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2025-169

Zahnimplantat und Kronen Verlust nach 4 Jahren

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Fallbeschreibung:

Zahnimplantat locker nach 4 Jahren – Fehler bei Planung & Aufklärung

Ich habe ein Backenzahnimplantat unten rechts erhalten. Es wurde eine Krone auf das Implantat aufgesetzt. Das Implantat lockerte sich 4 Jahre später und wurde am selben Tag zusammen mit der Krone entfernt. Die Firma xx, der deutsche Hersteller dieses Implantats, bietet dieses Implantat auf dem deutschen Markt nicht an.

Ich habe nach Implantatentfernung eine Zweitmeinung zum Sachverhalt eines anderen Zahnarztes eingeholt. Der Durchmesser des Implantats war zu schmal gewählt. Das Implantat nicht tief genug in den Unterkiefer eingebracht. Die Krone war dementsprechend so hoch aufgesetzt, daß der Hohlraum zwischen Krone und Unterkiefer allabendlich mit Zahnseide zu reinigen war. Der Zahnarzt hatte vor der Implantat OP nicht über Risiken, Garantien und Gewährleistungspflichten informiert. Ein Aufklärungsgespräch fand nicht statt. Ebenso wurde kein Aufklärungsprotokoll erstellt. Vor diesem Hintergrund fordere ich c.a. 2200€ Schadenersatz für die privat bezahlten OP Kosten die von der gesetzlichen Krankenkasse nicht getragen wurden. Der Zahnarzt verweigert eine Rückerstattung.

Gut gelaufen:

Die Verheilung des Unterkiefers nach Implantat Entfernung lief problemlos. Ich bekam nach Hinweis meinerseits auf große Probleme mit der Verdauung ob des prophylaktisch einzunehmenden Antibiotikums ein anderes welches ich weitaus besser vertragen habe.

Schlecht gelaufen:

Der Arzt hat mich vollkommen unzureichend vor dem Eingriff aufgeklärt und informiert: nach Entfernung des Implantats habe ich -übrigens erst nach Aufforderung meinerseits- den Implantatpass erhalten. Gleiches gilt für Gewährleistungs- und Garantie- pflichten: Einige Hersteller bieten 10 Jahre Garantie. Die meisten anderen Hersteller 5 – 6 Jahre. Ich bekam vor der OP keinerlei Informationen mitgeteilt welche Gewährleistung bzw. Garantie Dauer in meinem Fall geltend gemacht werden könnte. Ebenso fehlte jeder Hinweis auf das Risiko eines Implantatverlustes so wie er in meinem Fall dann eintrat.

Verbesserungsvorschläge:

Ich fordere mein Geld zurück.

Weitere Infos:

Nach medizin rechtlicher Situation haben Gerichte mit sehr ähnlicher Sachlage wie folgt entschieden: einer Klägerin wurden zugesprochen die Behandlungkosten vollumfänglich zurückzuerstatten, da der ausführende Zahnarzt vor dem Eingriff die Patientin nicht aufgeklärt hatte. Die Klage auf Schmerzensgeld wurde abgewiesen. Ich für meinen Teil fordere überhaupt kein Schmerzensgeld. Aber ich will die Behandlungskosten für den Implantat- und Kronen- Verlust zurück haben, da ich bei ordentlicher Aufklärung von diesem Eingriff definitiv abstand genommen hätte.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Ein Zahnimplantat zu verlieren ist belastend – körperlich, aber auch finanziell und emotional. Besonders schwer wiegt es, wenn Betroffene im Nachhinein feststellen, dass ihnen vor dem Eingriff wichtige Informationen fehlten, die ihre Entscheidung hätten beeinflussen können.

Zahnimplantate sind chirurgische Einlagen aus Metall, die als künstliche Zahnwurzeln in den Kieferknochen eingebracht werden. Vor einem solchen Eingriff ist ein ausführliches Aufklärungsgespräch – einschließlich eines schriftlichen Aufklärungsprotokolls – medizinisch und rechtlich vorgesehen. Dazu gehören Informationen über mögliche Risiken, die Wahl des Implantats sowie Fragen zu Garantie und Gewährleistung seitens des Herstellers. Fehlen diese Schritte, können Betroffene im Nachhinein in einer schwierigen Situation stehen – sowohl medizinisch als auch bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer vor einem Implantat-Eingriff steht oder nach einem Misserfolg Klarheit sucht, kann sich auf verschiedene Wege absichern und informieren.

  • Vor dem Eingriff aktiv nach einem Aufklärungsgespräch fragen: Es ist möglich, ausdrücklich ein Gespräch zu verlangen, in dem Risiken, Implantatwahl und Herstellergarantien besprochen werden. Eine mögliche Formulierung: „Können Sie mir bitte erklären, welche Risiken dieser Eingriff hat und welche Garantie der Hersteller auf das Implantat gibt?“
  • Aufklärungsprotokoll anfordern: Ein schriftliches Protokoll des Aufklärungsgesprächs kann vor dem Eingriff eingefordert und zur eigenen Absicherung aufbewahrt werden.
  • Den Implantatpass einfordern: Nach der Operation ist ein sogenannter Implantatpass üblich – ein Dokument mit genauen Angaben zu Hersteller, Typ und Größe des eingesetzten Implantats. Diesen Pass kann man unmittelbar nach dem Eingriff anfordern.
  • Bei Zweifeln eine Zweitmeinung einholen: Es ist jederzeit möglich, eine andere Zahnarztpraxis um eine unabhängige Einschätzung zu bitten – sowohl vor als auch nach einem Eingriff.

Worauf Sie achten können

  • Vor dem Eingriff: Wurde ein mündliches und schriftliches Aufklärungsgespräch geführt, das Risiken, Implantatwahl und Herstellergarantien umfasst?
  • Nach dem Eingriff: Liegt ein Implantatpass mit Angaben zu Hersteller, Typ, Größe und Losnummer des Implantats vor?
  • Bei Problemen: Unabhängige zahnmedizinische Beratung sowie rechtliche Beratung – etwa über die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) – sind kostenlos zugänglich.
  • Bei Verdacht auf einen Behandlungsfehler: Die zuständige Zahnärztekammer bietet Schlichtungsstellen an, die außergerichtlich vermitteln können – ohne dass sofort der Rechtsweg beschritten werden muss.

Sie sind nicht allein

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose, neutrale Beratung zu medizinischen und rechtlichen Fragen rund um Behandlungen – erreichbar unter 0800 011 77 22 (kostenfrei, Mo–Fr 8–22 Uhr, Sa 8–18 Uhr). Weitere Informationen und die Möglichkeit, eigene Erfahrungen anonym zu melden, finden Sie auf mehr-patientensicherheit.de – Ihre Schilderung kann dazu beitragen, dass anderen Betroffenen in Zukunft ähnliche Erfahrungen erspart bleiben.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: männlich

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Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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