2026-115
nach schwerer Hirnblutung Abtransport ins Krankenhaus extrem verzögert
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Nach ersten Symptomen und Verdacht auf einen Schlaganfall (innerhalb 3 Minuten komplette rechte Körperhälfte gelähmt, Mundwinkel hängend, Sprache unverständlich) wurde sofort der Notruf abgesetzt.
Notarzt und Sanitäter waren nach ca. 12 Min vor Ort.
Erstes Problem: die sind mindestens 2 mal an unserem Haus vorbeigefahren, das konnte ich durch das Fenster im anderen Raum Richtung Straße sehen. Zu diesem Zeitpunkt bin ich zwischen dem Patient und dem Fenster hin und her gependelt (wollte den Patient nicht alleine lassen im Haus). Hier wurde also ungefähr 4 Minuten verschenkt, weil jeweils umgedreht über eine andere Straße wurde.
Nach kurze Stabilisierung durch den Rettungsdienst ist das Thema Transport des Patienten aufgekommen.
Jetzt das zweite und große Problem:
Es wurde dann ca 35 Minuten darüber philosophiert wie der Patient in den Rettungswagen direkt vor der Haustüre gelangt.
35Minuten! zwischenzeitlich noch Nachalamierung der Feuerwehr mit 8 Mann+ Wartezeit und weiterer Sanitäter.
Am Schluss waren ca 25 Personen vor Ort.
Der Vorfall war im 1.OG, ein Einfamilienhaus aus den 80ern mit großem Treppenhaus. Kein Altbau, Wendeltreppe, Denkmalschutz etc.
Einfach eine ganz normal Treppe. Der Patient ist 185 groß und 95kg schwer.
Ich verstehe die Welt nicht mehr.
Das Ende vom Lied: Patient ist fast Hirntot, EEG kaum Messbar.
Einen nahestehenden Menschen mit dem Verdacht auf einen Schlaganfall – einen plötzlichen Durchblutungsausfall im Gehirn – erleben zu müssen, gehört zu den erschütterndsten Situationen, die Angehörige durchleben können. Umso belastender ist es, wenn man das Gefühl hat, dass wertvolle Zeit verstreicht, obwohl man bereits alles richtig gemacht und sofort den Notruf gewählt hat.
Der vorliegende Fall zeigt, dass Verzögerungen beim Transport in eine Klinik nicht immer durch Betroffene oder Angehörige verursacht werden – sie können an verschiedenen Stellen im Ablauf entstehen, etwa beim Auffinden der Adresse oder bei der Abstimmung zwischen den Einsatzkräften vor Ort. Beim Schlaganfall und bei Hirnblutungen gilt der Grundsatz „Time is Brain“: Jede Minute, in der das Gehirn nicht ausreichend versorgt wird, kann die Folgen für den betroffenen Menschen verschlimmern. Das ist in der Notfallmedizin bekannt – und macht solche Verzögerungen besonders schwerwiegend.
In einer Situation wie dieser gab es für die angehörige Person keinen realistischen Spielraum, den Einsatzverlauf maßgeblich zu beeinflussen. Die Entscheidungen über Transportwege und -methoden lagen allein bei den Einsatzkräften. Das ist wichtig anzuerkennen – denn wer in einer solchen Lage alles gegeben hat, trägt keine Verantwortung für das, was außerhalb des eigenen Einflussbereichs lag.
Einige Maßnahmen lassen sich vorbereiten, um im Ernstfall die Erstversorgung so gut wie möglich zu unterstützen – auch wenn das Ergebnis eines Einsatzes niemals allein davon abhängt.
Wer als Angehöriger eine solche Situation erlebt hat, kann sich an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden – sie bietet kostenlose und neutrale Beratung für Betroffene und Angehörige an. Eigene Erfahrungen – auch belastende – lassen sich außerdem auf mehr-patientensicherheit.de anonym melden und helfen so dabei, die Versorgung für andere Menschen zu verbessern.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
Eine 16-Jährige erlitt nach einem Reitunfall eine schwere Leberruptur. Verzögerungen im Rettungsdienst und fehlende CT-Diagnostik beinahe mit fatalen Folgen.
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Die Betriebskrankenkassen:
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Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.
Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team