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2025-254

Falsche Diagnose: Ein gesunder Zahn sollte gezogen werden

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Fallbeschreibung:

Fehldiagnose beim Zahnarzt: Gesunder Zahn sollte gezogen werden

Diese Begebenheit ereignete sich bereits Ende 2018; sie ist mir aber nachhaltig negativ im Gedächtnis geblieben, sodass ich hier nun davon berichten möchte:

Ich hatte eine faulig riechende Stelle in einem Zahnzwischenraum, die ich gerne ärztlich begutachten lassen wollte. Der Zahnarzt, auf den ich erstmals traf, war sehr kurz angebunden und warf nur einen flüchtigen Blick auf die betreffende Stelle, bevor er mir erklärte, unter einer Füllung sitze Karies nahe an der Wurzel, sodass der Zahn nicht mehr zu retten sei und schnellstmöglich entfernt werden müsse, bevor Schmerzen auftreten. Dafür sollte ich einen weiteren Termin vereinbaren und mich bis dahin doch bitte für ein teures Implantat entscheiden, denn jene Modelle, die von der Krankenkasse bezahlt werden, seien nur minderwertiger Qualität und daher nicht zu empfehlen.

Da mein früherer Zahnarzt immer sehr zufrieden mit dem Zustand meiner Zähne gewesen war, irritierte mich, dass einer meiner Zähne plötzlich so stark beschädigt sein sollte, dass er nicht mehr zu gebrauchen war. Ich suchte also einen anderen Zahnarzt auf, um eine zweite Meinung einzuholen. Dieser nahm sich deutlich mehr Zeit für mein Anliegen, hörte sich ungläubig meinen Erfahrungsbericht an und versicherte mir, mein Zahn sei vollkommen gesund. Bis heute – also fast sieben Jahre später – traten keinerlei Beschwerden an diesem Zahn auf.

Auch heute noch finde ich es erschreckend, wie rücksichts- und gewissenlos dieser Zahnarzt einfach einen gesunden Zahn ziehen wollte, um damit augenscheinlich Geld zu scheffeln. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Patienten, die vielleicht nicht so kritisch sind wie ich damals, durch solche Machenschaften schon gesunde Zähne verloren haben.

Gut gelaufen:

Es ist gut, dass ich damals so kritisch war, die Aussage dieses Arztes nicht für bare Münze zu nehmen und eine zweite Meinung einzuholen. Wenn sich etwas nicht stimmig anfühlt, sollte man auf dieses Gefühl hören.

Schlecht gelaufen:

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was hier gut gelaufen ist

Diese Situation zeigt eindrücklich, wie viel es bewirken kann, dem eigenen Gefühl zu vertrauen und eine ärztliche Einschätzung kritisch zu hinterfragen. Die Betroffene ließ sich trotz eines klaren und drängenden Befundes nicht sofort zu einer weitreichenden Entscheidung drängen – und rettete damit möglicherweise einen gesunden Zahn.

Was in diesem Fall besonders gut funktioniert hat: Ein erstes Unwohlsein über die Diagnose wurde ernst genommen. Statt unmittelbar einen Folgeeingriff zu vereinbaren, entschied sich die Betroffene dazu, eine zweite Meinung einzuholen. Diese zweite Einschätzung – durch eine Zahnarztpraxis, die sich deutlich mehr Zeit nahm – ergab einen vollständig anderen, beruhigenden Befund. Der Zahn ist bis heute ohne Beschwerden.

Wie Sie ähnlich gute Bedingungen aktiv herbeiführen können

  • Bei einer überraschenden oder einschneidenden Diagnose – zum Beispiel dem empfohlenen Ziehen eines Zahns – ist es möglich, sich Bedenkzeit zu nehmen, bevor ein weiterer Termin vereinbart wird. Kein seriöser Befund, der keine akuten Schmerzen verursacht, erfordert eine Entscheidung noch im selben Gespräch.
  • Das Einholen einer zweiten Meinung (Zweitmeinung: eine unabhängige ärztliche Einschätzung durch eine andere Praxis) ist jederzeit möglich und legitim – gerade bei Eingriffen, die nicht rückgängig zu machen sind, wie das Ziehen eines Zahns oder das Setzen eines Implantats.
  • Es kann helfen, in der neuen Praxis zunächst nur den eigenen Anlass zu schildern, ohne sofort die Diagnose der ersten Praxis zu nennen – so lässt sich eine wirklich unabhängige Einschätzung einholen. Eine mögliche Formulierung: „Ich habe eine Stelle, die mich stört, und möchte sie gerne untersuchen lassen.“
  • Wenn eine Praxis von Beginn an kostspielige Zusatzleistungen empfiehlt, bevor der Befund überhaupt gesichert ist, kann das ein Hinweis sein, besonders aufmerksam zu bleiben und Fragen zu stellen, etwa: „Können Sie mir zeigen, wo genau das Problem auf dem Röntgenbild zu sehen ist?“

Daran erkennen Sie gute Versorgung

  • Die behandelnde Person nimmt sich ausreichend Zeit für Untersuchung und Gespräch und erklärt den Befund nachvollziehbar.
  • Ein Röntgenbild oder ein anderer objektiver Befund wird gezeigt und erläutert, bevor eine Diagnose gestellt wird.
  • Empfehlungen zu kostenpflichtigen Zusatzleistungen (z. B. hochwertigen Implantaten) werden erst dann ausgesprochen, wenn ein gesicherter Befund vorliegt – und es gibt immer die Möglichkeit, sich das in Ruhe zu überlegen.
  • Das Recht auf eine Zweitmeinung wird ohne Druck respektiert; eine gute Praxis nimmt entsprechende Nachfragen nicht übel.

Teilen Sie Ihre Erfahrungen

Erfahrungen wie diese – ob positiv oder belastend – können anderen Menschen helfen, ähnliche Situationen besser einzuschätzen. Auf mehr-patientensicherheit.de ist es möglich, eigene Erlebnisse anonym zu melden und damit zur Verbesserung der Patientensicherheit beizutragen.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 19-29 Jahre
Art der Einrichtung:Zahnarztpraxis, Ambulante Praxis
Geschlecht: weiblich

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Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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