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2026-017

Medikamente läuft ins Gewebe durch falsch platzierte Braunüle

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Fallbeschreibung:

Braunüle falsch platziert: Medikamente laufen ins Gewebe

Obwohl ich ausdrücklich darum bat, nur eine Butterfly-Kanüle zu verwenden (wie bei meiner letzten Darmspiegelung), bestand das Krankenhauspersonal darauf, mir eine Braunüle zu legen. Das würden sie immer so machen und sie hätten gar keine Butterfly-Kanüle griffbereit.

Der Arzt setzte die Braunüle ein, ohne zu kontrollieren, ob auch Blut kommt und ob er die Vene korrekt getroffen hatte. Bei der anschließenden Gabe von Buscopan und Propofol durch die Assistentin blieb eine Wirkung aus. Erst nachdem ich sagte, dass es hinter der Braunüle eine Schwellung gab, realisierten die Assistentin und der Arzt, dass die Braunüle durch die Vene gestochen worden war und die Medikamente ins Gewebe liefen.

Meine Frage, ob das schlimm sei, wurde verneint. Eine erneute Bitte nach der Verwendung einer Butterfly-Kanüle wurde mit dem Verweis, sie hätten gar keine auf der Station, abgetan. Also zweiter Versuch am linken Arm. Dort war der Arzt erfolgreich. Nach dem Aufwachen hatte ich starke Schmerzen am rechten Arm (Ellbogenbereich) und eine starke Rötung. Niemand ging darauf ein. Zu Hause kühlte ich das Ganze – gemäß den Ratschlägen aus der Suchmaschine. Die Rötung hat sich zurückgebildet, die Schmerzen sind etwas weniger, aber noch da. Der Arm ist aktuell noch in der Bewegung eingeschränkt.

Gut gelaufen:

Nichts.

Schlecht gelaufen:

Der Arzt hat es unterlassen zu überprüfen, ob die Braunüle auch tatsächlich korrekt in der Vene sitzt. Das war grob fahrlässig.

Verbesserungsvorschläge:

Butterfly-Kanüle mit Schlauch und Port statt Braunüle.

Weitere Infos:

Ich empfinde es als übergriffig, bei einer Darmspiegelung auf den Einsatz einer Braunüle zu bestehen. Eine ganz normale und deutlich leichter zu verlegende Butterfly-Kanüle mit Schlauch (hier sieht man dann auch direkt, ob man die Vene getroffen hat) hätte völlig ausgereicht. Bei meiner ersten Darmspiegelung bei einem niedergelassenen Arzt war das der Standard. Braunülen sollten nur in wirklich notwendigen Fällen Verwendung finden. Diese Dinger sind schrecklich und ich habe mittlerweile eine richtige Phobie dagegen entwickelt. Trotz toller Venen gibt es immer wieder Probleme mit Braunülen.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn eine Kanüle – also eine dünne Hohlnadel, über die Medikamente direkt in eine Vene gegeben werden – nicht korrekt in der Vene liegt, können die Medikamente ins umliegende Gewebe gelangen. Das kann schmerzhaft sein und zu Schwellungen sowie Rötungen führen. Dass jemand trotz eigener Körperkenntnisse und eines ausdrücklichen Wunsches in einer solchen Situation nicht gehört wird, ist belastend – und die nachfolgenden Beschwerden machen diese Erfahrung noch schwerer.

Dieser Fall zeigt, wie es zu einer sogenannten Paravasation (Austreten von Medikamenten ins Gewebe statt in die Vene) kommen kann – und wie sich Betroffene in einer solchen Situation verhalten können.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer eigene Erfahrungen mit der Anlage venöser Zugänge mitbringt, kann dieses Wissen aktiv in das Gespräch einbringen.

  • Eigene Beobachtungen früh ansprechen: Wer bemerkt, dass die Einstichstelle anschwillt, sich verhärtet oder ein Medikament keine spürbare Wirkung zeigt, kann das sofort benennen – wie im geschilderten Fall geschehen. Das ist ein wichtiges Signal, das zur raschen Lagekorrektur beitragen kann.
  • Eigene Vorerfahrungen vor dem Eingriff gezielt mitteilen: Wer weiß, dass bei sich bestimmte Zugangswege erfahrungsgemäß besser funktionieren, kann das im Aufklärungsgespräch ansprechen – zum Beispiel: „Bei früheren Eingriffen hat eine Butterfly-Kanüle bei mir zuverlässig funktioniert. Ist das hier eine Option?“
  • Nachfragen, wenn etwas unklar bleibt: Wenn ein Wunsch abgelehnt wird, ist es möglich nachzufragen, ob es eine alternative Lösung oder eine andere zuständige Person gibt – etwa eine erfahrenere Fachkraft für venöse Zugänge.
  • Beschwerden nach dem Eingriff aktiv ansprechen: Schmerzen, Rötungen oder Bewegungseinschränkungen nach einer Paravasation verdienen ärztliche Aufmerksamkeit noch vor Entlassung. Es ist möglich, darauf ausdrücklich hinzuweisen: „Ich habe seit dem Eingriff Schmerzen an der Einstichstelle und möchte, dass das jemand anschaut.“

Worauf Sie achten können

  • Schwellung, Verhärtung oder Brennen rund um eine Kanüle können Hinweise sein, dass das Medikament nicht in die Vene, sondern ins Gewebe gelangt – das lohnt sich sofort anzusprechen.
  • Wenn ein Medikament keine erwartete Wirkung zeigt (z. B. keine Entspannung nach einem Beruhigungsmittel), ist das ebenfalls ein mögliches Zeichen, dass der Zugang nicht korrekt liegt.
  • Rötungen, Schwellungen oder anhaltende Schmerzen nach einem Eingriff – auch wenn sie sich erst zu Hause bemerkbar machen – können ärztliche Aufmerksamkeit erfordern. Bei zunehmenden Beschwerden ist eine ärztliche Beurteilung empfehlenswert.
  • Eigene Kenntnisse über den eigenen Körper und frühere Behandlungserfahrungen sind wertvoll – es ist möglich, diese schriftlich festzuhalten und beim nächsten Eingriff mitzubringen.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus, sonstiger Bereich
Geschlecht: männlich

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