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2024-150

Schlaganfall nicht erkannt trotz Halbseitensymptomatik

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Fallbeschreibung:

Schlaganfall verkannt: Halbseitensymptomatik richtig einordnen

Im Herbst 2021 bemerke ich auf der Fahrt zur Arbeitsstelle, dass mehrere Finger, mehrere Zehen auf der linken Körperseite eingeschlafen waren, ebenso wie meine Unterlippe. Ich schob es zunächst auf Kreislaufschwierigkeiten. Bei der Arbeit bemerke ich aber auch, dass ich schlechter nach links sehen konnte und fuhr zu meinem Hausarzt/ meiner Hausärztin.

Diese/r untersuchte mich und gab mir eine Überweisung zum Neurologen/ zur Neurologin mit der Fragestellung- Halbseitensymptomatik. Ich telefonierte sämtliche Fachärzte der Umgebung ab und erhielt keinen Termin. Danach ging ich erneut in die Praxis und erhielt einen Code für eine „Eilüberweisung“.

Ich telefonierte mit der empfohlenen Praxis und erhielt einen Termin eine Woche später. Am Tag darauf traf ich eine/n Freundin/ Freund und erzählte es ihr/ ihm. Deren Partner*in ist Radiologe/ Radiologin und rief mich später an, dass ich noch am selben Tag in eine Notaufnahme gehen und es untersuchen lassen soll.

Daraufhin begab ich mich zum ÄBD, die mir eine Überweisung für die zentrale Notaufnahme des Klinikums schrieben. Darauf stand: Visusausfall links, Halbseitensymptomatik. In der Notaufnahme wurde ich in die Augenklinik geschickt. Die Ärztin/ Der Arzt stellte fest, dass ich enorm viele Cholesterinkristalle im linken Augen-Glaskörper hatte.

Da kann man nichts machen, die setzten sich mit der Zeit…und ich wurde nach Hause geschickt. Als dies mein/e befreundete/r Ärztin/ Arzt am nächsten Tag hörte, rief Sie/ er den Chefneurologen/ die Chefneurologin eines nahegelegenen Krankenhauses an, beschrieb den Fall, diese/r sagte, ich solle sofort kommen.

In dem anderen Krankenhaus wurde sofort ein CT gemacht und es wurde ein Posteriorteilinfarkt festgestellt. Ich war dort eine Woche auf der Stroke-Unit und anschließend in Reha.

Sowohl mein Hausarzt/ meine Hausärztin (er/ sie hätte mich sofort in eine Stroke-Unit einweisen müssen), als auch das große Klinikum in meinem Wohnort (ich wurde nicht komplett untersucht, keine Differenzialsdiagnose gestellt) haben versagt, nur meine Freunde haben richtig reagiert.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Fehler Hausarzt/ Hausärztin: nicht sofort in Stroke-Unit geschickt Fehler Klinikum: nur das Auge untersucht, keine DD, kein CT

Verbesserungsvorschläge:

Sorgfältiger arbeiten

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Symptome wie taubes Kribbeln an Händen oder Füßen, ein pelziges Gefühl an Lippen oder Gesicht und Sehprobleme können auf den ersten Blick harmlos wirken – und werden deshalb sowohl von Betroffenen als auch manchmal im medizinischen Bereich zunächst nicht als Zeichen eines Schlaganfalls eingeordnet. Wenn verschiedene Stellen in der Versorgungskette unterschiedliche Schwerpunkte setzen, kann es vorkommen, dass das Gesamtbild einer Erkrankung nicht vollständig erfasst wird und wichtige Schritte – wie ein CT (Computertomografie, ein bildgebendes Verfahren) oder eine neurologische Untersuchung (Untersuchung des Nervensystems) – zunächst ausbleiben.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Bestimmte Symptomkombinationen verdienen besondere Aufmerksamkeit – folgende Möglichkeiten können hilfreich sein, wenn man sich in einer ähnlichen Lage befindet.

  • Den FAST-Test kennen: Der FAST-Test ist ein einfaches Hilfsmittel zur Erkennung von Schlaganfall-Zeichen. Die Buchstaben stehen für Face (Gesicht – hängt eine Seite herab?), Arm (lässt sich ein Arm nicht heben?), Speech (ist die Sprache verwaschen?), Time (Zeit – sofort handeln). Treten mehrere dieser Zeichen gleichzeitig auf, ist es möglich, direkt den Notruf 112 zu wählen.
  • Symptome auf beiden Körperseiten beschreiben: In der Notaufnahme kann es hilfreich sein, alle Beschwerden vollständig zu schildern – auch wenn sie unzusammenhängend wirken. Ein Formulierungsbeispiel: „Ich habe gleichzeitig ein Taubheitsgefühl auf der linken Seite, Sehprobleme und ein pelziges Gefühl an der Lippe – bitte prüfen Sie alles zusammen.“
  • Nachhaken, wenn Unklarheit bleibt: Wenn nach einer Untersuchung noch Symptome bestehen, ist es möglich zu fragen: „Wurde auch ein CT oder eine neurologische Untersuchung veranlasst?“ oder „Gibt es noch andere Ursachen, die in Frage kommen könnten?“
  • Vertraute Personen einbeziehen: Wie dieser Fall zeigt, kann eine Begleitperson oder eine bekannte Person mit medizinischem Hintergrund manchmal eine andere Perspektive einbringen. Es ist möglich, jemanden mitzunehmen oder telefonisch einzubeziehen, wenn man sich unsicher fühlt.

Worauf Sie achten können

  • Einseitige Taubheit, Kribbeln oder Schwäche an Arm, Bein oder Gesicht – besonders wenn mehrere Stellen gleichzeitig betroffen sind – kann ein Hinweis auf einen Schlaganfall sein und rechtfertigt einen Anruf unter 112.
  • Sehstörungen in Kombination mit anderen neurologischen Beschwerden sind ein Warnsignal: Es ist möglich, ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass beides gleichzeitig auftritt.
  • Wenn eine Überweisung zum Neurologen oder zur Neurologin nötig ist, aber kein zeitnaher Termin verfügbar ist, kann eine direkte Vorstellung in einer Notaufnahme eine Alternative sein – insbesondere bei anhaltenden oder sich verändernden Symptomen.
  • Nach einer Behandlung in der Notaufnahme, bei der Symptome nicht vollständig erklärt wurden, ist es möglich, eine zweite Meinung einzuholen oder erneut medizinische Hilfe zu suchen.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Notaufnahme, Krankenhaus, Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

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