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2025-021

Unerwünschte Folgen nach Antibiotika Einnahme

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Fallbeschreibung:

Nebenwirkungen nach Levofloxacin: Lungenembolie und Gelenke

Ende 2023 habe ich nach einem grippalen Infekt Levofloxacin 500 bekommen für 5 Tage. Danach ging es mir sehr schlecht: akute Luftnot, Schwindel, kribbeln in den Händen, geschwollene Gelenke und Beine.

Lungenfacharzt aufgesucht. Kardiologe stellte v.a. Lungenembolie fest. Musste an dem Tag mit Notarzt ins Krankenhaus. Nach CT und auch ohne Befund verschlechterte sich mein Zustand. Bekam vom Arzt Salbe für die geschwollene Beine und Füße und Einlagen für die Schuhe.

Was das Antibiotikum betrifft bin ich sehr skeptisch. Als ich kaum noch laufen konnte, habe ich selber einen Allergietest veranlasst. Er war 457 hoch. Immer noch keine Reaktion von meinem Arzt. Im Sommer eine diagnostiziert Lungenembolie. Danach Xarelto, dann im Herbst einige Nierenzysten; die grösste 5.8 cm.

Mir geht es immer noch sehr schlecht. Ich kann kaum laufen und habe jetzt eine Pflegehilfe. Sowas darf nicht passieren.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Verbesserungsvorschläge:

Es muss besser darauf geachtet werden, welche Medikamente ausgegeben werden.

Weitere Infos:

Ich laufe seit über einem Jahr mit furchtbaren Schmerzen und weiß, dass mir niemand helfen kann, weil dieses Medikament im Körper festsitzt.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Der Bericht einer Patientin, die nach der Einnahme eines Antibiotikums schwerwiegende körperliche Beschwerden entwickelte und seitdem mit erheblichen Einschränkungen lebt, macht deutlich, wie belastend solche Situationen sein können – körperlich wie auch emotional. Wenn Beschwerden über lange Zeit bestehen und das Gefühl entsteht, mit den eigenen Beobachtungen nicht gehört zu werden, ist das eine besondere Herausforderung.

Levofloxacin gehört zur Gruppe der Fluorchinolone – einer Klasse von Antibiotika, für die die europäische Arzneimittelbehörde EMA bereits 2019 auf möglicherweise anhaltende Nebenwirkungen hingewiesen hat, darunter Beschwerden an Muskeln, Gelenken, Nerven und Sehnen. Solche Reaktionen können in seltenen Fällen noch Monate nach der Einnahme bestehen. Gleichzeitig können ähnliche Beschwerden auch andere Ursachen haben, weshalb eine sorgfältige ärztliche Abklärung wichtig ist.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer nach der Einnahme eines Medikaments neue oder sich verschlechternde Beschwerden bemerkt, hat verschiedene Möglichkeiten, aktiv zur weiteren Abklärung beizutragen.

  • Es ist möglich, unerwünschte Arzneimittelwirkungen direkt beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu melden – auch als Patientin oder Patient, ohne Umweg über eine Arztpraxis. Das BfArM stellt hierfür ein Online-Formular bereit. Solche Meldungen tragen dazu bei, dass seltene Nebenwirkungen früher erkannt werden.
  • Wenn das Gefühl entsteht, mit eigenen Beobachtungen nicht ausreichend gehört zu werden, kann eine Zweitmeinung bei einer anderen Fachpraxis oder einem spezialisierten Zentrum eingeholt werden. Ein möglicher Gesprächseinstieg: „Ich möchte meine Beschwerden gerne von einer weiteren Fachperson einschätzen lassen – können Sie mir eine Überweisung ausstellen?“
  • Es kann hilfreich sein, alle Beschwerden, Zeitpunkte und Testergebnisse schriftlich festzuhalten – als eine Art persönliches Beschwerdetagebuch. Diese Dokumentation lässt sich bei Arztterminen vorlegen und erleichtert die Nachvollziehbarkeit des Krankheitsverlaufs.
  • Unabhängige Beratung – etwa durch die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) – kann dabei helfen, Rechte und weitere Handlungsmöglichkeiten zu verstehen. Die UPD ist kostenlos erreichbar unter 0800 011 77 22.

Worauf Sie achten können

  • Bei neu auftretenden Beschwerden nach Beginn einer Medikamenteneinnahme ist es möglich, die behandelnde Person direkt auf einen möglichen Zusammenhang anzusprechen – auch wenn dieser zunächst unwahrscheinlich erscheint.
  • Vor der Einnahme eines Antibiotikums aus der Gruppe der Fluorchinolone (z. B. Levofloxacin, Ciprofloxacin, Moxifloxacin) kann nachgefragt werden, ob es eine gleichwertige Alternative gibt – insbesondere bei bekannten Vorerkrankungen an Gelenken, Nieren oder Nerven.
  • Eigene Testergebnisse, Befunde und Arztbriefe lassen sich sammeln und in einer persönlichen Gesundheitsmappe aufbewahren – das erleichtert die Behandlung, wenn mehrere Fachrichtungen beteiligt sind.
  • Wer das Gefühl hat, dass Beschwerden nicht ernst genommen werden, kann die Patientenfürsprache (Patientenfürsprecher:in) im Krankenhaus oder den Ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung hinzuziehen.

Sie sind nicht allein

Erfahrungen wie diese lassen sich auf mehr-patientensicherheit.de anonym berichten – jede Meldung hilft dabei, Muster zu erkennen und die Versorgung für alle zu verbessern. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet darüber hinaus kostenlose, unabhängige Beratung zu medizinischen und rechtlichen Fragen rund um Ihre Gesundheitsversorgung.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 70-79 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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