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2026-091

Geburt: Schmerzen als Einbildung deklariert und nicht ernstgenommen

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Fallbeschreibung:

Geburtsschmerzen nicht ernstgenommen – CIRS-Fall

Mutter 158cm groß, vor Schwangerschaft ca. 55kg. Bei Einlieferung 67kg. Kind auf 4 kg geschallt. 10 Tage über Termin, daher Geburtseinleitung. Wehen einsetzen nach 2 Std. Dann 6 Std Wehentätigkeit. Ab Mitternacht Schmerzmittel Oxytocin bekommen . Dann Wehenhemmer bekommen und kaum Wehen zwischen 04.00-08.00 Uhr. Ab 09.00 wieder erhöhte Wehentätigkeit. Muttermund noch bei 2 cm. Um ca. 14.00 pda bekommen. Diese wurde durch neuen Assistenzarzt zweimal daneben gestochen. Erst der Chef Anästhesist hat dann beim 3. Versuch seiner Aussage nach „getroffen. Im Anschluss war ich nur auf der Vorderseite betäubt. Jede Wehe fühlte sich an wie rausgerissene Rückenmuskulatur. Mir wurde nicht geglaubt, als ich sagte, dass die pda nicht sitzt. Um 17.00 werden die Schmerzen unerträglich. Ab 18.00 frage ich nach Kaiserschnitt. Bis 22.00 wird dieser mit der Begründung „sie bilden sich die Schmerzen ein, die pda sitzt“ verweigert. Um 23.00 gibt es den Kaiserschnitt. Beim ersten Schnitt, fühlt es sich an, als ob ich unbetäubt aufgeschnitten werde. Abbruch durch OP Anästhesisten, den ersten Arzt der auf mich hört. Danach Kaiserschnitt unter Vollnarkose- ich kann mich dadurch bis heute (5 Jahre später) nicht an den ersten Moment mit meiner Tochter erinnern. Beim Kaiserschnitt gab es aufgrund 1. sehr großen Kind bei sehr kleiner Frau, 2. Medikamentengabe vieler verschiedener Medikamente u.a. Oxycodon, pda und vieler weiterer 3. durchgehende wehentätigkeit von fast 30 Std. Dann unter dem Kaiserschnitt starke Komplikationen: sehr starke Blutungen mit kaum stillbarem Verlauf. Blutstillung nur durch starke Medikamentengabe und Ballon einsetzen möglich. Fast Verlust der Gebärmutter. Blutverlust von knapp 2 Liter.

Gut gelaufen:

Die Hebamme aus der ersten Schicht, in der ich ankam, konnte sich bei ihrer nächsten Schicht (ca 24 Std später ) an mich erinnern und hat sich dann dafür eingesetzt, dass der gewünschte Kaiserschnitt erfolgt.

Schlecht gelaufen:

Die Ärzte haben meine Wünsche komplett ignoriert. Es wurde mir gesagt, dass ich mir die Schmerzen nur einbilden würde. Des Weiteren wurde gesagt, die pda sei gut gesetzt. Außerdem wurde ich bei jedem Schichtwechsel nach meinem Gewicht vor Schwangerschaft und kindesgewicht Laut Ultraschall befragt. Jedes Mal wurde gesagt, dass das Kind mit 4 kg sehr groß sei. Mein Wunsch nach Hilfe und Kaiserschnitt wurde mehreren Stunden lang ignoriert. Hinweis: ich bin eine sehr sportliche und ausdauernde Frau – bis zur Geburt bin ich noch 2x pro Woche zum crossfit gegangen und bin sehr viel Fahrrad gefahren.

Verbesserungsvorschläge:

Auf die Schwangeren hören. Vernünftige und klare Übergaben bei Schichtwechsel. Klare Aufklärung über den kommenden Behandlungsplan. Der Schwangeren glauben. Keinen wilden „Versuche“ in der Medikamentengabe. Mehr auf die Hebammen hören und mit diesen sprechen.

Weitere Infos:

Es ist nicht in Ordnung, dass erst auf Androhung rechtlicher Schritte die Ärzte nach einem solche Fall auf einen zukommen.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Geburt ist ein einschneidendes Erlebnis – körperlich, emotional und zeitlich. Wenn Schmerzen über viele Stunden nicht ernst genommen werden und der ausdrückliche Wunsch nach einem anderen Geburtsweg ungehört bleibt, ist das eine außerordentlich belastende Erfahrung, deren Folgen noch Jahre später spürbar sein können. Dieser Fall zeigt, wie komplex Geburtsverläufe sein können – und wie wichtig es ist, dass Betroffene gehört werden.

In einer Situation wie dieser – mit anhaltenden starken Schmerzen, einem langen Geburtsverlauf und medizinischen Entscheidungen, die sich rasch abfolgen – ist es für Betroffene oft kaum möglich, sich selbst ausreichend Gehör zu verschaffen. Dass eine Hebamme, die die Situation kannte, sich schließlich für die Betroffene eingesetzt hat, war entscheidend: Es zeigt, wie wichtig kontinuierliche Unterstützung durch das Fachpersonal ist.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Für zukünftige Situationen gibt es einige Möglichkeiten, die Betroffene und Begleitpersonen in Betracht ziehen können.

  • Eine Begleitperson – zum Beispiel eine Vertrauensperson, Partner:in oder eine professionelle Geburtsbegleiterin (Doula) – kann als zusätzliche Stimme fungieren. Sie kann Beobachtungen festhalten, Schmerzbeschreibungen unterstützen und, wenn nötig, das Gespräch mit dem Fachpersonal einfordern. Formulierungen wie „Ich möchte, dass meine Angaben zur Schmerzstärke jetzt dokumentiert werden“ können dabei helfen, ernst genommen zu werden.
  • Bei einer rückenmarksnahen Betäubung – einer sogenannten Periduralanästhesie (PDA), bei der ein Medikament in den Bereich nahe des Rückenmarks eingebracht wird – ist es möglich, aktiv nachzufragen, wie der Sitz der Betäubung überprüft wird. Eine Frage wie „Wie stellen Sie fest, ob die Betäubung vollständig wirkt?“ ist berechtigt und sinnvoll.
  • Eigene Schmerzangaben lassen sich konkret formulieren, zum Beispiel auf einer Skala von 0 bis 10, und mit einer genauen Beschreibung verbinden – etwa: „Mein Schmerz liegt bei 9 von 10 und betrifft den gesamten Rücken, nicht nur vorne.“ Das kann helfen, Missverständnisse zu verringern.
  • Wenn das Gefühl entsteht, nicht gehört zu werden, ist es möglich, ausdrücklich nach einer Zweitmeinung, einer Oberpflegekraft oder einer diensthabenden Stationsleitung zu fragen – auch in der Nacht oder bei einem Schichtwechsel.

Worauf Sie achten können

  • Im Geburtsplan – einem schriftlichen Dokument, in dem Wünsche und Bedenken für die Geburt festgehalten werden – lassen sich Schmerzempfindlichkeit, frühere Erfahrungen und Präferenzen für bestimmte Geburtsverläufe vorab vermerken. Dieser kann beim Aufnahmegespräch übergeben und besprochen werden.
  • Bei einem Schichtwechsel ist es möglich, aktiv nachzufragen: „Wer ist jetzt meine zuständige Hebamme oder mein zuständiger Arzt – und wurden meine bisherigen Angaben weitergegeben?“
  • Wenn eine betäubende Maßnahme wie eine PDA nur teilweise zu wirken scheint, ist es wichtig, dies klar und wiederholt anzusprechen – und bei Bedarf schriftlich einzufordern, dass die Angabe in der Krankenakte vermerkt wird.
  • Nach einer belastenden Geburtserfahrung gibt es die Möglichkeit, im Krankenhaus ein Nachgespräch zu beantragen – zum Beispiel mit der zuständigen Pflegedienstleitung, dem ärztlichen Dienst oder einer Patientenfürsprecherin bzw. einem Patientenfürsprecher (einer unabhängigen Person, die Betroffene im Gespräch mit der Einrichtung unterstützt).

Sie sind nicht allein

Wer nach einer Geburt oder einem anderen Krankenhausaufenthalt das Gefühl hat, nicht ausreichend gehört worden zu sein, kann sich an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden – kostenlos und unabhängig. Eigene Erfahrungen – ob belastend oder positiv – lassen sich außerdem auf mehr-patientensicherheit.de anonym mitteilen, um anderen Betroffenen und dem Gesundheitssystem wichtige Hinweise zu geben.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Geburt, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

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