasenkatheder. Sie können sich jetzt unten freimachen und auf die Liege legen, ich komme gleich wieder. Sie kam bald wieder und gleichzeitig stellte sich ein ca.16jähriges Mädchen als Zuschauerin neben mich. Mir wurde nichts von einer Zuschauerin gesagt, also konnte ich mein Widerspruchsrecht nicht wahrnehmen. Ich wurde also überrumpelt und war in diesem Moment mit der Situation überfordert. Als die Blasenkathetersetztung fertig war, sagte die MFA, sie dürfen sich wieder anziehen, machte den Vorhang auf und verschwand. So schnell konnte ich meine Hose nicht raufziehen und sah, wie im selben Zimmer einer Frau Blut abgenommen wurde. Sie hat mich auch gesehen. Es waren zwar nur 2sec, ich finde 2sec zu viel. Ich habe dies dem Arzt gesagt, der daraufhin meinte, da muss man mal schauen, wer das wieder war. Ich habe bis heute noch keine schlüssige Erklärung seitens der Praxis bekommen.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Die Leitung der Praxis gibt nur oberflächige Antworten auf meine Fragen

Verbesserungsvorschläge:

Sobald ein Patient seine Unterhose herunten hat, muss gewährleistet sein, dass er von Fremden nicht gesehen wird

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Medizinische Eingriffe, bei denen man sich entkleiden muss, erfordern besonderes Vertrauen – und dieses Vertrauen ist eng mit dem Schutz der eigenen Privatsphäre verbunden. Wenn dieser Schutz nicht gewährleistet ist, kann das als tief beschämend erlebt werden und das Gefühl hinterlassen, in einem verletzlichen Moment nicht ausreichend gesehen worden zu sein.

In Arztpraxen sind Abläufe oft eng getaktet. Dabei kann es vorkommen, dass der Sichtschutz – also Vorhänge oder geschlossene Türen – nicht konsequent geschlossen bleibt oder dass Dritte, etwa Auszubildende oder Hospitantinnen und Hospitanten, ohne ausdrückliche Ankündigung anwesend sind. Auch das Recht, der Anwesenheit weiterer Personen zu widersprechen, wird nicht immer aktiv kommuniziert.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer sich in einer ähnlichen Situation befindet, kann vorab einige Punkte ansprechen – das ist möglich, auch wenn es nicht immer leicht fällt.

  • Vor dem Ausziehen lässt sich gezielt nach dem Sichtschutz fragen: „Können Sie bitte sicherstellen, dass der Vorhang und die Tür geschlossen bleiben, solange ich entkleidet bin?“ – das ist ein berechtigtes Anliegen, das jederzeit geäußert werden kann.
  • Es ist möglich, vor dem Eingriff zu fragen, ob weitere Personen anwesend sein werden: „Wird noch jemand dabei sein? Ich möchte gerne vorher gefragt werden.“ Das Recht, der Anwesenheit von Dritten – etwa Auszubildenden – zu widersprechen, besteht immer und muss nicht begründet werden.
  • Wer sich in einer Situation überrumpelt fühlt, kann auch im Nachhinein das Gespräch suchen – mit der behandelnden Person oder der Praxisleitung. Eine schriftliche Rückmeldung ist dabei möglich, wenn mündliche Antworten unbefriedigend bleiben.
  • Wenn die Praxis keine zufriedenstellende Antwort gibt, kann eine unabhängige Beratung in Anspruch genommen werden – etwa bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD), die kostenlos und anonym erreichbar ist.

Worauf Sie achten können

  • Vorhang und Tür sind während des gesamten Eingriffs geschlossen – nicht nur zu Beginn.
  • Die Anwesenheit weiterer Personen wird vorab angekündigt und Ihre Zustimmung wird eingeholt.
  • Nach dem Eingriff bleibt ausreichend Zeit und Sichtschutz, um sich in Ruhe anzuziehen.
  • Auf Rückmeldungen zu Datenschutz oder Würdeverletzungen reagiert die Praxis konkret und nachvollziehbar – nicht nur ausweichend.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: männlich

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