Unser Sohn erlitt einen Burn out vor einigen Jahren, den seine damalige Freundin als Depression beschrieb. Ihr Hausarzt kam ins Haus, verschrieb Tavor und weitere Schlafmittel. Unser Sohn stand wochenlang nicht auf, lag nur im Bett. Als er nach Wochen dann doch mal mit zum Hausarzt fuhr, wurde ihm diese Medikamente weiter verschrieben, abgeholt hat die Rezepte jahrelang die Freundin/dann Ehefrau. Unser Sohn hatte sich völlig verändert, war ängstlich, unsicher, instabil und nicht mehr er selbst. Als die Beziehung dann in die Brüche ging, schmiss er den ganzen Medikamentencocktail in die Mülltonne, erlebte unheimlich schwere Wochen und Monate des Entzuges. Warum darf ein Hausarzt solche Medikamente jahrelang verschreiben, ohne den Patienten zu sehen? Nur die Ehefrau hatte mit dem Kontakt – sie ist im übrigen Krankenschwester und kennt solche „Beruhigungsmittel“. Die Ehe ist im Ar…, er ist jedoch mit eigener Kraft und viel Kampf los von diesem Zeug. Er ist diesbezüglich wieder ein lebensfroher und toller Mensch. Nun kämpft er zwar immer noch, jedoch gegen die Ehefrau und nicht mehr mit diesem verfluchten Medikamenten. Die Geschichte ist längst nicht aufgearbeitet, auch wir als Eltern kämpfen aus diesen Gründen für unseren Sohn, der aufgrund seines damaligen Entzugsbildes viele Dinge getan hat, die er im „Normalzustand“ nie getan hätte, nämlich verbal gegen seine Ehefrau vorgegangen ist. Er hat sie nie angegriffen oder gar verletzt, aber durch die verbalen Attacken aufgrund des kalten Entzuges der Medikamente von heute auf morgen, hat er nun Probleme mit Gerichten und Anwälten, die sie eingeschalten hat. Ihr ist bis heute nur Unterstützung zugekommen, unser Sohn hat seinen Weg alleine gekämpft, nur mit unserer Hilfe. Dem Hausarzt und der Noch-ehefrau passiert nichts. Ein Anwalt, den wir zu Rate gezogen hatten, hat uns gesagt(sinngemäß: Wenn Sie viel Geld haben und ganz viel Zeit, kann ich gegen den Arzt und die Ehefrau vorgehen, aber das wird ein langer, langer Weg. Das haben wir nicht, weder Geld noch Zeit. So verläuft diese Sache sicher im Sande, dem Arzt und der Frau passiert nichts, das ist dieses kranke System.
Bitte an alle, lasst Euch nicht von Euren Partnern/Lebensgefährten/Ehepartnern zu solchen Aktionen: Da hol ich Dir mal ein paar Beruhigungspillen – hinreißen. Geht entweder selbst zum Arzt oder sucht Euch gute Freunde, die Euch in der Zeit unterstützen oder vertraut Euch Euren engsten Familienangehörigen sofort an.
Besonders schlecht ist gelaufen, dass dieser Hausarzt die Medikamente über einen Zeitraum von 4 Jahren verordnet hat und dies in erster Linie nur mit der Ehefrau des Sohnes besprochen hat – sehr lange wurde sogar wöchentlich am Telefon besprochen, wie es ihm so geht, ob er Fortschritte macht, ob er früh aufsteht usw. niemals darf sowas passieren; entweder der Patient ist bereit selbst zu sprechen oder die Sprechstunde zu besuchen oder die Medikamente werden nicht mehr verordnet.
Niemals dürfen solche Medikamente wie Tavor einfach nur über Jahre verordnet werden, wenn der Patient nicht selbst in der Praxis erscheint. Die Mittel sind nicht einfach so zu verschreiben, sondern nur nach eindeutiger Klarstellung des Krankheitsbildes.
Es hat selbst uns als Eltern im Rentenalter unendlich viel Kraft und Ausdauer gekostet. Wir sind selbst nun angeschlagen, seelisch und körperlich an unseren Grenzen. Wir warten nun auf das Gerichtsverfahren gegen unseren Sohn u.a. wegen „Beleidigung, Verleumdung“ und weiteren Müll unserer Nochschwiegertochter. Es wird ein langer Weg, der weitergeht, ohne dass die Menschen, die dies wirklich zu verantworten haben, zur Verantwortung gezogen werden, sondern die, die diese Geschichte erlebt haben. Das ist unser Sohn, der sich nun wieder ins Leben und den Alltag zurück kämpfen muß.
Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis