Ich trug den Port seit Mai 2024, bekam Chemotherapie. Seit Oktober 2024 in der Nachsorge, wobei der Port jedesmal genutzt und gespült wurde. Anfang Juni diesen Jahres war noch alles gut, am 18. Juli ging gar nichts mehr. Starke Schmerzen beim Spülen – Fazit: der Port muss raus. Seit ca. 3 Wochen hatte ich vermehrt Herzstolpern und – rasen, mir aber nichts gedacht. Also einen Termin gemacht und es sollte die Entfernung sein. Der Port saß sehr fest und versteckt, der Katheter ließ sich nicht auffinden. Als ein zweiter Arzt ihn endlich heraus bekam, war nur ein ca. 5 cm langer Schlauch dran – der Rest von knapp 10 cm in mir!! Der Schreck war auf allen Seiten groß, ich wurde umgehend in das nebenstehende Krankenhaus überwiesen, das eine Kardiologie hat. Das Röntgenbild ergab, dass der Katheter im Herzen saß, vom Vorhof bis zum Ventrikel, an der Wand angelegt.
Der OA der Abteilung ließ sofort eine Herzkatheteruntersuchung vorbereiten und versuchte dann erst über die rechte, dann über die linke femuralis zum Herzen vorzustoßen, natürlich behutsam.
Das Teil ließ sich aber nicht greifen, die Lage war zu ungünstig.
Der Plan war nun, ein CT zu machen, um es besser beurteilen zu können, und am nächsten Tag über die Halsvene es erneut zu versuchen. Meine Angst war natürlich groß. Was, wenn es nicht gelingen würde?
Mir hoher Konzentration und Feingefühl hat es der tolle Arzt dann aber doch geschafft, den Katheterrest komplett zu entfernen und meine Freude war riesig!!
Eigentlich nichts, alle haben schnell und fachgerecht reagiert. Aber: So etwas darf eigentlich nicht passieren, es kann für den Patienten böse ausgehen.
Als Ärzte, die mit Krebspatienten zu tun haben, sollten auch das Undenkbare in Erwägung ziehen. Als der Port nicht mehr ging, habe ich meiner Therapeutin von den Herzproblemen erzählt. Sie hat mich sofort an meine HÄ verwiesen. Zusammenhänge erkennen können, nicht gleich den Patienten weg schieben, sondern sich Gedanken machen, was könnte das sein?, das wäre ein guter Arzt.
Es war ein einschneidendes Erlebnis, auch für meinen Mann und die Familie. Da freut man sich, dass der Krebs weg ist, und dann kommt so ein unerwarteter Seitenhieb? Das braucht niemand.
Die Port-Hersteller sollten die aufwändige Behandlung bezahlen!
Perspektive: Patientin oder Patient
Art der Einrichtung:Notaufnahme, Krankenhaus, sonstiger Bereich, Ambulante Praxis