2026-149
Autismus (Erwachsene) und Traumatisierung
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Ich habe nach jahrelanger Wartezeit endlich einen Termin zur Autismusdiagnostik bekommen in einem spezialisierten Krankenhaus. Die Terminvergabe war vollständig telefonisch, wobei man dort kaum erreichbar war. Ein Termin wurde vier Wochen vorher verschoben und ich musste erneut anrufen, um einen neuen zu bekommen. Jeder Termin war vor Ort und es gab keine Möglichkeit, diese per Videocall zu machen. Ich durfte keine Vertrauensperson mitnehmen und war sofort gestresst. Zusätzlich wurde mir am Ende gesagt, dass mir nur eine Verdachtsdiagnose ausgesprochen werden kann, weil meine Eltern nicht während der Diagnostik Fragebögen bearbeitet haben. Auch, als ich mehrmals erklärt habe, dass meine Eltern gewalttätig waren und ich keinen/kaum Kontakt habe, wurde das nicht ernst genommen.
Eine Autismusdiagnostik im Erwachsenenalter ist oft das Ergebnis eines langen, kräftezehrenden Weges – und der Wunsch nach Klarheit über die eigene Person ist verständlich und berechtigt. Wenn strukturelle Bedingungen einer Einrichtung genau dort belasten, wo besondere Sensibilität gefragt wäre, kann das die gesamte Erfahrung erheblich erschweren.
Die geschilderte Situation zeigt, wie diagnostische Abläufe – etwa ausschließlich telefonische Erreichbarkeit, fehlende Begleitpersonen-Regelungen oder starre Anforderungen an die Einbeziehung von Elternteilen – für manche Menschen erhebliche Hürden darstellen können. Besonders dann, wenn familiäre Gewalt oder fehlender Kontakt zu den Eltern den Prozess zusätzlich belasten. In einer solchen Konstellation gab es für die betroffene Person keinen realistischen Spielraum, die institutionellen Rahmenbedingungen kurzfristig zu verändern – das ist wichtig anzuerkennen.
Wenn Sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder Unterstützung bei der Orientierung im Gesundheitssystem benötigen, bietet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlose und unabhängige Beratung an. Auf mehr-patientensicherheit.de können Sie Ihre Erfahrungen anonym berichten und so dazu beitragen, dass strukturelle Hürden erkannt und verändert werden.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
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Die Betriebskrankenkassen:
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