2024-573
Chronische Begleitungerkrankung nach OP ignoriert
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Es handelte sich um einen geplanten operativen Eingriff bei multiplen Lipomen. Im Vorfeld sprach ich beim Operateur und den Narkoseärzten mein medikamentenpflichtiges Asthma bronchiale an (Lt. behandelndem Lungenfacharzt besteht postoperativ signifikant erhöhtes Risiko einer Lungenentzündung. Empfehlung: 2xtäglich Kochsalzinhalation plus Atemgymnastik): Operateur erklärt sich nicht zuständig, Narkoseärzte sagen zu, Empfehlungen umzusetzen.
Am OP-Tag andere Narkoseärztin, die von nichts weiß. Schnelle Verlegung auf Normalstation, dort die Auskunft inhalieren könnte ich dort nicht. Erst am frühen Abend Visite des mitoperierenden Assistenzarztes, bei dem ich die Problematik anspreche. Er zieht sich mit diensthabender Krankenschwester auf den Flur zurück. Danach kommt der Satz, den ich niemals wieder vergessen werde: „Frau …wir haben in Ihre Akte geschaut, Sie haben Asthma. Wir entschuldigen uns und bitten um einen Neuanfang.“ Klasse, dasselbe hatte ich die Stunden zuvor auch gesagt, interessierte nur niemand, auch schaute keiner mal von sich aus in meine Patientenakte. Inzwischen waren postoperativ mehr als 7 Stunden verstrichen, die Bronchien verschleimt, ich gestresst – Inhaltionen gab es dann, aber keine Atemtherapie.
Entlassung: Mit ambulant behandlungsbedürftiger Bronchits, mittels deutlicher Erhöhung des inhalativen Cortisons. Im Entlassbericht steht: Nach Inhalationen deutliche Besserung der Bronchialsituation. Glatte Fake News, die Besserung bestand darin, daß es nicht noch schlimmer kam als „nur“ eine Bronchitis. Ich war im übrigen Infektfrei in die Klinik gekommen.
Weiterer unschöner Effekt: Mein Vertrauen in diese Klinik der Maximalversorgung, die mir wegen meiner Begleiterkrankungen speziell empfohlen worden war, ist pulverisiert. Als Chronikerin werde ich aber zukünftig wohl auf eben diese Klinik angewiesen sein, ein sehr unschönes Gefühl.
Fazit: Entweder ist keiner zuständig oder es steht zwar was in der Patientenakte, was nicht gelesen wird und jeder macht was er will. Patienten sind eher störend, Kommunikation auf Augenhöhe absolute Fehlanzeige. Kommunikation untereinander aber ebenso.
Wer mit einer chronischen Erkrankung einen operativen Eingriff plant, bereitet sich oft sorgfältig vor – und gibt alle wichtigen Informationen im Vorfeld weiter. Umso belastender ist es, wenn diese Informationen im Verlauf des Krankenhausaufenthalts nicht dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Die Erfahrung, wichtige medizinische Hinweise immer wieder wiederholen zu müssen und dennoch nicht gehört zu werden, kann tief nachwirken – auch über den Aufenthalt hinaus.
In Krankenhäusern arbeiten viele Berufsgruppen und Abteilungen zusammen. Dabei kann es vorkommen, dass Informationen über Begleiterkrankungen – also Erkrankungen, die neben dem eigentlichen Behandlungsanlass bestehen – nicht zuverlässig weitergegeben werden, Zuständigkeiten ungeklärt bleiben und notwendige Maßnahmen deshalb ausbleiben oder verzögert einsetzen.
Wer sich auf einen Krankenhausaufenthalt vorbereitet, kann verschiedene Wege nutzen, um die eigenen Behandlungsbedürfnisse sichtbar zu machen.
Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
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