Icon Mehr-Patientensicherheit
2024-113

Leukämie bei Kind nicht erkannt

Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular

Fallbeschreibung:

Leukämie bei Kind verzögert erkannt – CIRS-Fall

Trotz monatlicher mehrfacher Lungenentzündungen und stark schwächtes Immunsystem, verzichtete die Ärztin auf eine Blutuntersuchung, um festzustellen, ob es bakterielle oder Virus-Infektionen waren. Hätte sie das getan, wäre die meines Kindes erkannt worden.

Meine Besorgnis wurde mit den Worten: „…da hab ich ganz andere Fälle…“ abgetan.
Wenn ich eine halbe Stunde vor Sprechstundenende mit meinem Kind kam, wurde ich gefragt, ob das nun wirklich noch sein muss.

Nach einer Stunde Wartezeit musste mein Kind dann wegen Sauerstoffmangel beatmet werden. Mir wurde gesagt, gut, dass sie geblieben sind sonst hätte ihr Kind die Nacht wahrscheinlich nicht überlebt.
Die Leukämie wurde erst durch eine andere Ärztin erkannt als unsere Kinderärztin Urlaub hatte.

Gut gelaufen:

Sorgen der Eltern sollten erst genommen werden. Wenn ein Kind überdurchschnittlich krank ist, sollte eine Blutuntersuchung Pflicht sein.

Schlecht gelaufen:

Siehe oben

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn ein Kind immer wieder schwer krank wird, machen sich Eltern große Sorgen – und tragen gleichzeitig eine enorme Belastung. Es ist wichtig anzuerkennen, wie erschöpfend und beängstigend es sein kann, wenn diese Sorgen nicht gehört werden. In manchen Situationen kann es vorkommen, dass wiederkehrende Beschwerden nicht umfassend abgeklärt werden und ernsthafte Erkrankungen – wie zum Beispiel eine Leukämie (eine Form des Blutkrebses) – erst spät erkannt werden.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Eltern kennen ihr Kind oft sehr gut und nehmen Veränderungen frühzeitig wahr. Dieses Wissen kann aktiv in die medizinische Versorgung eingebracht werden.

  • Es ist möglich, wiederkehrende Beschwerden schriftlich festzuhalten – zum Beispiel mit Datum, Symptomen und bisherigen Diagnosen. Eine solche Übersicht kann beim Arztgespräch helfen, das Muster deutlich zu machen: „Mein Kind hatte in den letzten vier Monaten fünf Mal eine Lungenentzündung – ich mache mir Sorgen, ob das abgeklärt werden sollte.“
  • Wenn das Gefühl besteht, dass Sorgen nicht ausreichend ernst genommen werden, kann eine zweite ärztliche Meinung eingeholt werden – entweder bei einer anderen Praxis oder in einer Kinderklinik-Ambulanz. Das ist ein normales und akzeptiertes Vorgehen in der medizinischen Versorgung.
  • Es ist möglich, gezielt nach weiterführenden Untersuchungen zu fragen: „Gibt es einen Grund, warum bisher keine Blutuntersuchung gemacht wurde? Wäre das bei diesen häufigen Infektionen eine Möglichkeit?“
  • Wenn ein Kind akut sehr schwach wirkt oder Atemnot zeigt, kann direkt eine Notaufnahme einer Kinderklinik aufgesucht werden – unabhängig vom regulären Praxisbesuch.

Worauf Sie achten können

  • Häufige, schwere oder ungewöhnlich langanhaltende Infektionen bei Kindern können ein Hinweis auf eine geschwächte Immunfunktion sein – eine ärztliche Abklärung ist in solchen Fällen möglich und sinnvoll.
  • Elterliche Beobachtungen und Sorgen sind wertvolle Informationen. Es ist möglich, im Gespräch deutlich zu machen: „Das kommt mir nicht normal vor – ich bitte darum, das ernst zu nehmen.“
  • Eine zweite ärztliche Meinung einzuholen ist jederzeit möglich und kann zur Sicherheit beitragen – insbesondere wenn Symptome wiederkehren oder sich verschlechtern.
  • Bei spürbarer Verschlechterung des Zustands – besonders bei Atemnot oder starker Blässe – ist der direkte Weg in eine Notaufnahme eine sichere Option.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie eine ähnliche Erfahrung gemacht haben oder Fragen zur Patientensicherheit haben, steht Ihnen die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlos zur Verfügung. Auf mehr-patientensicherheit.de können Sie außerdem eigene Erfahrungen anonym melden und damit dazu beitragen, die Versorgung für andere Familien zu verbessern.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 1-4 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

Icon Pfeil nach unten

Wählen Sie eines der anderen Themen

Wählen Sie das Thema aus, das zu Ihrem Fall am besten passt oder über welches Sie weitere Informationen und berteits veröffentlichte Fälle lesen möchten. Alternativ können Sie Ihren Fall auch direkt über das Meldeformular berichten.
Ersatzkassen des vdek

Die Betriebskrankenkassen:

Wichtige Mitteilung:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,

Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.

Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team