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2025-241

Oberschenkelhalsbruch übersehen – Folge: Verzögerte Behandlung / operative Versorgung

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Fallbeschreibung:

Oberschenkelhalsbruch übersehen: Verzögerte Diagnose & Folgen

Ich ging mit sehr starken Schmerzen in der linken Leiste zum ärztlichen Bereitschaftsdienst. Ich berichtete ihm, dass ich weder laufen kann, noch helfen Tabletten gegen die Schmerzen.
Der Arzt diagnostizierte Oberschenkel. Arthrose stellte mir ein Rezept für Tabletten aus und schickte mich wieder nach Hause. Ich ging knapp 2 Wochen körperlich arbeiten und hatte dabei unendlich starke Schmerzen. Die Schmerzen waren 24/7 vorhanden. Abends weinte ich mich in den Schlaf. Nach weiteren 1,5 Wochen hielt ich es körperlich und seelisch nicht mehr aus und ging ins Krankenhaus. Dort wurde ein Oberschenkelhalsbruch diagnostiziert und ich wurde sofort operiert.

Gut gelaufen:

Trotz Aufforderung zum Röntgen, sagte der Arzt, dies sei nicht nötig.

Schlecht gelaufen:

Alles

Verbesserungsvorschläge:

Die Patienten und ihre Schmerzen ernster zu nehmen.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Starke Schmerzen, die den Alltag bestimmen und nachts keine Ruhe lassen – das ist eine Situation, die körperlich und seelisch erschöpft. Wenn eine Diagnose nicht zur erlebten Beschwerde passt und die Beschwerden trotzdem anhalten, kann das zu einer erheblichen Verzögerung bei der richtigen Behandlung führen.

In diesem Fall wurde bei einem Bereitschaftsdienst eine Oberschenkelarthrose (Gelenkverschleiß am Hüftgelenk) diagnostiziert. Tatsächlich lag ein Oberschenkelhalsbruch vor – ein Knochenbruch im oberen Bereich des Oberschenkelknochens nahe dem Hüftgelenk –, der erst Wochen später in einem Krankenhaus erkannt und operativ behandelt wurde. Ein Röntgenbild, das die Betroffene ausdrücklich erbeten hatte, wurde nicht angefertigt.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wenn sich Beschwerden trotz Behandlung nicht bessern oder sogar verschlimmern, ist es möglich, erneut ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen – auch kurzfristig.

  • Wenn Schmerzmittel nicht wirken und Bewegung kaum möglich ist, kann eine zweite ärztliche Meinung hilfreich sein – in einer anderen Praxis, einer Notaufnahme oder bei einer Fachärztin bzw. einem Facharzt. Eine Zweitmeinung einzuholen ist jederzeit möglich und kein ungewöhnlicher Schritt.
  • Es ist möglich, den eigenen Wunsch nach einer weiterführenden Untersuchung klar zu benennen, zum Beispiel: „Ich möchte, dass ein Röntgenbild gemacht wird, weil ich den Schmerz für ungewöhnlich stark halte.“ Dieser Wunsch darf ausgesprochen werden.
  • Wenn Beschwerden nach einigen Tagen ohne Besserung anhalten – insbesondere wenn Gewicht auf das Bein zu belasten kaum möglich ist –, kann ein Besuch in einer Notaufnahme oder einer Klinik sinnvoll sein, unabhängig von einer vorherigen Diagnose.
  • Eine Begleitperson kann in solchen Situationen unterstützen: Sie kann Beobachtungen schildern und dabei helfen, dass Beschwerden vollständig gehört werden.

Worauf Sie achten können

  • Anhaltende, sehr starke Schmerzen, die auf Schmerzmittel nicht ansprechen und Bewegung kaum zulassen, sind ein Zeichen dafür, dass eine erneute ärztliche Beurteilung sinnvoll sein kann.
  • Der ausdrückliche Wunsch nach einer bildgebenden Untersuchung (z. B. Röntgen oder MRT) ist ein legitimes Anliegen, das gegenüber dem medizinischen Personal geäußert werden kann.
  • Verschlechtern sich Beschwerden nach einer ärztlichen Behandlung oder bleiben unverändert stark, ist eine Notaufnahme eine geeignete Anlaufstelle – auch ohne vorherige Überweisung.
  • Körperliche Belastung bei ungeklärten, starken Schmerzen im Hüft- oder Leistenbereich kann eine Verletzung verschlimmern. Im Zweifel kann körperliche Schonung bis zur gesicherten Diagnose sinnvoll sein.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie eine ähnliche Erfahrung gemacht haben oder unsicher sind, wie Sie in einer solchen Situation vorgehen können, bietet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlose und unabhängige Beratung an. Auf mehr-patientensicherheit.de können Sie Ihre Erfahrungen anonym melden und damit dazu beitragen, dass andere Betroffene besser informiert sind.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Bereitschaftsdienstpraxen, Ambulante Praxis
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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