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2025-309

gefährliche postCOVID Behandlung

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Fallbeschreibung:

Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit möchte ich einen Vorgang zur Prüfung durch die Ärztekammer anzeigen, da aus meiner Sicht erhebliche Zweifel an der fachlichen Angemessenheit sowie an der ordnungsgemäßen Aufklärung und Indikationsstellung einer Patientin bestehen. Die betreffende Patientin leidet an einem ausgeprägten Post-COVID-Syndrom mit Belastungsintoleranz, postexertioneller Malaise und rezidivierenden postinfektiösen Dekompensationen. Nach meiner Kenntnis wurden bei einer hausärztlichen Allgemeinmedizinpraxis mindestens fünf therapeutische Apheresen durchgeführt bzw. veranlasst, teilweise in kurzer zeitlicher Abfolge. Eine fachlich qualifizierte Indikationsstellung oder Dokumentation eines konkreten immunologischen oder nephrologischen Krankheitsbildes, das eine Apherese rechtfertigen würde, liegt nicht vor. Eine Aufklärung über den Charakter eines individuellen Heilversuchs, die Evidenzlage sowie über Risiken und Alternativen wurde der Patientin nach eigener Aussage nicht gegeben. Eine Überweisung oder Empfehlung zur Vorstellung in einem spezialisierten Post-COVID- oder Studienzentrum erfolgte ebenfalls nicht. Zusätzlich wurde der Patientin von demselben Kollegen eine niedrig dosierte Rituximab-Therapie (100 mg) vorgeschlagen, obwohl für Rituximab bei Post-COVID-Syndrom keinerlei Evidenz existiert, keine Zulassung besteht und ein potenziell erhebliches Risiko für prolongierte Infektionen, Hypogammaglobulinämie und schwere COVID-Verläufe bekannt ist. Auch hier erfolgte den Angaben nach weder eine adäquate Aufklärung über Risiken noch eine Abgrenzung zu zugelassenen Indikationen oder aktuellen fachgesellschaftlichen Empfehlungen. Die Empfehlung zur Anwendung eines potenziell hochrisikobehafteten Biologikums bei einer nicht zugelassenen Indikation durch einen nicht rheumatologisch oder immunologisch spezialisierten Kollegen erscheint aus meiner Sicht fachlich nicht vertretbar. Nach meinem Eindruck handelt es sich sowohl bei der wiederholten Apherese als auch bei der geplanten Rituximab-Behandlung um Maßnahmen, die außerhalb des regulären Kompetenzbereichs der Allgemeinmedizin liegen und eindeutig in den Verantwortungsbereich spezialisierter Fachzentren fallen. Dies gilt insbesondere, da therapeutische Aphereseverfahren sowie Off-Label-Biologika-Therapien bei Post-COVID-Erkrankungen ausschließlich in kontrollierten Rahmenbedingungen und in dafür qualifizierten Studienzentren erfolgen sollten. Ich bitte die Ärztekammer um Prüfung, ob hier gegen die ärztliche Sorgfaltspflicht, geltende Qualitätsstandards und die notwendigen Anforderungen an die Aufklärung, Qualifikation und Indikationsstellung verstoßen wurde. Ziel meiner Meldung ist der Schutz der Patientensicherheit sowie die Sicherstellung, dass komplexe immunologische Therapien nur in den hierfür vorgesehenen Strukturen und unter fachärztlicher Expertise erfolgen.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

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Wichtige Mitteilung:

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