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2025-335

Keine freien Termine in Long Covid Ambulanz

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Fallbeschreibung:

Long Covid: Keine Termine in Spezialambulanzen

Ich versuche seit einem halben Jahr eine Diagnose zu bekommen und weitere Behandlungsanreize zu erhalten. Bisher weigern sich die aufgesuchten Neurologen zu diagnostizieren oder behaupten sogar, es sei nur psychisch. Sie verweisen beim Thema Post Vac oder Long Covid auf die Ambulanzen. Doch dort bekommt man keinen Termin. Über deren Website heißt es: Termine nur über den Link zum Kalender aber dort ist nichts frei-gar nichts! Und der Kalender hört dann auch einfach auf, weil die zukünftigen Termine nicht freigeschaltet werden.

Gut gelaufen:

Nichts!

Schlecht gelaufen:

Mir geht es schlecht, ich versuche selbst mit Nahrungsmitteln und pacing, alles damit es besser wird, aber nichts hilft. Ich habe keine Kraft um 1000 andere Termine wahrzunehmen und habe auch keine Hilfe, die mich kompetent versorgt. Grade mal Pflegegrad 1, GDB 30 und selbst geschätzt Bell 30 (?) aber eine Erwerbsminderung wird nicht anerkannt. Diese Situation ist schon frustrierend genug, die ganze Bürokratie macht es nicht besser und dann kommen noch Zukunftsängste dazu, weil man vom sozialen System nicht wirklich unterstützt wird.

Verbesserungsvorschläge:

Mehr Ärzte verpflichtend schulen. Die Krankheit ME/CFS offiziell anerkennen. Wirkliche Unterstützung der Betroffenen (kostenlose Fahrten zu Arztterminen, Barrierefreiheit bei Ärzten/Physiotherapie und Behörden, mehr Forschung vorantreiben).

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn man über Monate hinweg medizinische Hilfe sucht und immer wieder auf verschlossene Türen stößt, ist das eine außerordentlich belastende Erfahrung – körperlich wie emotional. Dass in einer solchen Situation Erschöpfung, Frustration und Zukunftsängste entstehen, ist vollkommen nachvollziehbar.

Die Versorgungssituation für Menschen mit Long Covid und ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom – eine schwere neuroimmunologische Erkrankung) ist in Deutschland derzeit strukturell schwierig: Spezialisierte Ambulanzen sind häufig überlastet, Terminkapazitäten reichen nicht aus, und Betroffene stoßen im Regelsystem auf mangelndes Fachwissen. In einer Situation wie dieser gab es für Betroffene keinen realistischen Spielraum, an den strukturellen Hürden etwas zu ändern – das ist wichtig anzuerkennen.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

  • Angehörige können die Suche nach Terminen übernehmen – telefonisch, per E-Mail oder über Patientenportale. Wer selbst zu erschöpft ist, um regelmäßig nachzufragen oder Formulare auszufüllen, kann diese Aufgabe delegieren.
  • Es ist möglich, bei Selbsthilfegruppen zu Long Covid und ME/CFS nach aktuellen Informationen zu fragen – etwa welche Einrichtungen derzeit tatsächlich aufnehmen oder auf welchen Wegen Termine vergeben werden. Erfahrungsberichte anderer Betroffener können hier wertvoller sein als offizielle Webseiten.
  • Angehörige können gemeinsam mit Betroffenen eine schriftliche Zusammenfassung der Beschwerden und des bisherigen Behandlungsverlaufs erstellen. Das erleichtert Arztgespräche und spart Kraft.
  • Eine Begleitperson kann bei Arztterminen mitgehen und gezielt nachfragen – zum Beispiel: „Welche nächsten Schritte sind aus Ihrer Sicht konkret möglich?“ oder „An wen können Sie uns weiterverweisen?“

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose Beratung – auch zu Fragen der Weiterversorgung, Antragsstellung und dem Umgang mit Ablehnungen. Eine Kontaktaufnahme ist telefonisch, online und barrierearmer als ein Arztbesuch möglich.
  • Patientenorganisationen wie die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS e. V. führen Listen mit versierten Anlaufstellen und informieren über aktuelle Versorgungsmöglichkeiten – auch regional.
  • Es kann hilfreich sein, alle Arztbesuche, Absagen und Versuche der Terminvereinbarung schriftlich festzuhalten. Diese Dokumentation kann bei sozialrechtlichen Verfahren – etwa zur Anerkennung einer Erwerbsminderung – von Bedeutung sein.
  • Wer sozialrechtliche Unterstützung benötigt (Pflegegrad, Erwerbsminderung, Schwerbehinderung), kann sich an den Sozialverband VdK oder den Sozialverband Deutschland (SoVD) wenden – beide bieten Beratung und Begleitung bei Widerspruchsverfahren an.

Sie sind nicht allein

Erfahrungen wie diese – strukturelle Hürden, mangelnde Anerkennung, fehlende Unterstützung – können auf dem Patientensicherheitsportal mehr-patientensicherheit.de anonym gemeldet werden, damit sie sichtbar werden und zur Verbesserung beitragen. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) ist unter 0800 011 77 22 (kostenfrei, montags bis freitags) erreichbar und unterstützt bei der Suche nach dem richtigen nächsten Schritt.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:anderer Bereich
Geschlecht: weiblich

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Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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