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2024-1518

Alles falsch

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Fallbeschreibung:

Kontrastmittel-Allergie verkannt: Patientensicherheit im Fokus

Ich sollte 2020 laut Arzt wegen Schmerzen in der Brust in die Klinik zur Abklärung. Da ich noch keine Masken zu Hause hatte nahm ich eine gewöhnliche FFP3 Maske von der Baustelle in die Klinik. Dort wurde ich als nicht normal bezeichnet, ich sei mit einer Gasmaske vorstellig geworden (steht so im Arztbrief). Wegen Corona durfte ich nicht gleich untersucht werden, erst PCR Test und Quarantäne im KH. Nach 3 Tagen, Test verloren gegangen, noch einmal 3 Tage warten in Quarantäne. Dann Herzecho, Belastungs-EKG. Nach 6 Tagen im Bett liegen sollte ich bis zu 180bpm Fahrrad strampeln. Als ich aufhören durfte, ist mir danach schwindlig geworden. Assistenzarzt meinte, Unregelmäßigkeiten im EKG. Es muß ein Herzkatheter gemacht werden. Während dem bin ich für kurze ohnmächtig geworden. 15 Min. danach bekam ich in kürzester Zeit ein starkes Tremolo in allen Muskeln und hohes Fieber bis über 40 Grad Celsius. Pflegr vermuteten Corona und haben mich ohne Maske auf die Coronastation gebracht. Dort erkannte eine Ärztin, daß ich einen allergischen Schock vom Röntgenkontrastmittel hatte und behandelte mich. Oberarzt stellte nachträglich fest, es hätte keine Unregelmäßigkeiten im EKG gegeben. Alles war negativ. 5 Tage später hatte ich Corona für einen Monat mit schwerem Verlauf. Bin seit dem Arbeitsunfähig.

Gut gelaufen:

Nichts

Schlecht gelaufen:

Der Arzt, der den Herzkatheter durchgeführt hat, verweigerte sich zuzugeben, es hätte eine allergische Reaktion gegeben. Dann die eigemächtige Entscheidung der Pfleger mich in eine Coronastation zu verlegen, was jetzt wohl mein ganzes Leben verändert hat. Zudem ärgert mich die Falschbehauptung, ich sei mit Gasmaske erschienen.

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Corona hat mein Herz angegriffen (Bradytachykardie, Herzrhytmusstörungen), meinen Darm (Morbus Crohn) seit dem, Immunsystem reagiert über, Allergien, löchriges Gedächtnis und weiteres. Als ich 1 Monat nach dem Coronainfekt wieder in dieses KH kam mit den Darmbeschwerden (Durchfall) wurden mir die Herzprobleme abgesprochen, ich sei ein Hypochonder, ich hätte kein Corona mehr (da wußte man noch nichts von Long-Covid) und nach 8 Tagen Durchfall (Bettenbelegungszeit) wurden mir 2 Tabletten verordnet. Bei Nachfrage welche dies seien, behauptete der Oberarzt, das gehe mich nichts an und stürmte wütend aus dem Zimmer. Pfleger teilten mir dann mit, es seien Imodiumtabletten um mich entlassen zu können als geheilt.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Dieser Bericht schildert eine außergewöhnlich belastende Abfolge von Ereignissen – körperlich wie emotional. Wer mit Herzschmerzen ins Krankenhaus geht und dort statt Erleichterung weitere Komplikationen erlebt, trägt eine Last, die sich nur schwer in Worte fassen lässt.

Der Fall zeigt, wie mehrere ungünstige Umstände zusammentreffen können: organisatorische Verzögerungen, eine schwerwiegende Unverträglichkeitsreaktion auf ein Kontrastmittel (eine Substanz, die bei bildgebenden Untersuchungen wie dem Herzkatheter eingesetzt wird, um Gefäße sichtbar zu machen), eine zunächst fehlerhafte Einschätzung dieser Reaktion sowie eine Verlegung auf eine Isolierstation ohne vorherige Schutzmaßnahmen. Hinzu kommt, dass Beschwerden in einem späteren Krankenhausaufenthalt nicht ernst genommen wurden und Informationen über verordnete Medikamente zurückgehalten wurden. In einer Situation wie dieser gab es für den Betroffenen in vielen Momenten keinen realistischen Spielraum zum Eingreifen – das ist wichtig anzuerkennen.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

  • Eine Begleitperson kann – soweit die Besuchsregeln es erlauben – als Beobachterin oder Beobachter fungieren und Auffälligkeiten wie rasch einsetzende Symptome (hohes Fieber, Zittern, Bewusstlosigkeit) sofort beim Pflegepersonal ansprechen. Ein möglicher Einstieg: „Ich beobachte gerade starke Veränderungen – bitte kommen Sie sofort.“
  • Angehörige können alle Informationen zu bekannten Unverträglichkeiten oder Allergien – insbesondere gegenüber Kontrastmitteln oder Medikamenten – schriftlich festhalten und beim Aufnahmegespräch aktiv einbringen.
  • Es ist möglich, als Begleitperson bei Aufklärungsgesprächen vor Eingriffen dabei zu sein und gemeinsam nachzufragen, welche Risiken bestehen und wie das Team im Fall einer Unverträglichkeitsreaktion vorgeht.
  • Angehörige können Auffälligkeiten im Behandlungsverlauf – etwa widersprüchliche Aussagen verschiedener Ärztinnen und Ärzte oder fehlende Informationen zu verordneten Medikamenten – schriftlich dokumentieren, um später eine Grundlage für Rückfragen oder eine Beschwerde zu haben.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Eine persönliche Notfallkarte oder ein Patientenpass kann Informationen zu bekannten Allergien, Unverträglichkeiten und bestehenden Erkrankungen enthalten – sodass diese auch dann vorliegen, wenn man selbst nicht mehr sprechen kann.
  • Wer eine Vorsorgevollmacht (ein Dokument, das eine Vertrauensperson bevollmächtigt, in medizinischen Fragen mitzuentscheiden) oder eine Patientenverfügung erstellt, gibt Angehörigen eine rechtliche Grundlage, um im Ernstfall für die eigenen Interessen einzutreten.
  • Das Recht auf Einsicht in die eigene Patientenakte ist gesetzlich verankert. Es ist möglich, nach einem Krankenhausaufenthalt eine Kopie der vollständigen Unterlagen anzufordern – einschließlich Arztbriefen, Befunden und Verlaufsnotizen.
  • Bei Unzufriedenheit mit der Behandlung oder beim Verdacht auf Fehler kann die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlos und neutral beraten – telefonisch unter 0800 011 77 22 oder unter www.patientenberatung.de.

Sie sind nicht allein

Erfahrungen wie diese hinterlassen Spuren – körperlich und seelisch. Auf mehr-patientensicherheit.de können Betroffene und Angehörige solche Erlebnisse anonym melden und damit dazu beitragen, dass ähnliche Situationen in Zukunft seltener werden.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Krankenhaus
Geschlecht: männlich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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