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2024-1302

Akusticusneurinom im MRT nicht gesehen

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Fallbeschreibung:

Akustikusneurinom im MRT übersehen – verzögerte Diagnose

Akustikusneurinom wurde im MRT trotz der Größe von über mehreren cm nicht gesehen. Patient klagte immer mehr über Kopfschmerzen, Übelkeit, Hörprobleme, Schwankschwindel und Anfälle , die aber als dissoziative Anfälle beschrieben wurden und dem Patienten unterstellt wurde, dass er simuliere.
Einige Jahre später bei zunehmenden Beschwerden – auf einem Ohr praktisch kein Hören mehr möglich- wird ein MRT in der selben Praxis erstellt, auch hier wird wieder das Akustikusneurinom trotz zunehmder Größe übersehen.
Erst einige Monate später, bei einem erneuten MRT, aufgrund gehäufter Zusammenbrüche, Doppelbilder, Tinitus etc wird das inzwischen sehr große AKN erkannt. Auf der anderen Seite ist inzwischen auch ein weiteres kleineres AKN zu sehen, dass bei der ersten Bildgebung auch schon vorhanden war.
Umgehende Operation des großen AKN, der Hörnerv ist jedoch irreparabel geschädigt.

Gut gelaufen:

Andere Ärzte waren bereit, trotz der anderslautenden vorherigen Arztberichte dem Patienten zu glauben, dass er nicht simuliere und veranlassten ein erneutes MRT.

Schlecht gelaufen:

Dem Patienten wurde trotz eindeutiger und für die Krankheit typischer Hinweise nicht geglaubt. AKN wäre selbst für einen Laien auf den ersten Aufnahmen eindeutig und klar zu erkennen gewesen. Eine rechtzeitige OP hätte verhindert, dass der Patient nun auf einem Ohr taub ist.

Verbesserungsvorschläge:

Mehr auf den Patienten eingehen, seine Beschwerden ernst nehmen und nicht in eine Schublade stecken, die dann zu „bleibt“.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn Beschwerden über lange Zeit nicht einer körperlichen Ursache zugeordnet werden, ist das für Betroffene und ihre Angehörigen eine außerordentlich belastende Erfahrung – besonders dann, wenn das Gefühl entsteht, nicht ernst genommen zu werden. Ein Akustikusneurinom (auch: Vestibularisschwannom – ein gutartiger Tumor am Hörnerv) kann durch bildgebende Verfahren wie ein MRT (Magnetresonanztomographie) sichtbar gemacht werden, wenn er an der richtigen Stelle gesucht und der Befund sorgfältig ausgewertet wird. Werden charakteristische Symptome wie Hörverlust, Schwindel, Tinnitus oder neurologische Ausfälle nicht konsequent weiterverfolgt, kann sich eine Diagnose – und damit eine mögliche Behandlung – erheblich verzögern.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer über längere Zeit unter wiederkehrenden oder zunehmenden Beschwerden leidet, ohne dass eine schlüssige Erklärung gefunden wird, hat verschiedene Möglichkeiten, aktiv zur Klärung beizutragen.

  • Es ist möglich, eine zweite ärztliche Meinung einzuholen – auch dann, wenn bereits Untersuchungen stattgefunden haben. Ein anderer Arzt oder eine andere Ärztin kann vorhandene Befunde neu bewerten. Eine mögliche Formulierung: „Ich möchte gerne eine Zweitmeinung einholen – können Sie mir dabei behilflich sein oder mir die Unterlagen mitgeben?“
  • Das Führen eines Beschwerdejournals kann hilfreich sein: Wann traten welche Symptome auf, wie stark waren sie, wie lange haben sie angehalten? Solche Aufzeichnungen können helfen, Muster sichtbar zu machen und ärztliche Gespräche zu strukturieren.
  • Bei neurologischen oder hals-nasen-ohrenärztlichen Symptomen wie Hörverlust, Schwindel oder Sehstörungen ist es möglich, gezielt eine fachärztliche Überweisung – etwa in die Neurologie oder HNO – zu erfragen, wenn die bisherige Abklärung keine Antworten gegeben hat.
  • Angehörige können eine wichtige Rolle einnehmen, indem sie die betroffene Person zu Terminen begleiten und dabei helfen, Beschwerden vollständig und ruhig zu schildern – besonders wenn junge oder geschwächte Patient:innen in Gesprächen mit Fachpersonal unter Druck geraten.

Worauf Sie achten können

  • Werden Ihre Beschwerden vollständig dokumentiert und in ihrer Gesamtheit betrachtet – oder wird nur auf einzelne Symptome eingegangen?
  • Haben Sie das Recht, Kopien aller Befunde, Bilder und Arztbriefe zu erhalten – auch von MRT-Aufnahmen auf einem Datenträger. Diese können bei einer Zweitmeinung direkt vorgelegt werden.
  • Wird eine Diagnose gestellt, die nicht zur Erfahrungswelt der betroffenen Person passt, ist es möglich, gezielt nachzufragen: „Welche anderen Ursachen wurden ausgeschlossen und wie?“
  • Nehmen Beschwerden trotz laufender Behandlung zu oder kommen neue hinzu, ist eine erneute Vorstellung beim Arzt oder bei der Ärztin jederzeit möglich – unabhängig von früheren Einschätzungen.

Sie sind nicht allein

Wer das Gefühl hat, mit seinen Beschwerden nicht ausreichend gehört zu werden, kann sich kostenlos und unabhängig an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden. Weitere Informationen und Berichte aus der Praxis finden Sie auf mehr-patientensicherheit.de.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 15-29 Jahre
Art der Einrichtung:sonstiger Bereich, Krankenhaus
Geschlecht: männlich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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