2024-1481
Fachlich fragwürdigen Hernien Op: zusammen geknülltes Netz im Bauchraum
Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular
Bei meinem Mann wurde eine ambulante Hernien Op durchgeführt. Bereits nach 2 Tagen wurde die Drainage gezogen. Die Wundversorgung führten Wundschwestern 1 x täglich durch. Nach 8 Tagen lief aus der Wunde eine grosse Menge Wundflüssigkeit. Der Notarzt entschied meinen Mann in die Klinik mitzunehmen. Dort wurde die noch mit Klammern verschlossene Wunde teilweise geöffnet und der Bauchraum untersucht. Dann wurde neu verbunden und mein Mann nach Hause geschickt unter der Maßgabe am nächsten Tag den operierenden Arzt aufzusuchen. Dort wurden die restlichen Klammern entfernt und die weitere Wundversorgung durch die Wundschwestern 1 x täglich veranlasst. Der Arzt sah sich aller 4 Wochen die Wunde von der Ferne an, heisst warf nur kurz aus ca 2 m Entfernung Blick darauf. Die Wunde schloss sich nur sehr langsam und nicht restlos. Es lag eine Wundstörung vor wurde gesagt. Im Sommer kam dann aus der Wunde ein grüner Pvc Faden. Es wurde gesagt „das passiert schon mal, seien sie froh das er raus ist“. Danach holten wir beim Hausarzt Rat ein. Dieser überwies ins Krankenhaus. Dort fand im September eine nötige Op statt. Es hatte sich ein Bauchdeckenbruch entwickelt. Dieser wurde mittels grossem Netz und Bauchdeckenrekonstruktion behoben. Dabei fand man das alte Netz zusammen geknüllt im Bauchraum. Kurz vor der Op war ein 2. Grüner Kunststofffaden aus der alten Wunde heraus gekommen. Nach dieser 2 . OP war Behandlung mit Antibiotika, tragen eines Bauchgurtes nötig und er darf bis jetzt max. 5 kg heben. Jetzt, das ist Ende 2024.
Wenn nach einer Operation die Heilung nicht so verläuft wie erwartet, ist das für Betroffene und ihre Angehörigen eine belastende und oft zermürbende Erfahrung. Der hier beschriebene Fall zeigt, wie sich Komplikationen nach einem chirurgischen Eingriff – in diesem Fall einer Hernieoperation (Bruch-Operation) – über Monate hinweg entwickeln und zu einer erneuten, aufwendigeren Operation führen können.
Wundstörungen, Fremdmaterialreaktionen und Nachfolgeeingriffe gehören zu den bekannten Risiken solcher Operationen. Gleichzeitig ist es wichtig anzuerkennen, dass Angehörige in Situationen wie dieser oft wenig formalen Einfluss auf medizinische Entscheidungen haben – und dass das Einfordern von Informationen und eine engagierte Begleitung trotzdem einen Unterschied machen kann.
Wer einen Angehörigen nach einer Operation begleitet, kann auf einige Punkte achten, die dazu beitragen, Komplikationen früh zu erkennen und die Versorgung aktiv mitzugestalten.
Erfahrungen wie die hier beschriebene können das Vertrauen in das Gesundheitssystem erschüttern – und das Gefühl, mit dem Erlebten allein zu stehen, ist verständlich und wird von vielen Betroffenen geteilt. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose und unabhängige Beratung zu Patientenrechten an; weitere Informationen und Berichte aus ähnlichen Situationen finden Sie auf mehr-patientensicherheit.de.
Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
Zwei vergessene Operationsfäden führten nach einem Knochenaufbau im Oberkiefer zu einer Infektion und dem Scheitern des Eingriffs. Ein CIRS-Lernfall.
Fall lesen →Ein Draht brach bei einer Gallenwegs-OP ab – zunächst unbemerkt. Erst nach starken Schmerzen und Notaufnahme folgte die Diagnose. Ein wichtiger CIRS-Fall.
Fall lesen →Statt der besprochenen Bandscheiben-OP wurde ein anderes Verfahren durchgeführt – und ein Fremdkörper verschwiegen. Ein erschütternder CIRS-Fall.
Fall lesen →Ein verbliebener Fadenknoten im Fingerstumpf verhinderte 4 Monate lang die Wundheilung. Wie der Fall erkannt und behoben wurde.
Fall lesen →Katheterspitze brach bei Aneurysmaversorgung ab und löste Hirnblutungen aus. Dieser CIRS-Fall zeigt, welche Risiken bei Gefäßeingriffen auftreten können.
Fall lesen →Nicht auflösbares Nahtmaterial nach einem Hauteingriff führte zu schweren Wundkomplikationen. Ein CIRS-Fall über Risiken und Patientensicherheit.
Fall lesen →Nach einer Metallentfernung verblieb ein Implantat-Rest im Knochen – ohne Information an den Patienten. Ein CIRS-Fall über Kommunikation und Sicherheit.
Fall lesen →Nach einer Geburt blieb ein Tupfer 5 Wochen unentdeckt in der Scheide. Erfahren Sie, welche Folgen das hatte und was dieser CIRS-Fall lehrt.
Fall lesen →Eine Fistel blieb trotz MRT, CT und vieler Kliniken jahrelang unerkannt. Ein Patientenbericht über Diagnoseverzögerung und den Weg zur Heilung.
Fall lesen →Nach einer Bauch-OP blieb eine Kompresse im Körper – erst ein halbes Jahr später zufällig entdeckt. Ein Fall über Risiken und Folgen für Patienten.
Fall lesen →
Die Betriebskrankenkassen:
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,
Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.
Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team