Icon Mehr-Patientensicherheit
2025-155

Respektloses Verhalten bei Neuaufnahme in Praxis

Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular

Fallbeschreibung:

Respektlose Kommunikation beim Augenarzt: CIRS-Fall

In meinen Unterlied hat sich eine Beule entwickelt. Zuerst habe ich mit eine freiverkäuflichen Augensalbe aus der Apotheke behandelt. Als dies nach drei Tagen keinen Erfolg zeigte, habe ich im Internet einen Augenarzt mit offener Sprechstunde gesucht (ich bin neu in den Ort gezogen).

Ich bin morgens zu Beginn der offenen Sprechstunde in der Augenarztpraxis gewesen. Eine Arzthelferin hat mich aufgenommen. Eine andere Arzthelferin sagte zu dieser: „Du, wir können hier nicht alles aufnehmen.“

Ich finde es sehr verletzend und respektlos Menschen so über jemanden Reden zu hören.
Zudem habe ich mich mit einem behandlungsbedürftig Problem vorgestellt.
Schade, dass Arzthelferinnen so sein dürfen und keine Konsequenzen daraus tragen.

Gut gelaufen:

Ich durfte mich bei der Augenärztin vorstellen. Ich habe eine medikamentöse Therapie erhalten.

Schlecht gelaufen:

Aus meiner Sicht das besonders schlecht gelaufen, dass Arzthelferinnen so über jemanden reden dürfen und es alle hören können. Weiterhin bedaure ich, dass Arzthelferinnen keine Konsequenzen aus ihrem Verhalten tragen.

Verbesserungsvorschläge:

Aus meiner Sicht, dürfen auch Arzthelferinnen respektvoll mit Patienten umgehen.

Weitere Infos:

Ja habe ich. Das ist nicht die erste Arzthelferin, die mir mit einem respektlosen und verletzenden Verhalten gegenüber tritt. Und es ist auch nicht die erste Arzthelferin, die ich erlebt habe, die anderen Patienten gegenüber respektlos und verletzend ist. Hier spreche ich von mir als freundliche Person und auch von anderen Patienten, die ich als freundlich erlebe, welche oben genanntes Verhalten von Arzthelferinnen erleben müssen. Das ist sehr traurig.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Einen neuen Arzt oder eine neue Ärztin aufzusuchen ist ohnehin mit Unsicherheit verbunden – erst recht, wenn man mit einem körperlichen Problem kommt und sich Hilfe erhofft. Wenn man in diesem Moment Bemerkungen mithört, die sich respektlos anfühlen, kann das verletzend und beschämend wirken und das Vertrauen in die Einrichtung nachhaltig beeinträchtigen.

Solche Situationen kommen vor: Bemerkungen unter Praxismitarbeitenden werden von wartenden Patient:innen mitgehört – manchmal unbeabsichtigt, manchmal in einem Ton, der als abweisend oder entwürdigend erlebt wird. Das Erleben ist real und berechtigt, unabhängig davon, wie die Bemerkung gemeint war.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer eine ähnliche Erfahrung macht, hat verschiedene Möglichkeiten – je nachdem, was sich in dem Moment richtig und zumutbar anfühlt.

  • Es ist möglich, die eigene Wahrnehmung direkt, aber ruhig anzusprechen – zum Beispiel gegenüber der aufnehmenden Person: „Ich habe gerade etwas gehört, das mich betroffen gemacht hat. Ich wäre froh, wenn wir das kurz klären könnten.“ Das erfordert Mut, kann aber manchmal Missverständnisse auflösen.
  • Wer sich im Moment nicht in der Lage fühlt, etwas zu sagen, kann die Situation zunächst auf sich beruhen lassen und sich erst nach dem Arztgespräch entscheiden, ob und wie man darauf zurückkommen möchte.
  • Eine Rückmeldung an die Praxisleitung oder die Ärztin bzw. den Arzt ist möglich – auch schriftlich oder im Nachhinein. Praxen haben ein berechtigtes Interesse daran, über erlebte Kommunikationsprobleme informiert zu werden.
  • Wenn das Erlebnis schwer nachwirkt, kann es helfen, sich Unterstützung bei einer unabhängigen Patientenberatung zu holen – zum Beispiel bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD), die kostenlos und vertraulich berät.

Worauf Sie achten können

  • Respektvoller Umgang in einer Praxis zeigt sich bereits beim ersten Kontakt – an der Rezeption, im Wartezimmer und im Gespräch. Wer sich unwohl fühlt, darf das wahrnehmen und benennen.
  • Patient:innen haben das Recht auf eine würdevolle Behandlung – das gilt für das gesamte Praxisteam, nicht nur für die Ärztin oder den Arzt.
  • Erlebtes respektloses Verhalten lässt sich anonym auf mehr-patientensicherheit.de melden – solche Berichte helfen, Muster sichtbar zu machen und zur Verbesserung der Versorgungsqualität beizutragen.
  • Wer sich dauerhaft unwohl in einer Praxis fühlt, kann eine andere Praxis aufsuchen – auch das ist eine legitime Entscheidung, die keine weiteren Begründungen benötigt.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: keine Angabe

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

Icon Pfeil nach unten

Wählen Sie eines der anderen Themen

Wählen Sie das Thema aus, das zu Ihrem Fall am besten passt oder über welches Sie weitere Informationen und berteits veröffentlichte Fälle lesen möchten. Alternativ können Sie Ihren Fall auch direkt über das Meldeformular berichten.
Ersatzkassen des vdek

Die Betriebskrankenkassen:

Wichtige Mitteilung:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,

Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.

Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team