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2024-1149

Nicht ernst genommen

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Fallbeschreibung:

PostCovid & ME/CFS: Wenn Symptome nicht ernst genommen werden

Ich bin PostCovid/MECFS Patientin.
Letzte Woche war ich beim Hausarzt/ bei der Hausärztin wegen Laborbesprechung.
Ich berichtete ihm/ ihr , dass ich beim langsamen Gehen Pulswerte zwischen 140 und 160 habe ( nehme beriets Betablocker) und es mir sehr schlecht geht derzeit.
Schmerzen, Schlafstörungen usw. sehr extrem.
Medikamente helfen nicht mehr.

Seine/ Ihre Antwort: dann müssen Sie eben schauen, dass sie so langsam gehen, dass der Puls nicht über 120 geht.
Ausserdem denke ich, Sie benötigen Antriebssteigernde Mittel und wir müssen etwas finden, was Ihnen Spass macht.

Bin aufgestanden und gegangen.
Werde die Praxis nie wieder betreten.
Es war übrigens der 3. Hausarzt seit ich erkrankt bin.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Ich finde die Aussage von ihm eine Frechheit. Ebenso die Tatsache, in die Psychoschublade gesteckt zu werden. Den hohen Puls hat er komplett ignoriert. War nun bei einem anderen Hausarzt, der hat daraufhin den Betablocker umgestellt und EKG geschrieben

Verbesserungsvorschläge:

Es ist endlich an der Zeit, dass Hausärzte sich verpflichtend über das Krankheitsbild informieren und fortbilden müssen.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Mit einer schweren chronischen Erkrankung wie Post-Covid oder ME/CFS – Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom, einer neurologischen Erkrankung mit vielfältigen körperlichen Beschwerden – auf Unverständnis oder unzureichende Reaktionen zu stoßen, ist belastend und zermürbend. Wenn körperliche Symptome wie ein dauerhaft erhöhter Puls (Herzrate) nicht medizinisch eingeordnet werden und stattdessen psychische Ursachen nahegelegt werden, kann das das Vertrauen in die Versorgung erheblich erschüttern.

ME/CFS und Post-Covid sind komplex und wissenschaftlich noch nicht abschließend erforscht. Nicht alle Ärztinnen und Ärzte verfügen über aktuelles Wissen zu diesen Krankheitsbildern. Das kann dazu führen, dass Symptome fehlgedeutet oder nicht ausreichend abgeklärt werden – ohne dass dies zwingend böse Absicht bedeutet.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer in einer vergleichbaren Situation ist, findet möglicherweise in folgenden Punkten Unterstützung:

  • Es ist möglich, konkrete Symptome schriftlich festzuhalten und zur Konsultation mitzubringen – zum Beispiel als kurze Liste mit Datum, Puls­werten und Beschwerden. Das erleichtert es, nichts zu vergessen, und macht die Symptome greifbarer: „Ich habe die letzten zwei Wochen dokumentiert – darf ich Ihnen die Aufzeichnungen zeigen?“
  • Bei der Suche nach einer geeigneten Praxis kann es helfen, gezielt nach Ärztinnen und Ärzten mit Erfahrung in Post-Covid oder ME/CFS zu fragen. Anlaufstellen wie das Long-Covid-Netzwerk oder Selbsthilfeorganisationen (z. B. die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS) führen zum Teil Empfehlungslisten.
  • Wenn ein Symptom wie ein anhaltend hoher Puls trotz Medikation nicht ernst genommen wird, ist es möglich, gezielt nach einer Überweisung oder weiterführenden Diagnostik zu fragen: „Ich mache mir wegen der Pulswerte Sorgen – wäre ein EKG oder eine kardiologische Abklärung möglich?“
  • Eine Begleitperson kann helfen, im Gespräch ruhig zu bleiben, wichtige Punkte einzubringen und das Gesagte im Nachhinein gemeinsam einzuordnen.

Worauf Sie achten können

  • Werden Ihre körperlichen Symptome konkret untersucht oder zumindest dokumentiert – oder bleiben sie ohne medizinische Reaktion?
  • Haben Sie die Möglichkeit, Fragen zu stellen und erhalten Sie verständliche Antworten darauf?
  • Wird Ihnen bei anhaltenden oder sich verändernden Beschwerden eine weiterführende Diagnostik oder Überweisung angeboten?
  • Fühlen Sie sich mit Ihren Schilderungen wahrgenommen – und nicht auf eine einzige mögliche Ursache festgelegt?

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

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