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2024-1004

Nicht die komplette Krankengeschichte berücksichtigt

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Fallbeschreibung:

OP kurzfristig abgesagt: Krankengeschichte nicht vollständig geprüft

Ich sollte operiert werden, war zu den Voruntersuchungen und allen Vorgesprächen, ein Tag vorher wurde die OP abgesagt ohne jede weitere Begründung.
Ich war am Boden und wollte eine Erklärung. Schließlich hat man als Patient ja auch Dinge zu planen und evtl. sogar Kosten die dadurch entstehen.
Nur dadurch das ich ärztlich so gut vernetzt war, habe ich eine Aufklärung erhalten und eine Möglichkeit zu schildern, was das jetzt für mich bedeutet. Ich habe mich auch an das Beschwerdemanagment des KH gewandt.
Es war gut, dass ich noch nicht operiert wurde, da man wohl nicht meine ganze Krankheitsgeschichte berücksichtigt hatte und eine zu frühe Operation größere , bleibende Schäden verursacht hätten.
Ich durfte in der Abteilung äußern, was ich gebraucht hätte und was mir als Patient wichtig ist. Es wurde ein Fallmanagement einberufen um solche Fehler in Zukunft zu vermeiden und alle beteiligten geben sich wirklich große Mühe, mich ausreichend aufzuklären und alle Informationen zu geben, damit ich mich sicher und verstanden fühle.
Noch bin ich nicht operiert worden, aber es ist in der Planung und alle Beteiligten geben sich Mühe, dass ich wieder vertrauen habe.

Gut gelaufen:

Es war gut, das koplizierte Fälle nochmal laut OP Plan in einer Fallkonferenz besprochen wurden ( Lehrkrankenhaus) und es so auffiel, dass ich noch nicht operiert werden kann und darf.

Schlecht gelaufen:

Die Kommunikation der unterschiedlichen Abteilungen und die Kommunikation mit mir.

Verbesserungsvorschläge:

Es wurde ein Fallmanagment einberufen und der Patientenfragebogen wurde ergänzt mit wichtigen Details.

Weitere Infos:

Ich hatte die Kraft mich an meine behandelnden Ärzte zu wenden und um Hilfe zu bitten und mich an das Beschwerdemanagment des Krankenhauses zu wenden, das hat meiner Meinung nach geholfen.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Operation wird abgesagt – ohne Erklärung, einen Tag vorher. Das ist eine Situation, die viele Betroffene als tief verunsichernd erleben, besonders wenn man sich bereits auf den Eingriff eingestellt, organisatorische Dinge geregelt und vielleicht auch Kosten auf sich genommen hat. In diesem Fall stellte sich heraus, dass die Absage medizinisch notwendig war: Nicht alle relevanten Informationen zur Krankengeschichte lagen vollständig vor – eine frühere Operation hätte zu dauerhaften Schäden führen können. Gleichzeitig fehlte es an klarer Kommunikation zwischen den beteiligten Abteilungen sowie gegenüber der betroffenen Person.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer in eine vergleichbare Situation gerät, muss das nicht kommentarlos hinnehmen. Es gibt Wege, aktiv um Klarheit zu bitten und zur eigenen Sicherheit beizutragen.

  • Eine Erklärung einfordern: Bei einer kurzfristigen Absage ist es möglich, ausdrücklich nach den Gründen zu fragen – auch schriftlich. Eine Formulierung wie „Ich bitte um eine schriftliche Erklärung, warum der Eingriff abgesagt wurde und wie es jetzt weitergeht“ kann dabei helfen, eine klare Antwort zu erhalten.
  • Das Beschwerdemanagement des Krankenhauses ansprechen: Die meisten Krankenhäuser haben eine interne Anlaufstelle für Rückmeldungen und Beschwerden. Diese kann kontaktiert werden, wenn man keine zufriedenstellende Auskunft erhält – das ist ein legitimes Mittel und kein Zeichen von Konfrontation.
  • Eigene Unterlagen und Vorbefunde vollständig bereitstellen: Es ist möglich, vor einer geplanten Operation aktiv darauf hinzuweisen, welche Vorerkrankungen, früheren Eingriffe oder Befunde relevant sein könnten – auch wenn man davon ausgeht, dass diese bereits bekannt sind. Eine kurze Zusammenfassung der eigenen Krankengeschichte kann dabei hilfreich sein.
  • Feedback geben und Verbesserungen anstoßen: Wer – wie in diesem Fall – die Gelegenheit erhält, der behandelnden Abteilung mitzuteilen, was man sich als Patient oder Patientin gewünscht hätte, kann damit zur Verbesserung für andere Betroffene beitragen. Solche Rückmeldungen können direkt im Gespräch, über das Beschwerdemanagement oder über Meldeportale wie mehr-patientensicherheit.de weitergegeben werden.

Worauf Sie achten können

  • Sind alle behandelnden Stellen über Ihre vollständige Krankengeschichte informiert – auch über Befunde, die an einer anderen Einrichtung erhoben wurden?
  • Wissen Sie, wo das Beschwerdemanagement Ihres Krankenhauses erreichbar ist – zum Beispiel über die Patientenaufnahme oder die Krankenhauswebsite?
  • Haben Sie bei einer geplanten Operation die Möglichkeit genutzt, im Aufklärungsgespräch offene Fragen zu stellen – etwa zur Vollständigkeit der vorliegenden Unterlagen?
  • Fühlen Sie sich ausreichend informiert und verstanden – und wissen Sie, an wen Sie sich wenden können, wenn das nicht der Fall ist?

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus, sonstiger Bereich
Geschlecht: divers

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Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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