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2026-177

Als Simulantin abgetan – trotz 2 Liter Wasser auf der Lunge & Lungenembolie

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Fallbeschreibung:

Lungenembolie verkannt: Patientin nicht ernst genommen

Ich verspürte einseitige Schmerzen auf der Höhe der Nieren. Die Ultraschall-Untersuchung der Hausärztin ergab nichts Auffälliges, aber die Blutprobe zeigte alarmierende Werte -> Niere, Leber, Milz etc.
Als sich mein Zustand verschlechterte, ging ich in eine Klinik. Dort ergaben die ersten Untersuchungen u.a. Wasser auf der Lunge. Abends setzten rasende einseitige Kopfschmerzen (bin keine Migränepatientin), Herzrasen und Atemnot ein. Dienst hatte ein Kinderarzt, er konnte oder wollte nichts verordnen. Als die Pflegekraft Kamillentee brachte, flippte ich beinahe aus. Als ich sagte, ich könnte vor Schmerzen aus dem Fenster springen, machte mir der Arzt am nächsten Morgen heftige Vorwürfe. Ich hatte dies nie vor, sondern wollte lediglich auf die Dramatik aufmerksam machen. Später stellte sich heraus, dass ich in dieser Nacht eine zweite Lungenembolie hatte -> die erste trat zwei Jahre zuvor auf, Ursache beide Male unbekannt, keine Thrombose. Der Abschlussbericht erwähnte weder die Schmerzattacke noch die auf dem Röntgenbild erkannte Flüssigkeit auf der Lunge, ich bestand auf einer Korrektur.

Gut gelaufen:

Das Essen war ausgezeichnet und ein Arzt kümmerte sich in der Folge darum, dass Triptane in die Krankenhaus-Apotheke aufgenommen wurden.

Schlecht gelaufen:

Vorurteile gg der Patient Unzureichender Abendschicht (Kompetenzen, Engagement) Unterschlagung von Vorfällen und Befunden Röntgen von Kopf nur werktags möglich, trotz – privat geführter – Einrichtung auf dem Areal

Verbesserungsvorschläge:

Haltung gg Patient*innen Röntgen, CT und MRT sollten rund um die Uhr möglich sein und nicht ausgelagert werden Abend-/ Nachtschicht besser unterstützen Dokumentation bzw. Berichtswesen

Weitere Infos:

Ich finde, dass es grobfahrlässig ist, eine Patientin – mit alarmierenden Werten, – Wasser auf der Lunge – einsetzenden Kopfschmerzen, Herzrasen und Atemnot – aufsteigender Panik sich selbst zu überlassen.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn körperliche Beschwerden nicht sofort eindeutig eingeordnet werden können, ist das für Betroffene eine extrem belastende Erfahrung – besonders dann, wenn das Gefühl entsteht, mit den eigenen Wahrnehmungen nicht ernst genommen zu werden. Dieser Fallbericht zeigt, wie sich schwerwiegende Befunde – darunter eine Lungenembolie (ein Blutgerinnsel in den Lungengefäßen) und Flüssigkeit in der Lunge – in einer Nacht zuspitzen können, in der die verfügbare ärztliche Versorgung an ihre Grenzen stößt.

Der Fallbericht macht außerdem deutlich, dass medizinische Dokumente wie Arztbriefe oder Abschlussberichte nicht immer alle relevanten Befunde und Ereignisse vollständig enthalten – und dass Patientinnen und Patienten das Recht haben, eine Korrektur einzufordern.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer mit ernsthaften und sich verschlechternden Beschwerden im Krankenhaus liegt, kann auf verschiedene Weisen dazu beitragen, dass die eigene Situation sichtbar bleibt – auch dann, wenn das Umfeld in der jeweiligen Nacht nur eingeschränkt reagieren kann.

  • Symptome konkret und wiederholt benennen: Es ist möglich, bei der Pflege oder dem ärztlichen Dienst immer wieder auf neue oder stärker werdende Beschwerden hinzuweisen – sachlich und so präzise wie möglich. Eine Formulierung wie „Ich habe jetzt zusätzlich starke einseitige Kopfschmerzen, Herzrasen und Atemnot – das ist neu seit etwa einer Stunde“ kann helfen, die Dringlichkeit einzuschätzen.
  • Eine Begleitperson einbeziehen: Wenn es möglich ist, kann eine Vertrauensperson – Angehörige oder Freunde – während des Krankenhausaufenthalts anwesend sein oder zumindest telefonisch erreichbar bleiben. Diese Person kann im Ernstfall stellvertretend auf eine dringende Untersuchung hinweisen oder eine Oberärztin bzw. einen Oberarzt anfordern.
  • Den Diensthabenden Arzt oder eine Vorgesetzte Person anfordern: In Situationen, in denen die Versorgung sich nicht ausreichend anfühlt, ist es möglich, ausdrücklich nach einer erfahreneren ärztlichen Ansprechperson zu fragen – etwa mit den Worten: „Ich bitte darum, dass jemand mit mehr Erfahrung in meiner Situation hinzugezogen wird.“
  • Befunde und Ereignisse selbst festhalten: Wer körperlich in der Lage ist, kann Uhrzeit, Symptome und Gespräche stichpunktartig notieren – auf dem Handy oder einem Blatt Papier. Das erleichtert es später, den Ablauf zu rekonstruieren und bei Bedarf auf eine vollständige Dokumentation zu bestehen.

Worauf Sie achten können

  • Arztbriefe und Abschlussberichte nach der Entlassung sorgfältig lesen: Sind alle bekannten Befunde und Ereignisse aus dem Aufenthalt enthalten? Patientinnen und Patienten haben das Recht, ihre Patientenakte einzusehen und bei Unvollständigkeiten eine Ergänzung zu verlangen.
  • Bei bekannten Vorerkrankungen – etwa einer früheren Lungenembolie – ist es möglich, beim Aufnahmegespräch ausdrücklich darauf hinzuweisen und zu fragen, ob diese Information in der Akte vermerkt wurde.
  • Wenn neue Symptome wie Herzrasen, Atemnot oder starke einseitige Kopfschmerzen hinzukommen, kann es sinnvoll sein, diese nicht als „wahrscheinlich unwichtig“ einzuordnen – und aktiv auf eine erneute Einschätzung zu bestehen.
  • Nach dem Krankenhausaufenthalt: Wer das Gefühl hat, unzureichend versorgt oder nicht ernst genommen worden zu sein, kann sich an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden – kostenfrei und anonym unter 0800 011 77 22. Die UPD informiert über Rechte und nächste Schritte, ohne dass daraus automatisch eine Beschwerde entsteht.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Notaufnahme, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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