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2026-016

Probleme bei Implantatbehandlung sowie der Weiterbehandlung

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Fallbeschreibung:

Implantatbehandlung: Wenn Angstpatienten nicht gehört werden

Ich habe mir im Ober- und Unterkiefer einige weitere Implantate setzen lassen, in einer Klinik für Kieferchirurgie. Die OP wurde ohne Rücksicht auf meine Belange (Angstpatient, Vaseline für empfindliche Mundwinkel) durchgeführt. Bei der Freilegung lehnte der Arzt die Weiterbehandlung ab, weshalb ich innerhalb der Praxis zu einem anderen wechseln wollte, was abgelehnt wurde. Nach einem Telefonat mit dem Vorgesetzten übernahm er die Weiterbehandlung, was zu einem endlosen Martyrium führte. Inzwischen ist der Zahnersatz zerbrochen bzw. herausgefallen.
Trotz Beschwerde bei der Zahnärztekammer und Gutachter soll ich die Reparatur bei dem gleichen Arzt machen lassen, obwohl ich an Panikattacken leide, wenn ich nur an ihn denke.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Da es sich um eine überwiegend private Leistung handelt, hat man nur die Möglichkeit einer Gerichtsverhandlung, die sich aber lange hinziehen kann. Und so lebe ich seit mehreren Monaten mit einem provisorisch mit Haftcreme geklebten Zahnersatz, für den ich, mit Hilfe einer Zusatzversicherung über 15.000,– € bezahlte. Einen neuen kann ich mir nicht leisten.

Verbesserungsvorschläge:

Dass ein Arzt verpflichtet wird, die Behandlung bei einem anderen zu bezahlen, wenn – wie in meinem Fall – eine Körperverletzung vorliegt, die ich beweisen kann.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn eine aufwendige zahnmedizinische Behandlung nicht so verläuft wie erhofft – und wenn dann auch noch das Vertrauensverhältnis zum behandelnden Arzt oder zur behandelnden Ärztin ernsthaft beschädigt ist – kann das für Betroffene eine enorme Belastung bedeuten. Gerade für Menschen, die ohnehin Angst vor zahnärztlichen Eingriffen haben, kann diese Situation körperlich wie seelisch sehr zermürbend sein.

Konflikte über die Qualität von Zahnersatz – insbesondere bei teuren Implantaten und privatärztlichen Leistungen – sind leider schwer zu lösen: Gutachterverfahren der Zahnärztekammer und zivilrechtliche Klagewege können viel Zeit in Anspruch nehmen, ohne dass in der Zwischenzeit eine konkrete Versorgung sichergestellt ist. In einer solchen Situation haben Betroffene oft nur eingeschränkte Möglichkeiten, schnell auf ihre Versorgung Einfluss zu nehmen.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer eine ähnliche Situation erlebt oder sich auf eine umfangreiche Implantatbehandlung vorbereitet, kann einige Schritte in Betracht ziehen, die die eigene Position stärken.

  • Besondere Bedürfnisse schriftlich festhalten: Wer als Angstpatient oder Angstpatientin behandelt werden möchte, kann darum bitten, dies vor Behandlungsbeginn schriftlich im Behandlungsvertrag oder in der Patientenakte zu vermerken. Eine mögliche Formulierung: „Ich bitte darum, meine Zahnarztangst ausdrücklich in meiner Akte zu dokumentieren und bei der Behandlungsplanung zu berücksichtigen.“
  • Behandlerinnenwechsel frühzeitig ansprechen: Wenn das Vertrauensverhältnis zu einer behandelnden Person nicht (mehr) besteht, ist es möglich, einen Wechsel innerhalb einer Praxis oder zu einer anderen Einrichtung zu erfragen – am besten schriftlich und mit Bitte um schriftliche Antwort. Das schafft eine nachvollziehbare Dokumentation.
  • Unabhängige Zweitmeinung einholen: Vor dem Abschluss eines teuren Behandlungsvertrags – und auch bei laufenden Konflikten – ist es möglich, eine unabhängige zahnmedizinische Zweitmeinung einzuholen. Einige Zahnärztekammern bieten hierfür Gutachterstellen an; daneben gibt es freie gutachterliche Beratung.
  • Unabhängige Patientenberatung kontaktieren: Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose rechtliche und medizinische Beratung an – auch in laufenden Konfliktsituationen, bevor ein Gerichtsverfahren eingeleitet wird.

Worauf Sie achten können

  • Vor Behandlungsbeginn: Aufklärungsgespräch, Heil- und Kostenplan sowie den Behandlungsvertrag sorgfältig lesen und bei Unklarheiten nachfragen – auch zu den Konsequenzen, wenn die Behandlung nicht wie geplant verläuft.
  • Alle Absprachen, Zusagen und besondere Hinweise (z. B. zu Ängsten oder Unverträglichkeiten) schriftlich bestätigen lassen oder zumindest selbst notieren und datieren.
  • Bei Konflikten: Rechnungen, Befunde, Fotos des Zahnersatzes und jede schriftliche Kommunikation aufbewahren – diese Unterlagen können für ein Gutachterverfahren oder einen Rechtsweg wichtig sein.
  • Bei psychischer Belastung durch den Konflikt: Auch hier ist Unterstützung möglich – etwa durch die Hausarztpraxis, psychologische Beratungsstellen oder spezialisierte Anlaufstellen für Menschen mit Zahnarztangst (Dentalphobie).

Sie sind nicht allein

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) ist kostenlos erreichbar und unterstützt bei medizinischen wie rechtlichen Fragen rund um Behandlungskonflikte – ohne dass Betroffene sofort den Klageweg beschreiten müssen. Auf mehr-patientensicherheit.de finden Sie weitere Informationen und die Möglichkeit, eigene Erfahrungen anonym zu teilen, damit andere davon lernen können.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Zahnarztpraxis, Ambulante Praxis
Geschlecht: weiblich

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