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2024-202

Sehr gute Geburtshilfe und Geburtsnachsorge

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Fallbeschreibung:

Die natürliche Geburt meines Kindes in einem Krankenhaus mit Frauenheilkunde und Geburtshilfestation war sehr gut und empfehlenswert. Die Kreissäle waren glücklicherweise bei meiner Ankunft fast alle frei. Die betreuende Hebamme nahm mich freundlich in Empfang, zeigte mir den Kreissaal und untersuchte mich sofort. Ich musste nicht warten und fühlte mich willkommen. Sie war sehr verständnisvoll und fürsorglich und strahlte viel Ruhe aus, was sich auf mich projezierte. Mein Muttermund war 3cm geöffnet bei Ankunft und sie schickte mich nach einer Ankommphase aufs Zimmer zum Gepäckverstauen. Das war eine gute Ablenkung und führte dazu dass ich auf dem Rückweg zum Kreissaal schon sehr starke Wehen bekam. Zurück im Kreissaal schlug sie mir verschiedene Geburtspositionen vor und beobachtete und korrigierte mich als ich sie ausprobiere. Verschiedene Hilfmittel, wie Pezziball, Schlinge, Hocker und Badewanne standen zur Verfügung. Ich entschied mich zunächst für den Ball, dann in der heißen Phase für den Viefüßler bzw die Hockposition auf dem Bett. Sie lobte mich und ermutigte mich zum Tönen. Sie massierte mich, passte das Licht an, gab mir zu trinken und war eine super Begleitung! Intuitiv entband ich mein Kind und durfte es durch meine knienden Beine nach vorne in Empfang nehmen. Das war meine Wunschvorstellung, die sie mir ermöglichte -ohne dass wir vorher darüber gesprochen hatten. Nach der Geburt blutete ich stark nach. Die betreuende Hebamme als auch die Ärztin waren sichtlich besorgt, versuchten es sich aber nicht anmerken zu lassen. Sie drückten stark mehrmals auf meinen Bauch, um Blutstau herauszupressen. Ich bekam einen Katheter. Sie machten einen Ultraschall. Alles sehr unangenehm und teilweise schmerzhaft. Ich bekam Oxytocin gespritzt. Die Blutung stoppte nicht. Ich muss dazu sagen, dass es bei meiner ersten Geburt gefühlt auch sehr viel geblutet hat. Aber sicherlich keine 3 Stunden lang… Nach 2 Stunden warnten sie mich vorsichtig vor, dass ich evtl. eine Vollnarkose und Ausschabung bekommen müsste. Sie würden mir noch eine weitere Stunde (oder so) Zeit geben und dann die Maßnahme einleiten. Ich bin davon überzeugt, dass diese Androhung meinen Körper ein Stoppsignal gegeben hat! Jedenfalls stoppte die Blutung ca. 30 Min von selbst. Nur durch Abwarten. Ich glaube fest, dass der Wille einer Frau Einfluss auf den Körper hat. Und diese „Androhung“ war der nötige Druck den mein Körper brauchte, um sich selbst zu regulieren. Ein ähnliches Geburtserlebnis hatte ich bei der Geburt meines ersten Kindes. Damals gab ich mich den Wehen nicht ausreichend hin und war nicht kämpferisch genug die Wehen zum Schieben zu nutzen. Da sagte die Hebamme (gleiches Krankenhaus, andere Hebamme):“Wenn Sie jetzt nicht endlich anfangen zu schieben, dann hole ich die Saugglocke.“ Und schwupps, kämpfte ich und entband mein Kind kurz darauf ohne Hilfsmittel allein. Auch die Wöchnerinnenbetreuung der Klinik war beide Male sehr gut. Nach meiner ersten Geburt litt ich oft unter Milchstau und auch Brustentzündungen. Einmal musste ich deswegen in die Notaufnahme und wurde von dort direkt nach oben auf die Geburtsstation begleitet. Dort kümmerte sich gleich eine Hebamme um mich, gab mir Antibiotikum, schloss mich an eine Milchpumpe an und versorgte mich mit Wasser und was zu lesen. Als ich fertig mit Abpumpen war, setzte sie sich zu mir und gab mir Stilltipps. Sie ermutigte mich die Stillberatungsgruppe des Krankenhauses zu besuchen. Das tat ich auch die Wochen und Monate danach. Dort gab die Stillberaterin wertvolle Tipps zum Stillen, Ernähren und Wundversorgen. Eine für mich der wertvollsten Erfahrungen (und das kostenlos!) in meinem Mamaleben! Noch heute bin ich sehr sehr dankbar für diese Betreuung und Beratung in der Stillgruppe! Und empfehle sie herzlich weiter. Nach der Geburt meines zweiten Kindes hatte ich nicht mehr diese Stillprobleme und wusste wir ich Milchstaus abbauen kann und bekam tatsächlich nicht eine Brustentzündung mehr. Vielleicht auch wegen der Empfehlung meiner Nachsorgehebamme (auch aus diesem Krankenhaus) dass ich die Wunden Brustwarzen kostenlos in dem Krankenhaus lasern lassen kann. Ich nahm es an und machte mich schon in der zweiten Lebenswoche meines Kindes jeden zweiten Tag auf zum Krankenhaus um die Brustwarzen dort lasern zu lassen. Super war, dass man dafür morgens nur kurz auf der Station anrufen musste um anzusprechen wann es den Hebammen am besten passt. Ich bekam meist einen 2 Stunden Zeitraum entweder für morgens, mittags oder nachmittags in dem ich vorbeikommen konnte. Keine festen Termine und kein langes Warten vor Ort. Das war wunderbar vereinbar mit meinem Baby. Auch dort wurde ich immer freundlich empfangen und konnte Fragen stellen oder bekam Kleinigkeiten zur Wundversorgung mit (Lanolinsalbe, Kompressen oder Donuts). Nicht jedes Mal, aber zum Ausprobieren. Alles in allem eine wunderbare Geburtsbetreuung und Nachsorge!!! Leider war die Betreuung von den Schwestern auf der Entbundungsstation nach der Geburt weniger herzlich. Viele sprachen nur gebrochen Deutsch und ich hatte oft das Gefühl dass sie mich nicht verstanden oder ich sie nicht richtig. Ich war ehrlich gesagt etwas erschrocken wie sehr sich die Situation dort innerhalb von 2 Jahren verschlechtert hat, im Vergleich zu meiner ersten Geburt in diesem Krankenhaus. Auch die Hebammen, die zwei Jahre zuvor noch täglich im Zimmer vorbeischauten, kamen nur noch jeden zweiten Tag (ich blieb 5 Tage, wegen Eisenmangel und Kreislaufproblemen) zu mir.

Gut gelaufen:

Betreuung im Kreissaal durch Hebamme, die sehr verständnisvoll und erfahren war. Ehrliche Worte, dass ich bei weiterer Blutung (nach der Geburt) eine Vollnarkose mit Ausschabung bekommen würde. Aber gleichzeitig mir ein Zeitfenster eingeräumt wurde, in dem mein Körper Zeit bekommt die Blutung selbst zu regulieren. Möglichkeit wunde Brustwarzen kostenlos und spontan, ohne lange Wartezeiten im Krankenhaus lasern zu lassen. Notaufnahme am Wochenende wegen Brustentzündung, Schmerzen und Fieber. Direkt auf Station geschickt worden und dort voll umsorgt worden (Medikamente, Milchpumpe, Stillberstung). Herzliche, einfühlsame und erfahrene Hebammen im Krankenhaus!

Schlecht gelaufen:

Leider habe ich gemerkt, dass die Schwestern auf der Wöchnerinnenstation überwiegend nur gebrochen Deutsch sprachen. Das erschwert die Kommunikation. Gerade wenn unerfahrene Erstgebärende Probleme beim Stillen oder Geburtsverletzungen haben, ist ein intensiver Austausch zwischen Patienten und Pflegern erforderlich! Beratung und Hilfe kann nur effizient und effektiv sein, wenn die Sprachbarriere nicht im Weg steht. Spezielle Deutschkurse mit Fachbegriffen der Geburtskunde wären sicherlich sinnvoll! Nachsorgehebammen für zu Hause sollten über das Angebot der ortsansässigen Krankenhäuser informiert sein.

Verbesserungsvorschläge:

Herzliche und einfühlsame Hebammen, die leider inzwischen seltener aufs Zimmer kommen nach der Geburt. Ich denke eine gute und intensive Wöchnerinnenbetreuung auf dem Zimmer nach der Geburt, ist sehr wichtig um Folgeschäden früh zu vermeiden und lanfristig auch Gesundheitkosten zu reduzieren!!! Bei meiner ersten Geburt gab es entweder das Lasern noch nicht oder aber meine damalige Nachsorgehebamme (die freiberuflich und nicht in dem KH arbeitete) wusste nicht dass das KH es anbietet. Folglich hatte ich diverse Milchstaus und einige Brustentzündungen, die Frauenarztbesuche und mehrmalige Antibiotikumbehandlungen nach sich zogen.

Weitere Infos:

Hebammen sind unbeschreiblich wertvoll und kostbar für eine frisch gebackene Mama, aber auch für erfahrenere Mamas. Die Nachsorgebeteuung der Hebamme zu Hause, aber auch das Nachsorgeangebot im Krankenhaus in den man entbunden hat und die Kreissaalhebammen sind enorm wichtig!

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus, Geburt, Krankenhaus, Kreißsaal
Geschlecht: weiblich

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